Der SK Rapid konnte im 349. Wiener Derby gegen den FK Austria Wien spät eine Niederlage verhindern. Lange hatte es nach dem Treffer von Kelvin Boateng in der 34. Minute nach dem dritten Derbysieg der Austria in dieser Saison ausgesehen, doch Joker Ercan Kara sorgte mit einem Kopfballtreffer in der 83. Minute für den späten 1:1-Endstand. Die Hütteldorfer sind mit 23 Punkten auf dem dritten Rang (vier Punkte hinter Leader Sturm Graz), die Wiener Austria hält als Fünfter bei 22 Zählern.

Eggestein-Vertretung Boateng nützt Amane-Patzer eiskalt
Das Wiener Derby begann genau so, wie man es erwarten durfte: viele Zweikämpfe, wenig Raum, kaum klare Torchancen. Die Veilchen standen kompakt in einem tiefen Block, ließen zwischen den Linien kaum etwas zu und zwangen Rapid immer wieder zu ungenauen Lösungen.
Die Intensität zeigte sich auch in den Duellen – etwa beim harten Einsteigen von Markovic gegen Bolla, das folgerichtig mit Gelb geahndet wurde. Insgesamt war es weniger ein spielerisches Derby, sondern eines, das über Physis und Disziplin definiert wurde.
Die Hütteldorfer hatten dennoch die erste richtig gute Szene: Nach einem sehenswerten Zuspiel von Seidl tauchte Bolla in aussichtsreicher Position auf, bekam den Ball aber nicht sauber unter Kontrolle.
Der erste Treffer des Spiels fiel dann durch einen individuellen Fehler. Amane spielte einen fatalen Fehlpass genau zwischen Cvetkovic und Hedl, der direkt Kelvin Boateng in die Füße fiel. Der Ghanaer überlegte nicht lange und schob den Ball alleinstehend vor Hedl zum 1:0 ins Tor (34.).
Bis zur Pause blieb das Bild gleich: viel Intensität, wenig klare Torchancen. Kelvin Boateng kam kurz vor dem Pausenpfiff nochmal zum Abschluss, doch sein Versuch ging drüber (45.+2).

Kara macht wieder den Spielverderber für die Veilchen
Die erste Topchance nach dem Seitenwechsel fanden die Veilchen vor: Abubakr Barry scheiterte mit einem wunderbar angetragenen Weitschuss an der Latte, im Nachsetzen wäre Fischer beinahe per Kopf zur Stell gewesen (53.).
Kurz darauf kamen die Gäste aus dem Westen Wiens beinahe zum Ausgleich, als Bendeguz Bolla einen Schuss aus 20 Metern abfeuerte. Sahin-Radlinger reagierte aber mit einer Glanztat (59.).
Die Offensiv-Ideen der Hütteldorfer waren aber nach wie vor rar, deshalb reagierte der dänische Chefcoach mit einem offensiven Dreier-Wechsel (Kara, Antiste und Yusuf Demir kamen neu in die Partie).
Das 2:0 hatte aber die Austria am Fuß: Barry verpasste nach einer Ranftl-Hereingabe das lange Eck knapp (69.).
Von Rapid kam in der Offensive nach wie vor wenig, dennoch kamen die Gäste zum Ausgleich: Ein Zuspiel von Bolla wurde immer länger, Ercan Kara ging mit dem Kopf hin und hob die Kugel über Sahin Radlinger hinweg zum 1:1 ins Tor (83.). Ein Tor, das sich ganz und gar nicht abgezeichnet hatte.
Bendeguz Bolla hatte in der Nachspielzeit gar die Chance auf den Siegtreffer, doch Dragovic blockte den Versuch entscheidend ab.
FK Austria Wien – SK Rapid 1:1 (1:0)
Sonntag, 12.04.2026 (17:00 Uhr); Generali-Arena, Wien; 14.100 Zuschauer; SR Harald Lechner.
FK Austria Wien: Sahin-Radlinger; Handl, Dragovic, Wiesinger; Ranftl, Maybach (61./Wustinger), Barry, Lee Tae-Seok; Fischer (90.+2/Österreicher), Boateng (61./Saljic), Markovic (84./Schablas); Trainer: Stephan Helm.
SK Rapid: Hedl; Schöller (46./Ahoussou), Cvetkovic, Raux Yao; Bolla, Seidl, Amane (62./Y. Demir), Horn; Wurmbrand (62./Kara), Weimann (89./Grgic), Dahl (62./Antiste); Trainer: Johannes Hoff Thorup.
Tore: Boateng (34.) bzw. Kara (83.)
Gelbe Karten: Markovic, Sahin-Radlinger bzw. Wurmbrand, Horn
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Torschützenliste Bundesliga 2025/26
Fotocredit: Josef Parak