{"id":10099,"date":"2026-02-24T09:55:09","date_gmt":"2026-02-24T09:55:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/10099\/"},"modified":"2026-02-24T09:55:09","modified_gmt":"2026-02-24T09:55:09","slug":"so-gut-ist-marty-supreme-mit-timothee-chalamet-und-gwyneth-paltrow","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/10099\/","title":{"rendered":"So gut ist &#8222;Marty Supreme&#8220; mit Timoth\u00e9e Chalamet und Gwyneth Paltrow"},"content":{"rendered":"<p class=\"initial richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\"><a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/tischtennis\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Tischtennis<\/a> und <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/kino\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Kino<\/a> haben gemeinsame Wurzeln. Das Material der Wahl f\u00fcr Filmmaterial wie auch die kleinen B\u00e4lle war lange der Kunststoff Zelluloid. Und ein Herr namens Ivor Montagu \u2013 Autor, Regisseur und Haus-und-Hof-Produzent des jungen <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/alfred-hitchcock\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Alfred Hitchcock<\/a> \u2013, gr\u00fcndete vor rund hundert Jahren den Tischtennis-Weltverband ITTF.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Doch Film galt und gilt als glamour\u00f6s \u2013 Tischtennis eher weniger. Auf der gro\u00dfen Leinwand kommt der Breitensport trotz aller Beliebtheit deshalb kaum vor; \u201eForrest Gump\u201c ist eine der wenigen Ausnahmen, der Klamauk \u201eBalls of Fury\u201c fiel 2007 bei Publikum und Kritikern durch. Das Gegenteil ist bei \u201eMarty Supreme\u201c der Fall: Das Sport-Drama mit Starbesetzung hat mehr als 150 Millionen Dollar eingespielt, erhielt gl\u00e4nzende Kritiken sowie gleich neun Oscar-Nominierungen. Auch f\u00fcr das renommierte Studio A24 (\u201eEx Machina\u201c, \u201eEverything Everyhwere All at Once\u201c, \u201eThe Whale\u201c) ist das au\u00dfergew\u00f6hnlich.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die Handlung ist schnell erkl\u00e4rt: Wir schreiben das Jahr 1952, der Mittzwanziger Marty Mauser (Timoth\u00e9e Chalamet) ist das \u00f6de Dasein als Schuhverk\u00e4ufer im Laden seines Onkels Murray in <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/new-york\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">New York<\/a> City satt. Er tr\u00e4umt den alten Amerikanischen Traum von sozialem Aufstieg durch finanzielle Unabh\u00e4ngigkeit. Er ist fest entschlossen, vom Niemand zum Weltmeister und Superstar zu werden im Nischensport.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Den gern bel\u00e4chelten kleinen Bruder des Tennis scheint Marty nicht mal sonderlich zu m\u00f6gen \u2013 aber er sieht ihn als reif f\u00fcr den Durchbruch, hat ein H\u00e4ndchen daf\u00fcr und in Form langer Trainingsstunden auch viel investiert. F\u00fcr ihn ist Tischtennis eine Art Kampfsport.<\/p>\n<p>\u201eIch mache mit ihm, was Auschwitz nicht geschafft hat\u201c      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Als sein Onkel das Versprechen bricht, ihm die Reise zu den British Open in einer Halle direkt neben dem Londoner Wembley-Stadion zu finanzieren, raubt Marty Geld aus dem Firmen-Safe. Bei dem prestigetr\u00e4chtigen Turnier kommt es zum Duell gegen den mehrfachen Ex-Weltmeister B\u00e9la Kletzki (G\u00e9za R\u00f6hrig). Reportern gegen\u00fcber prahlt Marty: \u201eIch mache mit ihm, was Auschwitz nicht geschafft hat. Ich bring&#8217;s zu Ende.&#8220; Er d\u00fcrfe das, schiebt er hinterher. \u201eIch bin Jude. Und Hitlers gr\u00f6\u00dfter Albtraum.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Um einen Gesch\u00e4ftsmann zu umgarnen, den er als Sponsor umgarnen will, zieht er jedes Register. Zun\u00e4chst dr\u00e4ngt er Kletzki, von seinen Erlebnissen im KZ Auschwitz-Birkenau zu erz\u00e4hlen. Kaum erw\u00e4hnt der Multimillion\u00e4r, dass sein Sohn im Zweiten Weltkrieg im Kampf gegen die Japaner gefallen ist, schwadroniert Marty davon, seinem japanischen Finalgegner eine \u201edritte Atombombe an den Kopf zu werfen\u201c.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Der Protagonist verspr\u00fcht Energie und Charisma noch und n\u00f6cher, bleibt aber ein ungeheurer Unsympath. Zugutehalten darf, ja muss man ihm dabei, dass er sozusagen aus permanenter Notwehr handelt. Er w\u00fctet und flirtet, schockiert und schleimt, beleidigt, l\u00fcgt und betr\u00fcgt, weil er keine Alternative sieht.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Martys Traum ist eine Seifenblase, und st\u00e4ndig ist er auf der Flucht, ob vor seiner manipulativen Mutter, seinem herrischen Onkel, korrupten Polizisten oder den Opfern, die er an der Platte als \u201eHustler\u201c ausgebufft um ihr Geld bringt. Atemlos durch die Nacht. Und den folgenden Tag. Und die Nacht darauf. Und immer so weiter. Marty tanzt \u00fcber Abgr\u00fcnden aller Art, nicht zuletzt in Form von Aff\u00e4ren mit verheirateten Frauen.<\/p>\n<p>Die Tischtennisspieler Marty Mauser, B\u00e9la Kletzki und Koto Endo haben historische Vorbilder      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die Hauptcharaktere haben historische Vorbilder: Marty Mauser basiert auf dem exzentrischen New Yorker Original Marty Reisman, B\u00e9la Kletzki auf dem polnischen Auschwitz-\u00dcberlebenden und mehrfachen Vize-Weltmeister Alojzy \u201eAlex\u201c Ehrlich. F\u00fcr Martys gro\u00dfen Rivalen Koto Endo (Koto Kawaguchi) stand Hiroji Satoh Pate: Der Japaner hatte als erster Profi einen Schwamm zwischen seinen Holzschl\u00e4ger und den Gummibelag geklebt, was deutlich mehr Spin, also schwierigere Schl\u00e4ge erm\u00f6glicht.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die sensationellen Kulissen, Kost\u00fcmen und Requisiten bannt Darius Khondji (70), der unter anderem Michael Hanekes Meisterwerk \u201eLiebe\u201c in Szene setzte, in intensive Bilder. Der arg kapriolenreichen Story muss man sich ein St\u00fcck weit hingeben wollen. Aber so oder zumindest so \u00e4hnlich d\u00fcrften sie wohl gewesen sein, die wildesten Ausschnitte aus dem Leben eines \u00dcberlebensk\u00fcnstlers im New York City der Nachkriegsjahre: Extrem laut und unglaublich nah.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Exzellent ist die Besetzung: <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/timothee-chalamet\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Timoth\u00e9e Chalamet<\/a> gl\u00e4nzt als Antiheld, mit Charme, Chuzpe und herzlich wenig Skrupeln. Er \u00fcbervorteilt sie alle, vom eher entfernten Bekannten Dion (Luke Manley), bis zu seinem besten Freund Wally (Rapper Tyler, The Creator).<\/p>\n<p>Eine gl\u00e4nzende Gwyneth Paltrow und ein Wiedersehen mit der \u201eNanny\u201c Fran Drescher      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Bei den Darstellerinnen wird es noch besser: Altmeisterin <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/gwyneth-paltrow\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Gwyneth Paltrow<\/a> gibt hinrei\u00dfend die abgehalfterte Film-Diva Kay Stone. Und als Martys schnell schwangere Jugendliebe Rachel gl\u00e4nzt die bislang eher unbekannte Odessa A&#8217;zion. F\u00fcr beide Rollen ist keine bessere Besetzung vorstellbar.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Bei den Nebenrollen gibt es ein wahres Schaulaufen der Promis: Fran Drescher, in den Neunzigern bekannt als Hauptdarstellerin der Sitcom \u201eDie Nanny\u201c, spielt Martys strenge Mutter. Der kanadische Investor Kevin O\u2019Leary spielt einen fiesen Million\u00e4r, der vielfach preisgekr\u00f6nte Regisseur Abel Ferrera einen irren Hundebesitzer, der Basketball-Altstar George Gervin einen Tischtennisclub-Betreiber \u2013 und die deutsche Tischtennis-Legende <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/timo-boll\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Timo Boll<\/a> einen 08\/15-Gegner f\u00fcr Marty, einige wenige Sekunden lang.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Apropos: Chalamet soll sieben Jahre (!) lang Tischtennis trainiert haben, selbst w\u00e4hrend der W\u00fcsten-Drehs f\u00fcr die \u201eDune\u201c-Blockbuster. Ob man das dem Film ansieht, ist schwer zu sagen. Trotz enormen Aufwands f\u00fcr die choreografierten Ballwechsel wurden n\u00e4mlich viele B\u00e4lle letztlich doch per Computer-Effekt eingef\u00fcgt. In welchem Umfang, kann (oder will) Regisseur Josh Safdie nicht sagen. Aber der Sport erscheint ohnehin meist als Mittel zum Zweck \u2013 da nehmen sich Regisseur und Protagonist leider nichts.<\/p>\n<p class=\"italic richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201eMarty Supreme\u201c ist 150 Minuten lang und l\u00e4uft ab Donnerstag, 26. Februar im Kino.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Tischtennis und Kino haben gemeinsame Wurzeln. 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