
Vom Millionenüberschuss direkt in die roten Zahlen: Der NDR muss nach einem Millionen-Defizit den Gürtel enger schnallen. Wie die Einsparungen von Statten gehen sollen, welche Programme bald fehlen…
Vom Millionenüberschuss ins Defizit
Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) ist innerhalb eines Jahres von einem deutlichen Überschuss in die roten Zahlen gerutscht. Nach einem Plus von 147,1 Millionen Euro im Jahr 2023 weist der Geschäftsbericht für 2024 nun ein Defizit von 18,1 Millionen Euro aus. Die Gesamtausgaben stiegen auf 1,293 Milliarden Euro. Grundlage der veröffentlichten Zahlen ist der Bericht an die Landesparlamente der NDR-Staatsvertragsländer über die wirtschaftliche und finanzielle Lage des Norddeutschen Rundfunks.
Höhere Personalkosten belasten Haushalt
Als wesentliche Gründe für das Millionen-Minus nennt der NDR deutlich höhere Personalkosten, unter anderem infolge des Tarifabschlusses Ende 2024 sowie gestiegener Aufwendungen für die Altersversorgung. Gleichzeitig gingen die Einnahmen aus dem Rundfunkbeitrag um 36 Millionen Euro zurück, weil positive Einmaleffekte aus einem früheren Meldedatenabgleich ausblieben.
Weitere Stellen werden gestrichen
Die angespannte Finanzlage hat unmittelbare Folgen. Der NDR setzt seinen Sparkurs fort und reduziert die Zahl der Planstellen weiterhin um 0,5 Prozent pro Jahr. Bereits im Wirtschaftsplan 2026 wurden erneut Stellen abgebaut. Neue Stellen kamen nicht hinzu. Zudem sollen freiwerdende Arbeitsplätze insbesondere in Produktion und Verwaltung weiterhin nicht nachbesetzt werden. Damit will der Sender seine Personalkosten dauerhaft senken.
Mehrere Programme werden eingestellt
Auch das Programmangebot wird verkleinert. Ab Januar 2027 beendet der NDR die digital verbreiteten Hörfunkprogramme „NDR Blue“, „NDR Schlager“ und „NDR Info Spezial“. Außerdem wird der von „ARD-aktuell“ verantwortete lineare Nachrichtensender „tagesschau24“ Ende 2026 eingestellt. Hintergrund ist der Reformstaatsvertrag für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, der eine stärkere Bündelung von Angeboten vorsieht.
Trotz Sparmaßnahmen hohe Reichweiten
Ungeachtet der schwierigen Finanzlage verweist der NDR auf eine positive Entwicklung bei den Einschaltquoten. Das NDR Fernsehen erreichte 2025 in Norddeutschland nach Senderangaben einen Marktanteil von 8,4 Prozent und damit den höchsten Wert seit 21 Jahren. Auch die Tagesschau erzielte laut NDR die höchsten Marktanteile seit Beginn der modernen Quotenmessung. Die wirtschaftlichen Herausforderungen bleiben dennoch bestehen.
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140726 NDR Minus 2024: NDR