ARD-Tarifrunde: Einigung beim BR, doch der Druck auf WDR, NDR und SWR steigt

Die Tarifrunde bei den ARD-Sendern bringt einen ersten Abschluss. Beim Bayerischen Rundfunk (BR) haben sich ver.di und die Arbeitgeberseite geeinigt. Für die Beschäftigten bei WDR, NDR und SWR gehen die Verhandlungen dagegen weiter. Die Gewerkschaft hält an ihrer Forderung nach sieben Prozent mehr Gehalt und Honorar, mindestens aber 300 Euro monatlich, fest.

BR erzielt Tarifeinigung

Beim Bayerischen Rundfunk ist die Tarifauseinandersetzung beendet. Vereinbart wurden 1,23 Prozent mehr Entgelt ab dem 1. Februar 2026, weitere 2,5 Prozent ab dem 1. April 2027 sowie bis zu zwei Prozent ab dem 1. April 2028. Der Abschluss umfasst zudem strukturelle Verbesserungen und ein Maßnahmenpaket für den journalistischen und technischen Nachwuchs. „Unser Ziel war es, den BR als attraktiven Arbeitgeber für junge Menschen zu stärken. Dies ist uns mit diesem Tarifergebnis gelungen“, sagte ver.di-Verhandlungsführerin Annette Greca.

Für WDR, NDR und SWR ist dagegen noch keine Einigung in Sicht. Die Sender hatten eine Laufzeit von 35 Monaten und jährliche Erhöhungen von höchstens zwei Prozent vorgeschlagen. ver.di kritisiert die Angebote als zu niedrig. Nach Angaben der Gewerkschaft bleiben sie deutlich hinter dem Tarifabschluss des öffentlichen Dienstes und den von der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) anerkannten Personalkostensteigerungen zurück. Die KEF hatte für die ARD rund 2,5 Prozent für 2026 sowie jeweils drei Prozent für 2027 und 2028 vorgesehen.

Was bisher geschah

Die Tarifverhandlungen laufen seit Ende Januar 2026. Nachdem die Gespräche über Monate ohne Abschluss geblieben waren, rief ver.di am 30. April 2026 zu gemeinsamen Arbeitsniederlegungen auf. Im Juni folgten weitere Streiks. Am 18. Juni legten Beschäftigte zeitgleich bei WDR, NDR, BR und SWR die Arbeit nieder. Zuvor hatte der WDR eine Tarifeinigung mit der Vereinigung der Rundfunk-, Film- und Fernsehschaffenden (VRFF) bekannt gegeben, allerdings ohne Beteiligung von ver.di und dem Deutschen Journalistenverband (DJV).

Beim NDR sorgten zudem geplante Regelungen zu möglichen Versetzungen innerhalb der ARD für Konflikte. Die Gewerkschaft ver.di warnte vor einem ARD-weiten „Verschiebebahnhof“ und kritisierte, dass Beschäftigten bei einer Verweigerung unter bestimmten Umständen sogar die Kündigung drohen könne. Sie hält trotz der Einigung beim BR an ihrer Forderung nach sieben Prozent mehr Gehalt und Honorar fest. Die Gewerkschaft verlangt zudem eine Laufzeit von zwölf Monaten und für Auszubildende im öffentlich-rechtlichen Rundfunk mindestens 200 Euro mehr im Monat.

Die wichtigsten Fakten

BR: Tarifeinigung mit ver.di erzielt

1. Februar 2026: 1,23 Prozent mehr Entgelt

1. April 2027: 2,5 Prozent mehr Entgelt

1. April 2028: bis zu 2 Prozent mehr Entgelt

WDR, NDR und SWR: Tarifverhandlungen laufen weiter

ver.di-Forderung: 7 Prozent mehr Gehalt und Honorar

Mindestforderung: 300 Euro mehr im Monat

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Bildquelle:

200726 BR Minus 2025: BR / Raphael Kast