
AUDIO: Neu im Kino: „Vier minus drei“ (4 Min)
Stand: 12.04.2026 10:37 Uhr
Das Drama „Vier minus drei“ von Adrian Goiginger zeigt, wie Humor und ein unkonventioneller Blick auf das Leben helfen können, selbst den härtesten Schicksalsschlag zu überstehen. Es startet am 16. April im Kino.
Es gibt Schicksalsschläge, von denen ein Mensch sich nur schwer erholen kann. Barbara Pachl-Eberhart hat 2008 bei einem Verkehrsunfall auf einen Schlag ihren Mann und ihre zwei kleinen Kinder verloren. Ein absoluter Alptraum – der einer Frau passierte, die beruflich als Clownin für den heiteren Blick auf die Schikanen des Lebens zuständig war. Tatsächlich schrieb sie zwei Jahre später über ihren Verlust und ihre Trauer ein hoffnungsvolles Buch, das nun verfilmt worden ist.
Video:
Trailer zum Film: „Vier minus drei“ (2 Min)
Ein einziger Morgen, der alles verändert
Am Morgen sitzt die Familie noch fröhlich am Frühstückstisch. Dass es das letzte Mal ist, kann Barbara natürlich nicht ahnen. Wie immer bringt ihr Mann Heli, von Beruf ebenfalls Clown, die Kinder zum Lachen. Als Barbara nachmittags von ihrem Job als Krankenhaus-Clownin nach Hause fährt, hört sie von einem Unfall am Bahnübergang – mit einem gelben Clown-Bus, wie Heli ihn fährt. Bald hat sie grausame Gewissheit: Ihr Mann ist tot, die Kinder Thimo und Fini liegen im Koma, werden aber nicht überleben.
„Vier minus drei“: Ein Trauerfilm ohne Kitsch
Man könnte bei diesem Thema mit Musik und Gefühlsausbrüchen so richtig auf die Tränendrüse drücken, aber genau das tut der österreichische Regisseur Adrian Goiginger nicht. Er ist ein Meister der zarten Zwischentöne; das hat er in Filmen wie „Die beste aller Welten“ oder „Der Fuchs“ bewiesen.
Die Tragik vermittelt sich in „Vier minus drei“ ja ohnehin. Also konzentriert er sich zusammen mit Drehbuchautor Senad Halilbašić auf die kleinen Lichttupfer im geschilderten Dunkel und baut in Rückblenden die schöne Liebesgeschichte von Barbara und Heli ein: Sie lernt ihn als Straßenclown kennen und die beiden werden ein Paar – meist glücklich durch den gemeinsam gewählten, unkonventionellen Lebensstil. Barbara findet ihre Erfüllung als Krankenhaus-Clownin „Heidi Appenzeller“, die kleine Patienten besucht und aufmuntert.

Der Kinojahrgang bietet tolle Filme – etwa einen Thriller von Steven Spielberg, die Komödie „Der Teufel trägt Prada 2“, und „Die Odyssee“ von Christopher Nolan.
Buntes Clownsfest statt schwarzer Trauerfeier
Letztlich ist es die Sichtweise ihrer Kunstfigur, die Barbara auch den maximal krassen Schicksalsschlag verkraften lässt. Denn ein Clown, eine Clownin wird ja immerzu hineingeworfen in unzumutbare Situationen – und ist aufgefordert, sie positiv umzudeuten. In tiefster Trauer entwickelt sie einen unbändigen Überlebenswillen.
Ihr Umgang mit der Trauer und ihre eindrucksvolle innere Stärke sind das Tröstliche an diesem Film. Die Beerdigung ihrer Lieben macht Barbara zum bunten Clownsfest, an dem die Kollegen – zum Entsetzen von Helis Eltern – ihre Ukulelen auspacken.
Warum Leid nicht das ganze Leben übermalt
Heute arbeitet Barbara Pachl-Eberhart auch als Trauerbegleiterin: „Der Film transportiert für mich etwas, das ich auch aus den vielen Jahren seit dem Erscheinen meines Buches mitgenommen habe: Trauernde trinken Cola, Trauernde tragen Doc Martens, Trauernde machen sich Sorgen um ihre Frisur. Wir sind ganz normale Menschen – auch wenn das Schicksal uns eins über die Rübe haut. Darin liegt eine unglaublich große Chance, weil wir eben nicht den ganzen Tag dasitzen und trauern. Sondern Trauer ist ein Farbton inmitten all dem anderen, was uns das Leben zuspielt.“
„Vier minus drei“ ist ein außergewöhnlicher Film, auch weil die beiden Hauptdarsteller so großartig spielen. Robert Stadlober legt als Heli ganz wunderbare Clown-Nummern hin. Und Valerie Pachner gelingt glaubwürdig jede Nuance von Barbaras widerstreitenden Gefühlen. Ein ergreifendes Trauerdrama – aber mit leuchtend roter Clownsnase!

Vier minus drei
Genre:
Drama
Komödie
Produktionsjahr:
2026
Produktionsland:
Österreich, Deutschland
Zusatzinfo:
Mit Valerie Pachner, Robert Stadlober, Stefanie Reinsperger und anderen
Regie:
Adrian Goiginger
Länge:
120 Minuten
Altersempfehlung:
ab 12 Jahren
Kinostart:
16. April 2026