In Belgien wütet der größte Brand in der Geschichte des Landes. Mehrere Tote sind in Griechenland und Spanien zu beklagen. Auch in Frankreich, Kroatien, und den Balkan-Ländern kämpfen die Feuerwehren weiterhin gegen Dutzende Waldbrände. Tausende Menschen mussten sich in Sicherheit bringen.
Hitze und Dürre herrschen weiterhin in vielen europäischen Ländern. Die Folge: Immer wieder brechen Waldbrände aus, die sich durch die trockenen Böden rasch ausbreiten. Aus mehreren Ländern werden Tote gemeldet. Die Einsatzkräfte sind gefordert. Ein Überblick:
Belgien
In Belgien wütet derzeit der größte Waldbrand in der Geschichte des Landes. Die Bekämpfung des Feuers im Naturschutzgebiet Hohes Venn direkt an der Grenze zu Deutschland geht auch am Montag weiter.
Der Brand im Naturschutzgebiet Hohes Venn entwickelte sich zum größten in der belgischen Geschichte.
© DIMITRI KORCZAK
Der Einsatz sei besonders schwierig, hieß es von der belgischen Feuerwehr. „Wir stehen hier vor einem Problem“, sagte ein Sprecher. „Der Boden besteht aus Torf, an der Oberfläche ist Gras. Dadurch kann sich das Feuer schnell ausbreiten.“ Etwa 30 Bewohner der deutschen Stadt Monschau-Kalterherberg waren am Sonntagabend wegen einer möglichen starken Rauchbelastung evakuiert worden.
Auch Landwirte helfen mit Güllefässern bei der Brandbekämpfung.
© JOHN THYS
Griechenland
Auch in Griechenland kämpfen Einsatzkräfte gegen Brände. Auf der Insel Salamis nahe Athen wurden am Wochenende zwei Leichen geborgen. Es handelt sich um ein älteres Paar, das von den Flammen in der Nähe seines Zuhauses eingeschlossen wurde. Hunderte Urlauber und Einheimische wurden zur Evakuierung aufgerufen.
Mehrere Häuser und Autos wurden auf der Insel Salamis bereits durch das Feuer zerstört. Hunderte Menschen mussten flüchten.
© IMAGO/Romanos Lioutas
Die Küstenwache entsandte nach eigenen Angaben fünf Patrouillenboote nach Salamis, um Badegäste und Bewohner in Sicherheit zu bringen, auch Privatboote kamen zur Hilfe. Rund 200 Feuerwehrleute sowie sechs Löschflugzeuge und sieben Hubschrauber waren im Einsatz gegen die in bewohntem Gebiet tobenden Feuer. Mittlerweile sei der Brand unter Kontrolle gebracht worden, hieß es Montagfrüh.
Mit Booten der Küstenwache, aber auch von Privatpersonen, wurden Menschen in Sicherheit gebracht.
© YANNIS PANAGOPOULOS
Auf der Ägäis-Insel Skiros brachte die Feuerwehr unterdessen einen Waldbrand am Sonntag weitgehend unter Kontrolle. Insgesamt brachen in Griechenland innerhalb von 24 Stunden 34 Brände aus, wie die Feuerwehr mitteilte.
Spanien
In der nordostspanischen Region Aragonien brach vor einigen Tagen ein Feuer aus. Ein am Löscheinsatz beteiligter Soldat kam ums Leben, wie der Regionalpräsident mitteilte. Örtlichen Medien zufolge hatte sich sein Fahrzeug überschlagen.
Spanien ist geübt in der Bekämpfung von Waldbränden. Die Situation im heurigen Sommer ist dennoch mehr als fordernd.
© IMAGO/Verónica Lacasa
An den Löscharbeiten im Pyrenäen-Ort Las Peñas de Riglos waren hunderte Einsatzkräfte beteiligt. Der seit Tagen wütende Waldbrand bedrohte ein mittelalterliches Kloster. Von dort waren am Donnerstag die Gebeine der ersten Könige des mittelalterlichen Königreichs Aragón in Sicherheit gebracht worden. Auch Kunstwerke und ein Kelch wurden geborgen, während auf den umliegenden Hügeln die Flammen loderten. Zudem mussten hunderte Menschen aus umliegenden Orten ihre Häuser verlassen.
Wertvolle Reliquien wurden aus dem Kloster San Juan de la Pena geborgen. Die Flammen könnten auf den historischen Ort übergreifen.
© OSCAR DEL POZO
In der südspanischen Region Andalusien konnten hunderte zuvor evakuierte Menschen in ihre Häuser zurückkehren. Dort hatte ein Waldbrand innerhalb von zehn Tagen mehr als 25.000 Hektar Vegetation verwüstet, erst am Sonntag konnte das Feuer unter Kontrolle gebracht werden.
Regionen in Portugal, vor allem im Norden, sind ebenso von Bränden betroffen.
Italien
In Italien ist vor allem die südliche Hälfte des Landes von Bränden betroffen. Aber auch im Norden gibt es Feuer: Die Lage bei einem seit Tagen wütenden Waldbrand in der Provinz Udine spitzte sich weiter zu. Die Behörden ordneten vorsorglich die Evakuierung des Ortsteils Pissebus der Gemeinde Tolmezzo an. Trotz des Einsatzes von Feuerwehr, Zivilschutz, Freiwilligen und Forstbehörden sowie von drei Hubschraubern und einem Löschflugzeug konnte der Brandherd bisher nicht zurückgedrängt werden.
Auf einem Satellitenbild war zu sehen, wie die Rauchschwaden von Udine nach Kärnten und in die Steiermark ziehen.
© TAUERNWETTER / DATEN: COPERNICUS
Kroatien
Auch auf dem Balkan brannte es. In Kroatien nahm die Polizei vier Verdächtige wegen mutmaßlicher Brandstiftung fest. Sie werden verdächtigt, Brände in der Region Zadar im Zentrum der kroatischen Adriaküste ausgelöst zu haben. Die Polizei prüft zudem, ob es auch in der Region Omis weiter im Süden Anzeichen für Brandstiftung gibt. Dort kam bei einem Brand in der Nacht zum Freitag ein Mensch ums Leben.
Nahe der Stadt Omis südlich von Split mussten Menschen ihre Autos auf der Straße stehen lassen, um ihr Leben zu retten.
© MIROSLAV LELAS
Brände werden zudem aus Montenegro, Serbien, Bosnien, Nordmazedonien und Albanien gemeldet.
Frankreich
In Frankreich beruhigte sich die Lage am Sonntag, sowohl in den Ardennen an der Grenze zu Belgien als auch im Südwesten des Landes. Dort hatten die Flammen knapp hundert Kilometer südlich der Stadt Bordeaux seit Donnerstag rund 1.700 Hektar Vegetation vernichtet. Ende Juli hatte ein riesiger Brand in der Nähe der Stadt bereits mehr als 40.000 Hektar Land verwüstet. (APA, AFP, dpa, TT.com)
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