Wegen dem Linz Donau Marathon verschob sich die Partie der 26. Bundesliga-Runde zwischen Schlusslicht FC Blau-Weiß Linz und dem Drittletzten WSG Tirol auf den Abend. Durch die Nullnummer in Wolfsberg bot sich den Gastgebern mit einem Sieg die Chance, vor dem WAC-Doppel den Abstand auf den Vorletzten aus Kärnten auf zwei Zähler zu verkürzen. Die Wattener, die beide Grunddurchgang-Duelle gewannen, wollten ihrerseits nach dem Dreier vor einer Woche nachlegen. Es entwickelte sich eine denkwürdige Partie mit viel Gesprächsstoff und dem höchsten Bundesligasieg seit dem Aufstieg der Linzer in 2023 mit 5:0 (2:0).

Feierabend für die Blau-Weiß-Fans über den höchsten Bundesligasieg! Mit dem zweiten Dreier daheim in Folge wächst die Hoffnung auf den Klassenerhalt wieder. Das Schlusslicht aus Linz geht nunmehr mit zwei Punkten Rückstand auf den Vorletzten aus Wolfsberg in das bevorstehende WAC-Doppel, hat nächsten Samstag sogar die Chance, mit einem Sieg bei den Kärntnern die Rote Laterne im Lavanttal zu lassen und erstmals im Frühjahr den letzten Tabellenrang zu verlassen.

Druckvoller Beginn der Blau-Weißen

Die Blau-Weißen legten per Überfallkommando los fanden, Maier und Seidl bereits in der zweiten Spielminute mit zwei Chancen auf die Führung, jeweils knapp vorbei. Dann zog Nico Maier, der hinter dem Angriffsduo Shon Weissman und Ronivaldo (der 37-Jährige erstmals im Frühjahr und unter Trainer Köllner in der Startelf) agierte, beherzt mit links aus 20 Metern ab, abgefälscht von Taferner lenkte Tirols Torhüter Adam Stejskal bei seiner ersten Abschlussprüfung den Ball über das Gehäuse (10.).

Es ging in der Anfangsviertelstunde nur in eine Richtung, doch das Abwehrhünen-Trio der WSG Boras, Lawrence und Kubatta ließ keine weiteren Möglichkeiten zu und nahm den Stahlstädern den Anfangselan. Die Partie verflachte, Torszenen Mangelware.

Dann Aufreger, Elferalarm seitens der Linzer, weil Ronivaldo gegen Lawrence zu Boden ging (37.) und die Frage war, wie weit der gebürtige Brasilianer den Ellbogen des Deutschen abbekam? Es folgte der VAR-Check, der Onfield-Review von Schiedsrichter Arnes Talic, der daraufhin auf den Punkt zeigte. Shon Weissman schnappte sich den Ball und verwandelte cool mit rechts in die linke Ecke – 1:0 (41.). Siebentes Saisontor für den 30-jährigen Israeli, der erstmals seit zwei Monaten wieder traf, erneut per Elfmeter.

Trifft in der Qualigruppe in Serie: Ronivaldo. Der Bundesliga-Torschützenkönig der Vorsaison scorte in allen vier Runden und erhöhte mit seinem heutigen Doppelpack sein Konto auf acht, ebenso wie Sturmpartner Shon Weissman. Das Sturmduo erstmals gemeinsam unter Trainer Michael Köllner und seit Runde 15 in der Startelf. Mit Erfolg, beide heute an den ersten vier Toren beteiligt.

Kuriose, historisch zweite Elfmeter-Entstehung

Und dann wurde bereits der nächste Strafstoß zugunsten der Blau-Weißen überprüft. Nach einer kuriosen Szene. Beim Seidl-Einwurf rollte ein zweiter Ball aufs Feld, den Böckle in den eigenen Sechzehner schoss und daraufhin die gelbe Karte sah. Und für seine Unsportlichkeit auch noch mit Entsetzen wahrnahm, dass dem Köllner-Kollektiv der nächste Elfer binnen weniger Minuten zugesprochen wurde per VAR-Check. Kurios, speziell, historisch: Ein Elfer, weil ein gegnerischer Spieler von außen den zweiten Ball in den Strafraum schoss.

Für den regelkundigen zweiten Blau-Weiß-Torhüter Thomas Turner war der Fall klar, der 28-Jährige schrie von der Bank sofort „Elfer“! Während sich Coach Semlic und seine Mannschaft wie „im falschen Film“ gekommen sein dürften, verwandelte diesmal statt Shon Weissman sein Sturmpartner Ronivaldo, ebenfalls mit rechts in die linke Ecke und zu seinem siebten Saisontor (45.+5) – 2:0 zur Pause. 

Co-Produktion vom Angriffsduo Weissman & Ronivaldo zum 3:0

Nach dem Seitenwechsel ging es hektisch und zerfahren los in einer kampfbetonten Partie. Die WSG, die vor der ab 18. April beginnenden „englischen Woche“ das Westduell-Doppel gegen den SCR Altach vor der Brust hat, wehrte sich gegen die drohende zehnte Saisonniederlage.

Doch mit der ersten Torchance in Halbzeit zwei schlug auf der Gegenseite das Blau-Weiß-Torjägerduo wieder zu. Ronivaldo flankte von rechts mustergültig ins Zentrum, wo Shon Weissman aus wenigen Metern per Kopfball seinen Doppelpack schnürte und den Vorsprung auf 3:0 ausbaute (61.). Achter Saisontreffer für Weissman, da ließ sich Ronivaldo nicht lange bitten, nahm ein Zuspiel von Dominik Reiter auf, traf allein vor Schlussmann Stejskal und zog wieder gleich in der Scorerliste mit dem Israeli – 4:0 (66.).

Die Partie damit nach knapp einer Spielstunde entschieden. Nico Maier krönte seine Leistung noch mit dem Tor zum 5:0-Endstand (87.). Höchster Bundesligasieg für die Oberösterreicher, während die WSG nach dem 1:5 daheim am 21. März gegen den GAK 1902 die nächste herbe Niederlage kassiert. Mit fünf Punkten Vorsprung auf die Linzer gehen die Gäste aus dem „Heiligen Land“ in die „Schnittpartien“.

Bundesliga-Saison 2025/26 Runde 26, Qualigruppenrunde 4

Samstag, 11. April 2026, 19:30 Uhr, Hofmann Personal Stadion in Linz, Z: 5700, SR: Arnes Talic.

FC Blau-Weiß Linz vs. WSG Tirol 5:0 (2:0)

FC Blau-Weiß Linz (3-4-1-2): Mantl – Pašić, Marenda, Varesi-Strauss (K, 74. Riegler) – D. Reiter (83. Dahlquist), Briedl (85. Cvetko), S. Seidl, Pirkl (83. Bumberger) – Maier – Weissman, Ronivaldo (74. Luiz). Trainer: Michael Köllner.

WSG Tirol (3-4-3): Stejskal – Boras, Lawrence, Kubatta (68. D. Gugganig) – Naschberger, Taferner, V. Müller (K), Böckle (68. Geris) – Wels (68. Anselm), Sabitzer (46. Hinterseer), Baden Frederiksen (81. Vötter). Trainer: Philipp Semlic.

Torfolge: 1:0 Weissman (41., Elfmeter), 2:0 Ronivaldo (45.+5, Elfmeter), 3:0 Weissman (61., Kopfball, Assist Ronivaldo), 4:0 Ronivaldo (66., Reiter), 5:0 Maier (87., Bumberger).

Gelbe Karten: Briedl (51., Foulspiel) / Lawrence (39., Foulspiel), Böckle (45.+1, Unsportlichkeit), Baden Frederiksen (54., Foulspiel).

SPIELFILM im Ligaportal-LIVETICKER

Fotocredit: Harry Dostal/www.sport-bilder.at und Gepa-Admiral