{"id":100056,"date":"2026-04-13T12:11:11","date_gmt":"2026-04-13T12:11:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/100056\/"},"modified":"2026-04-13T12:11:11","modified_gmt":"2026-04-13T12:11:11","slug":"menopause-beschleunigt-ms-progression-nicht-gelbe-liste","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/100056\/","title":{"rendered":"Menopause beschleunigt MS-Progression nicht | Gelbe Liste"},"content":{"rendered":"<p>        <img decoding=\"async\" class=\"articleimage lazy-load\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/menopausale-frau-migr\u00e4ne.webp.webp\" alt=\"Menopausale Frau Migr\u00e4ne\" title=\"Menopausale Frau Migr\u00e4ne\"\/> <\/p>\n<p>Menopause und MS-Progression: Fragestellung mit hoher klinischer Relevanz<\/p>\n<p>Die schubf\u00f6rmige<a href=\"https:\/\/www.gelbe-liste.de\/krankheiten\/multiple-sklerose\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"> Multiple Sklerose<\/a> betrifft Frauen deutlich h\u00e4ufiger als M\u00e4nner. Da der Erkrankungsbeginn h\u00e4ufig im fr\u00fchen Erwachsenenalter liegt, erleben viele Patientinnen die Menopause im Verlauf der Erkrankung. Unklar war bislang, ob hormonelle Ver\u00e4nderungen im Rahmen der Menopause die Behinderungsprogression beschleunigen.<\/p>\n<p>Gro\u00dfe Registerstudie mit longitudinalem Ansatz<\/p>\n<p>Die vorliegende retrospektive Kohortenstudie nutzte prospektiv erhobene Daten aus dem australischen MSBase-Register. Eingeschlossen wurden 987 Frauen mit schubf\u00f6rmiger MS und dokumentiertem menopausalem Status. Die Analyse verglich pr\u00e4menopausale und postmenopausale Krankheitsphasen innerhalb derselben Population.<\/p>\n<p>Als prim\u00e4rer Endpunkt galt die Zeit bis zur best\u00e4tigten Behinderungsprogression \u00fcber sechs Monate. Sekund\u00e4r wurde der \u00dcbergang in eine sekund\u00e4r progrediente MS analysiert. Zus\u00e4tzlich untersuchten die Autoren, ob die Menopause einen Wendepunkt im Verlauf der EDSS (Expanded Disability Status Scale)-Werte darstellt.<\/p>\n<p>Kein unabh\u00e4ngiger Effekt der Menopause auf die Behinderungsprogression<\/p>\n<p>Nach multivariabler Adjustierung zeigte sich kein Zusammenhang zwischen Menopause und einem erh\u00f6hten Risiko f\u00fcr Behinderungsprogression oder f\u00fcr den \u00dcbergang in eine sekund\u00e4r progrediente Verlaufsform. Die Menopause erwies sich auch nicht als signifikanter Wendepunkt im longitudinalen EDSS-Verlauf.<\/p>\n<p>Die unadjustierten Analysen zeigten zwar h\u00f6here Progressionsraten bei postmenopausalen Frauen. Dieser Effekt verschwand jedoch nach Ber\u00fccksichtigung relevanter St\u00f6rfaktoren.<\/p>\n<p>Alter und Krankheitsdauer als entscheidende Einflussgr\u00f6\u00dfen<\/p>\n<p>Stattdessen best\u00e4tigte die Studie bekannte Pr\u00e4diktoren der MS-Progression. Ein h\u00f6heres Alter bei Krankheitsbeginn, eine l\u00e4ngere Krankheitsdauer sowie ein h\u00f6herer EDSS-Ausgangswert erh\u00f6hten das Progressionsrisiko signifikant. Die Autoren interpretieren die Ergebnisse dahingehend, dass altersabh\u00e4ngige neurodegenerative Prozesse eine gr\u00f6\u00dfere Rolle spielen als die reproduktive Alterung selbst.<\/p>\n<p>Auch bei Frauen mit fr\u00fcher Menopause vor dem 45. Lebensjahr fand sich kein erh\u00f6htes Progressionsrisiko.<\/p>\n<p>Einordnung f\u00fcr die klinische Praxis<\/p>\n<p>Die Ergebnisse liefern eine wichtige Botschaft f\u00fcr die Beratung von Patientinnen mit MS. Die Menopause allein stellt keinen eigenst\u00e4ndigen Risikofaktor f\u00fcr eine beschleunigte Behinderungszunahme dar. Dennoch k\u00f6nnen menopausale Symptome wie Fatigue, kognitive Beschwerden oder Stimmungsschwankungen die Krankheitswahrnehmung beeinflussen und sollten differenziert adressiert werden.<\/p>\n<p>Die Autoren betonen, dass ein ganzheitliches Management der menopausalen Phase sinnvoll bleibt, ohne die Menopause als Treiber der MS-Progression zu \u00fcberbewerten.<\/p>\n<p>Ausblick auf weitere Forschung<\/p>\n<p>K\u00fcnftige Studien sollten gezielt untersuchen, wie sich reproduktive Alterung und biologische Alterungsprozesse gegenseitig beeinflussen. Zudem bleibt offen, ob spezifische Funktionsbereiche wie Kognition durch die Menopause st\u00e4rker betroffen sind als globale Behinderungsma\u00dfe.<\/p>\n<p>Die aktuelle Analyse spricht jedoch klar gegen die Annahme, dass die Menopause per se den Verlauf der Multiplen Sklerose verschlechtert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Menopause und MS-Progression: Fragestellung mit hoher klinischer Relevanz Die schubf\u00f6rmige Multiple Sklerose betrifft Frauen deutlich h\u00e4ufiger als M\u00e4nner.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":100057,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[20],"tags":[46,42,36837,36838,124,123,1387,2274,44,36839],"class_list":{"0":"post-100056","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-gesundheit","8":"tag-at","9":"tag-austria","10":"tag-behinderungsprogression","11":"tag-edss","12":"tag-gesundheit","13":"tag-health","14":"tag-menopause","15":"tag-multiple-sklerose","16":"tag-oesterreich","17":"tag-spms"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116397335125583115","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/100056","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=100056"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/100056\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/100057"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=100056"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=100056"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=100056"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}