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Los Angeles (USA) – Hollywood-Legende Harrison Ford (83) blickt auf die dunkelste Zeit seines Lebens zurück. Der „Star-Wars“-Held war jung, einsam – und schwer depressiv. Im Podcast „Awards Chatter“ des „Hollywood Reporter“ erinnert er sich an seine Zeit am Ripon College in Wisconsin.
„Ich stand aus meinem Bett auf, ging zum Telefon, bestellte eine Pizza und legte mich wieder hin, bis die Pizza kam“, sagte Ford. „Ich aß die Pizza, warf die Verpackungen in die Ecke und ging wieder schlafen.“ Der Schauspieler lebte in seinem Einzelzimmer. Er verließ es „nur selten“. Wenn er doch zum Unterricht ging, drehte er oft wieder um. „Ich war mehr als nur depressiv. Ich glaube, ich war krank“, sagte Ford. „Ich war sozial krank, psychisch nicht in Ordnung.“

Ford wurde mit den ersten drei gedrehten Teilen der „Stars-Wars“-Reihe ab 1977 Kult
Foto: Corbis via Getty Images
Theaterkurs verändert Harrison Fords Leben
An der Universität habe er „nie eine Gemeinschaft gefunden“ – bis er einen Theaterkurs belegte. Eigentlich wollte er damit nur seinen schlechten Notendurchschnitt verbessern. Ford wusste zunächst nicht, dass er dort nicht nur Stücke lesen und analysieren sollte, sondern selbst auf der Bühne stehen würde. Es war seine erste Bühnenerfahrung überhaupt. „Die Leute, die ich für Außenseiter gehalten hatte, gehörten zu den interessantesten Menschen, die ich kannte“, so Harrison Ford. „Sie taten etwas, das ich nicht wirklich verstanden hatte. Und sie erzählten Geschichten über das Leben.“

Harrison Ford 1984 als „Indiana Jones“, seiner zweiten Paraderolle
Foto: picture alliance/Mary Evans/AF Archive/Lucasfilm
Der Kurs gab ihm Halt. „Ich glaube, ich habe einfach meinen Platz unter Geschichtenerzählern gefunden“, sagte er. „Geschichten gaben mir einen Fokus. Sie boten mir die Möglichkeit, gemeinsam mit anderen Menschen über etwas nachzudenken.“ Und: „Es hat meine Welt wirklich verändert, mein Leben verändert.“

2023 besuchte Harrison Ford (l.) mit seinem Kollegen Mads Mikkelsen die BILD-Redaktion
Foto: © Wolf Lux @wolf_lux_photograph
Exmatrikulation wegen Plagiat
Ford studierte Philosophie. Kurz vor seinem Abschluss wurde er wegen Plagiats exmatrikuliert. „Ich habe nicht streng genug darauf geachtet, wessen Worte ich in meiner Abschlussarbeit verwendete“, sagte er. „Und ich wurde des Plagiats beschuldigt und habe es auch zugegeben.“ Später folgte die große Karriere mit den „Star-Wars“- und „Indiana-Jones“-Filmen.
In einer seelischen Krise? Hier bekommen Sie Hilfe
Wenn Sie depressiv sind oder an Suizid denken: Holen Sie sich bitte Unterstützung. Die Telefonseelsorge ist rund um die Uhr kostenlos erreichbar: 0800-1110111 oder 0800-111 0 222. Die Beraterinnen und Berater helfen Ihnen, Auswege aus schwierigen Situationen aufzuzeigen. Im Notfall wenden Sie sich bitte an die Feuerwehr (112) oder den Polizei-Notruf (110).