Die USA ziehen vor dem Hintergrund der Spannungen mit dem Iran den Großteil ihres Botschaftspersonals aus der libanesischen Hauptstadt Beirut ab. Ein ranghoher Mitarbeiter des US-Außenministeriums sprach am Montag in Washington von einer „vorübergehenden Maßnahme“, die die Sicherheit des US-Personals gewährleisten solle. Nach Angaben aus libanesischen Sicherheitskreisen wurden rund 40 Botschaftsmitarbeiter ausgeflogen.

Sicherheitsbeamte aus den USA und anderen westlichen Ländern sind offenbar zunehmend besorgt über Angriffe von iranischen Stellvertretern auf US-Ziele in Europa und dem Nahen Osten. So berichtet die „New York Times“ von Hinweisen auf die Planung und Koordination von Angriffen. Konkrete Pläne seien allerdings noch nicht entdeckt worden.

Allerdings sei es möglich, dass der Iran Schläferzellen – etwa von der Hisbollah oder von al-Qaida und deren Ableger – anweist, amerikanische Stützpunkte oder Botschaften anzugreifen. Ein hochrangiger US-Beamter erklärte der „New York Times“, Regierungsanalysten würden zahlreiche Aktivitäten und Planungen verfolgen.

Colin P. Clarke, Geschäftsführer des Soufan Center, eines Geheimdienst- und Beratungsunternehmens in New York, sagte der Zeitung: „Wenn die US-Militärkampagne gegen den Iran für den Obersten Führer und die ranghöchsten Mitglieder der Revolutionsgarden existenziell ist, würde ich fest damit rechnen, dass Teheran Terroranschläge im Ausland, auch in Europa, anordnen wird.“

Russland und der Iran haben offenbar einen geheimen Waffendeal im Wert von rund 500 Millionen Euro abgeschlossen. Dabei soll Russland Tausende schultergestützte Raketen an den Iran verkaufen, berichtet die Zeitung „Financial Times“. Konkret soll der Vertrag die Lieferung von 500 tragbaren „Verba“-Starteinheiten und 2.500 Boden-Luft-Raketen vom Typ 9M336 umfassen. Zudem geht es um 500 „Mowgli-2“-Nachtsichtgeräte zur Verfolgung von Flugzeugen und anderen Zielen in der Dunkelheit. Lesen Sie hier mehr dazu.

US-Präsident Donald Trump hat einem Bericht der „New York Times“ zufolge am Mittwoch im Weißen Haus deutlich gemacht, dass er bei einem Scheitern der Atomverhandlungen mit Iran nicht nur gezielte Militärschläge, sondern später auch einen großangelegten Angriff zum Sturz der Führung in Teheran in Betracht ziehe.

Für Donnerstag sind in Genf neue Gespräche zwischen Unterhändlern beider Länder angesetzt – nach Einschätzung von Beobachtern womöglich die letzte Chance, eine militärische Eskalation zu verhindern. Intern habe Trump jedoch bereits Optionen prüfen lassen, falls Iran nicht bereit sei, sein Atomprogramm vollständig aufzugeben. Beratern zufolge neige er zu einem baldigen, begrenzten Schlag, um Teheran zum Einlenken zu zwingen.