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Salzburg (Österreich) – Hinter den Kulissen der berühmten Salzburger Festspiele kracht es weiter. Nachdem am 26. März der Intendant Markus Hinterhäuser (68) wegen „Auffassungsunterschieden und Differenzen“ mit sofortiger Wirkung beurlaubt wurde, kämpften zuerst mehrere Künstler für seinen Verbleib (BILD berichtete). Jetzt setzen mächtige Unternehmer und Politiker das Kuratorium und den Präsidenten der Freunde und Förderer der Festspiele unter Druck.
Zu Hinterhäusers Unterstützern gehören u.a. das Milliardärs-Ehepaar Anita (68) und Erwin Müller (93, Drogerie-Dynastie Müller), Aldi-Milliardärin Babette Albrecht (67, Aldi Nord), die Münchner Kaffee-Königin Marianne Wille (75, „Dallmayr“), die ehemalige bayerische Staatsministerin für Justiz, Dr. Beate Merk (68), und die Passauer Unternehmerin Claudia Gugger-Bessinger.
Das schreibt Anita Müller
In einem Solidaritätsbrief, der BILD exklusiv vorliegt, kritisieren sie die Entlassung Hinterhäusers. Anita Müller schreibt: „Der Umgang mit Markus Hinterhäuser, die Art und Weise, die Gründe der Absetzung aus seinem Amt sowie die unsäglichen, einhergehenden Demütigungen seiner Person sind für uns, die nachfolgend aufgeführten Unterstützer dieses Schreibens, absolut inakzeptabel und lassen jede Form des Anstandes und Benehmens schmerzlich vermissen. So geht man mit Menschen nicht um, egal, welche Gründe auch immer zur Trennung geführt haben.“

Hier posiert Hinterhäuser mit Aldi-Milliardärin Babette Albrecht (67) 2024 in Schloss Fuschl am See bei Salzburg. Auch sie gehört zu den Unterstützern des gefeuerten Intendanten
Foto: Agency People Image
Müller kündigt Förderengagement bei Festspielen
Hinterhäuser habe die Salzburger Festspiele zu einem kulturellen Aushängeschild weltweit gemacht. Dieses Bild erleide nun erhebliche Kratzer. Die Frau von Drogerieketten-Tycoon Erwin Müller zieht auch finanzielle Konsequenzen, wie sie in dem Brief ankündigt: „Ich, Anita Müller, habe mich daher entschlossen, mein Förderengagement bei den Salzburger Festspielen ab 2027 zu kündigen.“ Inwieweit Anita Müller und ihre Mitstreiter mit ihrem Solidaritätsbrief eine Hilfe für Hinterhäuser sind, ist offen.

Hinterhäuser bei den Salzbuger Festspielen mit Dallmayr-Königin Marianne Wille (75, M.) und Claudia Gugger-Bessinger von der „Passauer Runde“. Das Foto entstand 2022
Foto: BrauerPhotos/S.Brauer
Das sagt der Intendant zu den Vorwürfen
Der „Spiegel“ hatte vor der Entlassung des Intendanten massive Anschuldigungen öffentlich gemacht. Mitarbeiter werfen Hinterhäuser demnach autoritäres Verhalten als Führungsperson vor. Eine Ex-Angestellte sagt, seine Verbalattacken hätten sich „gewalttätig angefühlt“. Im Festspielhaus herrsche „Angst“. Sie sagt, es gebe „nur einen Täter und sehr viele Opfer“, warnte zudem vor einer „Täter-Opfer-Umkehr“. Gegenüber dem Magazin räumte Hinterhäuser ein: „Ich bin ein impulsiver Mensch. Das bestreite ich gar nicht.“ Aber: „Es ist nicht so, dass ich wie ein Berserker durch das Festspielhaus gelaufen bin.“