Newsblog zum Krieg in der Ukraine

Selenskyj knöpft sich Irland vor

Aktualisiert am 01.07.2026 – 18:20 UhrLesedauer: 16 Min.

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Die irische Aluminiumraffinerie Aughinish (Archivbild): Sie gehört dem russischen Konzern Rusal. (Quelle: picture alliance / Visually | Stephen Power/dpa)

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Ein Aluminiumwerk in Irland wird zum Problem für Kiew. Russland hat mehrere Tankstellen in frontnahen Gebieten angegriffen. Alle Entwicklungen im Newsblog.

Selenskyj knöpft sich Irland vor

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat eine Einladung zum Start der irischen EU-Ratspräsidentschaft für scharfe Kritik an Geschäftsmöglichkeiten russischer Oligarchen in Europa genutzt.

Es gebe Firmen in europäischen Ländern, „deren einziger Zweck es ist, für Russland zu arbeiten“, sagte der ukrainische Staatschef bei einer Rede in Dublin. Diese seien im Besitz oder praktisch unter der Kontrolle sanktionierter russischer Oligarchen. „Sie versorgen den Aggressor weiterhin mit essenziellen Materialien, sogar jetzt“, so Selenskyj weiter. Er rief die EU dazu auf, die Sanktionen gegen Russland entsprechend zu erweitern.

In Irland hatte zuletzt der Export von Aluminiumoxid im Wert von 308 Millionen Dollar nach Russland für Debatten gesorgt. Das Rohmaterial dient zur Herstellung von Aluminium, ist aber auch für die Rüstungsproduktion von großer Bedeutung. Die Aluminiumraffinerie Aughinish – laut „Euromaiden“ Europas größte – in der irischen Grafschaft Limerick war deswegen in die Schlagzeilen geraten. Aughinish gehört dem russischen Aluminiumkonzern Rusal. Dessen Mehrheitsaktionär ist der sanktionierte Russe Oleg Deripaska.

Wegen Kriegsverbrechen: Sprengung der Nord-Stream-Pipelines – Anklage gegen Ukrainer

Serhij K. soll eine siebenköpfige Crew angeführt haben, die 2022 die Nord-Stream-Pipelines gesprengt haben soll. Nun gibt es in dem Fall eine erste Anklage. Lesen Sie den ganzen Artikel hier.

Tote nach russischen Angriffen auf Odessa und Charkiw

Bei einem russischen Raketenschlag sind im südukrainischen Gebiet Odessa mindestens zwei Menschen getötet worden. 13 weitere seien verletzt worden, teilte Militärgouverneur Oleh Kiper auf Telegram mit. Infolge des Angriffs gebe es Schäden auf dem Gelände eines Unternehmens. Ein ausgelöster Brand wurde seinen Angaben nach gelöscht.

Auch in der ostukrainischen Großstadt Charkiw hat es nach Behördenangaben Tote nach russischen Gleitbombenangriffen gegeben. Mindestens zwei Zivilisten seien getötet worden, schrieb Bürgermeister Ihor Terechow auf Telegram. Rund ein Dutzend weitere seien verletzt worden. Insgesamt hat es demnach fünf Einschläge in zwei Stadtteilen gegeben.

Zahl der Angriffe auf die Ukraine geht offenbar zurück

Russland hat die Ukraine im Juni mit deutlich weniger Drohnen und Raketen angegriffen als im Vormonat. Wie aus einer am Mittwoch veröffentlichten Analyse der Nachrichtenagentur AFP auf Grundlage von Daten der ukrainischen Luftwaffe hervorgeht, attackierte Moskau das Nachbarland mit 5.749 Drohnen und 180 Raketen. Bei den Drohnen betrug der Rückgang 29 Prozent, bei den Raketen 15 Prozent. Mehrere Zivilisten wurden bei den Angriffen getötet.

Der Rückgang folgt auf mehrere Monate mit besonders massiven russischen Luftangriffen. Im Mai hatte Russland die Ukraine nach einer AFP-Auswertung mit der höchsten monatlichen Zahl an Drohnen seit Beginn des Angriffskrieges im Februar 2022 attackiert. Damals setzte Moskau mindestens 8.150 Langstreckendrohnen und 211 Raketen ein.