Nach drei Niederlagen in Folge, darunter im jüngsten Heimspieldoppel, wollte der FC Liefering in Runde 25 der 2. Liga endlich wieder in die Erfolgsspur zurück, nachdem die Jungbullen noch mit drei Dreiern furios in das Frühjahr gestartet waren. Apropos Drei: Das Duell mit dem FAC war die dritte Heimpartie in Folge für die Salzburger. Mit den Floridsdorfern, die das Hinspiel dank Piskule-Elfmeter-Doppelpack mit 2:0 gewannen, kam das einzig auswärts noch unbesiegte Team in die Mozartstadt. Doch der Nimbus wurde gebrochen, nach 0:1 durch Joker Glavan dreht das Galm-Team die Partie binnen sechs Minuten und siegt mit 3:1.

Fenetischer Jubel um Adejenughure Oghenetejiri (Mitte), der sich hier von Riquelme (l.) und  Valentin Sulzbacher (r.) feiern lässt. Wie im Hinspiel beim 2:0 Lan Piskule für die Floridsdorfer, ist auch diesmal ein Doppelpacker Matchwinner mit dem 19-jährigen ÖFB-U19-Teamstürmer, für den es die ersten 2. Liga-Tore mit Liefering sind.

Verhaltene, ausgeglichene erste Halbzeit

Mit einem möglichen 13. Saisonsieg, dem achten auswärts, hatten die Floridsdorfer die Möglichkeit punktemäßig mit dem Führungsduo SC Austria Lustenau und SKN St. Pölten gleichzuziehen, sodass alle drei bei 44 Zählern stehen.

Die erste Torchance vor 234 Besuchern in der Red Bull Arena in Wals-Siezenheim hatte der Doppeltorschütze und Matchwinner beim 2:0-Hinspiel-Heimsieg des FAC, Lan Piskule, der jedoch knapp das Gastgebergehäuse verfehlte (9.). Auch Tobias Lerchbacher, heute erstmals in der Startelf, hatte das Visier noch nicht optimal eingestellt in Minute 28 und verpasste ebenfalls die Floridsdorfer Führung. Somit wartet der 19-jährige Mittelstürmer auch in seinem elften Einsatz (zehn als Einwechselspieler) weiterhin auf sein erstes 2. Liga-Tor für die Blau-Weißen.

Das Team um Cheftrainer Sinan Bytyqi war ganz klar auf Auswärtssieg programmiert und fand durch Lukas Gabbichler die nächste Gelegenheit vor. Doch der 27-jährige Stürmer vergab, sodass es mit 0:0 in die Halbzeitpause ging. 

Der 20-jährige Außenverteidiger Tim Trummer, der in dieser Saison auch bereits elf Mal bei Kooperationspartner FC Red Bull Salzburg in der Bundesliga zum Einsatz kam, bei einem seiner Offensivvorstöße. Der Feldbacher verpasste nach dem Seitenwechsel die Führungschance für die Jungbullen, doch sollte im furiosen Finish noch Grund zum jubeln haben mit seiner Mannschaft.

FC Liefering dreht Partie im furiosen Finish / Alle Tore durch Joker

Mit der zweiten Halbzeit kam bei den Lieferingern Ilia Ivanschitz, der Sohn von Ex-ÖFB-Teamspieler Andreas Ivanschitz, anstelle vom österreichischen U17-Vizeweltmeister und Torschützenkönig in Katar im vergangenen November, Johannes Moser. Während der 19-Jährige jedoch erst später noch von sich reden lassen sollte, bot sich die erste Torchance bei den Gastgebern nach Wiederbeginn allerdings Tim Trummer, dem Rechtsverteidiger von Kooperationspartner FC Red Bull Salzburg. Doch der 20-jährige verpasste die 1:0-Führung (54.).

Das Galm-Team blieb dran und gegen die stärkste Defensive der 2. Liga druckvoll. Es folgten die Angriffsauftritte von Enrique Aguilar, der gleich zwei mal (73./78.) die Möglichkeit hatte, die Lieferinger in Front zu bringen. Stattdessen gingen in der spannenden Schlussphase die Wiener in Führung durch Tomislav Glavan (83.), der erst zwei Minuten zuvor eingewechselt worden war. Der 21-jährige Kroate, geboren in Australien, ließ mit seinem dritten Saisontor die Gäste jubeln. Somit wäre der FAC punktgleich mit dem Führungsduo Austria Lustenau & SKN St. Pölten.

Akrobatische Schusshaltung bei FC Liefering-Kapitän Phillip Verhounig, der allerdings weiterhin auf sein achtes Saisontor zu warten hat, doch nach seiner Auswechslung sah, wie sein Mittelstürmer-„Nachfolger“, Adejenughure, nach Einwechslung furios als Joker stach und per Doppelpack in der Nachspielzeit den Jungbullen zum 3:1-Sieg verhalf.

Matchwinner Adejenughure mit ersten Saisontoren

Doch da hatten die Jungbullen was dagegen, entwickelten sich als „Spielverderber“. Nach dem 0:1-Schock schüttelten sich die Jungbullen kurz und hatten noch eine Antwort, ja spektakuläre Schlussphase zu liefern. Erst stach Joker Ilia Ivanschitz zum 1:1 (88.) und dann drehte in der Nachspielzeit Oghenetejrii Adejenughure per Doppelpack (92. + 94.) die Partie vollends.

Der 19-jährige, 1,91 Meter-Mann mit nigerianischer Abstammung, der 15 Spiele für das ÖFB-U-19-Team absolvierte und dabei sechs Tore erzielte, kam, sah und traf. Damit avancierte der Joker nicht nur zum Matchwinner, sondern erzielte überhaupt in dieser Saison seine ersten Zweitliga-Tore.

Was für ein Endspurt! 3:1 für den FC Liefering, der sich damit nicht nur für die 0:2-Hinspielniederlage in der Hopfengasse revanchiert, sondern dem FAC die erste Auswärtsniederlage zufügt. Die Floridsdorfer bleiben auf Rang drei, die Salzburger auf sieben.

„Das war heute eine Teamleistung, die Jungs haben nach dem Nackenschlag eine Top-Reaktion gezeigt“

Danny Galm, Cheftrainer FC Liefering:

„Es war ein sehr intensives, ein für lange Zeit ausgeglichenes Spiel. Wir haben in den letzten Wochen sehr viel gearbeitet, vor allem im Thema, sich auf die eigenen Aufgaben zu besinnen – egal, ob es gut oder schlecht läuft. Und gerade nach dem Gegentor haben wir das in Perfektion gezeigt, danach hatten wir viel mehr Dynamik Richtung Tor.

Das war heute eine Teamleistung, die Jungs haben nach dem Nackenschlag eine Top-Reaktion gezeigt. Ganz großes Lob an meine Mannschaft, vor allem für diese Schlussphase, die Emotionen, Leidenschaft und Power hatte – am Ende haben wir auch verdient gewonnen!“

FC Liefering: Zawieschitzky – Trummer, Zabransky, Brandtner, Zangerl – Reis, Sulzbacher (67. Scharner), Aguilar, Moser (46. Ivanschitz) – Verhounig © (81. Adejenughure), Murillo (67. Camara)

FAC Wien: Kirchmayr – Untergrabner, Taieb, Filipovic – Schneider, Bitsche, Neumann, Piskule (89. Hafenscher), Flavio © (81. Six) – Gabbichler (81. Glavan), Lerchbacher (58. Sobczyk)

Gelbe Karten: Sulzbacher (44./Foul), Ozegovic (90.+4/Unsportlichkeit) bzw. Flavio (69./Foul)

Zuschauer: 234 / Schiedsrichter: Davor Divkovic

Foto: Getty by FC Liefering