Nico Schlotterbeck

Stand: 11.04.2026 • 22:38 Uhr

Bayer 04 Leverkusen darf weiter auf die Qualifikation für die Champions League hoffen. Am 29. Spieltag der Fußball-Bundesliga holte die Werkself einen knappen 1:0-Auswärtssieg (1:0) bei Borussia Dortmund.

Robert Andrich erzielte in der 43. Minute nach einer Einzelaktion das Tor des Tages. In der Tabelle zieht Leverkusen damit an der TSG Hoffenheim vorbei und steht jetzt auf Rang fünf, Platz vier würde für die Qualifikation zur Königsklasse reichen.


29. Spieltag

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Der BVB hätte mit einem Sieg die Champions League für die nächste Saison bereits buchen können, zeigte sich über weite Strecken des Spiels aber offensiv ideen- und damit harmlos. Dortmund steht mit großem Abstand nach oben und unten auf Rang zwei der Tabelle. Für die Dortmunder war es die dritte Saison-Niederlage und die erste Pleite gegen eine Mannschaft, die nicht Bayern München heißt.

Pfiffe gegen Nico Schlotterbeck

Schon vor dem Spiel im Fokus stand Dortmunds Nico Schlotterbeck. Der Innenverteidiger wurde von einigen Dortmunder Fans ausgepfiffen. „Ich persönlich habe es nicht gehört, aber ich habe gehört, dass es Pfiffe gab. Natürlich geht sowas nicht“, sagte BVB-Trainer Niko Kovac bei „Dazn“.

Schlotterbeck hatte unter der Woche seinen Vertrag beim BVB nach einer langen Hängepartie zwar verlängert, soll aber bereits ab diesem Sommer eine Ausstiegsklausel besitzen. „Wir wollen Erfolg haben und natürlich kann jeder seine Enttäuschung äußern. Aber ich glaube, als Team sollten wir schon zusammenhalten“, sagte Kovac.

Badé rettet für Bayer Leverkusen

Nach dem Anpfiff begann der BVB im eigenen Stadion dominant und ließ die Gäste überhaupt nicht ins Spiel kommen. In den ersten Minuten sammelten die Hausherren satte 80 Prozent Ballbesitz. Nur: Zwingende Chancen spielte sich der BVB nicht heraus. Erst in der 18. Minute wurde es brenzlig für die Werkself: Innenverteidiger Loic Badé köpfte einen Schlenzer von Daniel Svensson so gerade noch aus dem Winkel. Torwart Mark Flekken war bereits geschlagen.


Nationalspieler Schlotterbeck verlängert beim BVB bis 2031

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Bayer hatte danach zwar ein wenig mehr Spiel, der BVB blieb aber weiter besser – und weiter harmlos. Vor den Toren passierte deshalb lange wenig. In der 32. Minute legte dann BVB-Torwart Gregor Kobel Leverkusen beinahe den Ausgleich auf. Der Schweizer spielte einen Pass völlig unbedrängt direkt in die Füße von Christian Kofane, doch der Kameruner schoss den Ball mit seinem schwächeren linken Fuß direkt zurück in Kobels Arme.

Andrich schockt den BVB

Alles sah also noch einer torlosen ersten Hälfte aus, doch dann kam Robert Andrich. Der Leverkusener Sechser schnappte sich erst einen für Fabio Silva gedachten Pass von Ramy Bensebaini, dribbelte ein paar Meter und nahm sich dann aus 23 Metern ein Herz. Der Ball schlug flach im linken unteren Eck ein, Kobel war ohne Chance. Völlig überraschend ging Bayer Leverkusen mit einer Führung in die Kabine.

Die zweite Halbzeit begann ruhig. Beide Fanlager stellten aufgrund eines medizinischen Notfalls auf der Tribüne die Unterstützung ein. Und auch auf dem Feld ging es zunächst ruhig zur Sache ohne große Torchancen.

Kobel rettet gegen Schick

In der 57. Minute meldete sich dann Serhou Guirassy zum ersten Mal an, köpfte eine Flanke von Julian Ryerson aber knapp über das Tor. Auf der anderen Seite hatte der eingewechselte Patrik Schick die große Chance zum 2:0, Kobel machte aber die kurze Ecke zu (60.).

Das Spiel plätscherte in der Folge ein wenig vor sich hin. Auf den Rängen war es weiter ruhig, auf dem Rasen verwaltete Leverkusen den knappen Vorsprung clever. Bayer ging wenig Risiko, hielt den Ball in den eigenen Reihen und wartete auf Lücken. In der 70. Minute setzte Alejando Grimaldo den gestarteten Nathan Tella in Szene, der den Ball aber verstolperte und die Kugel zudem auch mit dem Arm kontrollierte.

Bei Borussia Dortmund ging nach wie vor wenig zusammen. Zwar kam der BVB immer wieder vor den Leverkusener Strafraum, dort war dann meistens aber auch wieder Schluss.

Guirassy trifft nur die Latte

Mit zunehmender Spieldauer verlagerte sich das Geschehen immer weiter in die Leverkusener Hälfte. Und nach 81 Minute hatte Guirassy die große Chance zum Ausgleich, sein Abschluss vom linken Fünfereck knallte unter die Latte.

Der BVB drückte auch danach weiter auf den Ausgleich, ließ die letzte Konsequenz aber vermissen. Nachdem Julian Brandt in der Nachspielzeit aus guter Position den Ball nicht richtig traf, war die Niederlage des BVB besiegelt.

Kovac: „Hätte mir mehr Chancen erhofft“

„Letztenendes hat Leverkusen sehr gut verteidigt, aber wir haben es heute nicht gut gemacht“, sagte BVB-Trainer Kovac nach dem Spiel gegenüber dem WDR. „Trotzdem hätte ich mir in einem Heimspiel mehr Chancen erhofft.“

„Ein Zu-Null-Spiel und drei Punkte in Dortmund sind sehr gut für uns. Der Schlüssel war unser eigenes Spiel“, sagte Leverkusens Trainer Kasper Hjulmand. Die Champions League sei das Ziel, so der Däne: „Es wird schwierig, aber wir sind sehr fokussiert und versuchen alles, dieses Ziel zu erreichen.“

Nächster schwerer Gegner für den BVB

Für den BVB geht es am kommenden Samstag (18.04.2026) mit einem Auswärtsspiel in Hoffenheim weiter. Anpfiff ist um 15.30 Uhr. Bayer kämpft gleichzeitig zu Hause gegen den FC Augsburg um weitere Punkte für Europa.

Unsere Quellen:

Bundesligaduell BVB gegen Bayer vom 11.04.2026
Sport-Informations-Dienst
WDR-Interviews nach dem Spiel

Sendung: „Leverkusen knipst in Dortmund – die Audio-Highlights“, WDR.de, 11.04.2026, 17:32 Uhr

Westdeutscher Rundfunk