Eisenstadt – Der Landeshauptmann des Burgenlands, Hans Peter Doskozil (SPÖ), hat sich am Sonntag persönlich nach seiner Operation am Uniklinikum Leipzig zu Wort gemeldet. Vor wenigen Tagen war ihm dort der Kehlkopf entfernt und eine Stimmprothese eingesetzt worden. Mit Blick auf seine Gesundheit sprach er in einem Facebook-Posting von einem „Befreiungsschlag“. Dann übte er in gewohnter Manier Kritik an seiner Partei. Hintergrund ist der Einspruch gegen die neue Herzchirurgie in der Klinik Oberwart im Burgenland.
„Es ist für mich die schönste Aufgabe, für unser Heimatland und unsere Bevölkerung zu arbeiten und da zu sein – daher habe ich keinen Gedanken daran verschwendet, als Politiker aufzuhören“, hielt Doskozil fest.
„Als mir diese Woche mitgeteilt wurde, dass durch das Gesundheitsministerium unter einer SPÖ-Ministerin und einer SPÖ-Staatssekretärin Einspruch gegen den Bewilligungsbescheid unserer Herzchirurgie in Oberwart erhoben wurde, hat mich das umso mehr motiviert, gegen diese inhaltsleere und konzeptlose Politik anzukämpfen und weiter für die Interessen des Burgenlands einzustehen“, erklärte er.
Die Abteilung hat im März ihren Betrieb aufgenommen. Doskozil betonte: „Die Herzchirurgie wird es immer noch geben, da wird es diese Bundesregierung mit ihren besonderen Vertreterinnen nicht mehr geben.“
Aus dem Gesundheitsministerium hieß es, man habe sich zu dem Einspruch gezwungen gesehen: Die Genehmigung der neuen Abteilung durch die Landesregierung sei ohne Beschluss in der Bundes- und Landes-Zielsteuerungskommission erfolgt. Das widerspreche dem vorgesehenen Prozedere. In Oberwart würden zudem die Vorgaben für Patienten- und Eingriffszahlen klar unterschritten.
Doskozil berichtete auf Facebook offen über die letzten Entwicklungen seiner Krankheit: „Als ich letzte Woche am Mittwoch nach Leipzig fuhr, hätte ich niemals daran gedacht, am nächsten Tag keinen Kehlkopf mehr zu haben.“ Als die ersten Untersuchungen „die rasante Dynamik meiner Erkrankung offenbarten, war mir klar, dass es diesmal anders sein sollte. Das Ergebnis kennt ihr.“
Ohne Kehlkopf zu sein bedeute, „selbst in eigentlich normalen Alltagssituationen keine Atemnot mehr zu haben. Wenn die ständigen Gedanken nach ausreichend Luft verschwinden, ist das ein Befreiungsschlag“ – auch wenn dies Veränderung bedeute, wie etwa kein Schwimmen im Meer. „Ich freue mich schon darauf, wieder persönlich da zu sein – mit neuer Kraft, Ideen, Zuversicht und besserer Stimme als zuvor“, betonte er abschließend. (TT, APA)