{"id":102191,"date":"2026-04-14T14:20:08","date_gmt":"2026-04-14T14:20:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/102191\/"},"modified":"2026-04-14T14:20:08","modified_gmt":"2026-04-14T14:20:08","slug":"grasser-privatkonkurs-verfahren-gestartet-vienna-at","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/102191\/","title":{"rendered":"Grasser-Privatkonkurs: Verfahren gestartet &#8211; VIENNA.AT"},"content":{"rendered":"<p>            Von<\/p>\n<p>              .<\/p>\n<p>            &#8211;<\/p>\n<p>              14.04.2026 15:44<\/p>\n<p>              (Akt. 14.04.2026 15:56)<\/p>\n<p>      <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Artikelbilder-Robert60-vodl-10109876-4-3-1440x1080.jpg\"   alt=\"Pr\u00fcfungstagsatzung im Privatkonkursverfahren gegen Grasser im Bezirksgericht Kitzb\u00fchel.\" title=\"Pr\u00fcfungstagsatzung im Privatkonkursverfahren gegen Grasser im Bezirksgericht Kitzb\u00fchel.\"\/><\/p>\n<p>                    Pr\u00fcfungstagsatzung im Privatkonkursverfahren gegen Grasser im Bezirksgericht Kitzb\u00fchel.<br \/>\n                     \u00a9APA\/Canva<\/p>\n<p>\n        Die erste Pr\u00fcfungstagsatzung im Privatinsolvenzverfahren gegen Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser (zuerst FP\u00d6, dann \u00d6VP-nahe) fand am Dienstagvormittag am Bezirksgericht in Kitzb\u00fchel statt.\n      <\/p>\n<p>Bei der Pr\u00fcfungstagsatzung meldeten acht Gl\u00e4ubiger erwartungsgem\u00e4\u00df Forderungen in H\u00f6he von \u00fcber 35,6 Millionen Euro an. Der Insolvenzverwalter erkannte schlie\u00dflich Forderungen in H\u00f6he von 23,1 Millionen Euro an, w\u00e4hrend der Rest bestritten wurde. Grasser erschien, wie bereits angek\u00fcndigt, nicht zu der \u00fcber eineinhalbst\u00fcndigen Verhandlung.<\/p>\n<p>\n            Republik \u00d6sterreich bei Grasser-Privatkonkurs Hauptgl\u00e4ubiger\n          <\/p>\n<p>Hauptgl\u00e4ubigerin im Insolvenzverfahren gegen den fr\u00fcheren Finanzminister (2000 bis 2007) ist die Republik \u00d6sterreich. Zum einen werden 12,9 Mio. Euro an Schadensersatz aus dem Buwog-Strafverfahren begehrt. Zum anderen besteht eine Steuerforderung der Finanz \u00fcber 10,1 Mio. Euro. Diese Anspr\u00fcche wurden vom Innsbrucker Insolvenzverwalter Herbert Matzunski in der nicht-\u00f6ffentlichen Verhandlung allesamt als berechtigt angesehen. Insgesamt 15 Forderungen waren in dem Verfahren gegen den 57-j\u00e4hrigen fr\u00fcheren Spitzenpolitiker angemeldet worden.<\/p>\n<p>Bestritten wurde hingegen ein bedingter Anspruch bzw. eine bedingte Forderung \u00fcber knapp 12,5 Mio. Euro gegen Grasser, die dem Vernehmen nach der ebenfalls im Buwog-Prozess verurteilte Ex-Immofinanz-Chef Karl Petrikovics gestellt hatte. Damit h\u00e4lt sich dieser den Weg des Regresses bei Grasser offen. Denn die idente Forderung in der H\u00f6he war ja bereits von der Republik angemeldet worden. Das hei\u00dft: Sollte Grasser die Forderung nicht begleichen k\u00f6nnen und dann eventuell Petrikovics &#8222;zum Handkuss&#8220; kommen, k\u00f6nnte dieser wiederum einen Ersatzanspruch gegen Grasser stellen.<\/p>\n<p>\n            Zweite Tagsatzung mit Zahlungsplan-Entscheidung wahrscheinlich im Fr\u00fchherbst\n          <\/p>\n<p>Spannend wird es vor allem bei der zweiten Pr\u00fcfungstagsatzung werden, deren genauer Termin noch nicht feststeht. Denn dann soll \u00fcber den Zahlungsplanantrag Grassers abgestimmt bzw. entschieden werden. Der Ex-Finanzminister hatte eine Entschuldung \u00fcber eine Barquote von 3 Prozent bzw. 700.000 Euro innerhalb von zwei Wochen durch Mittel von &#8222;dritter Seite&#8220; angeboten. An diesem Angebot \u00e4nderte sich am Dienstag nichts. Er erwarte nach derzeitigem Stand, dass diese zweite, entscheidende Tagsatzung im Fr\u00fchherbst am Bezirksgericht Kitzb\u00fchel stattfinden werde, jedenfalls nicht davor, erkl\u00e4rte Insolvenzverwalter Matzunski nach der Verhandlung gegen\u00fcber der APA. Sein Mandant werde dann jedenfalls anwesend sein, betonte indes Grassers Anwalt Thomas Payer.<\/p>\n<p>\n            Grasser-Privatkonkurs: Konten in Liechtenstein im Fokus\n          <\/p>\n<p>Bis dahin muss aber noch das komplette Verm\u00f6gen Grasser verwertet und der Insolvenzmasse zugef\u00fchrt werden. Dieses noch &#8222;offene Verm\u00f6gen&#8220; dreht sich vor allem um Konten mit Guthaben in Liechtenstein, die Matzunski bis Fr\u00fchherbst &#8222;knacken&#8220; will und die offenbar Grasser zugerechnet werden. Eine Auszahlung scheitert derzeit daran, dass ein gerichtliches Verf\u00fcgungsverbot \u00fcber diese Konten ausgesprochen wurde. Dies h\u00e4nge mit einem staatsanwaltschaftlichen Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Geldw\u00e4sche zusammen. Jedenfalls sollen auf den Konten mehrere hunderttausend Euro liegen.<\/p>\n<p>Bisher konnte der Masseverwalter laut dem Gl\u00e4ubigerschutzverband KSV1870 nur rund 200.000 Euro bei Grasser einbringen. 40.000 Euro stammten aus der Aufl\u00f6sung einer Lebensversicherung, 25.000 Euro aus dem Verkauf einer Uhr, mehr als 150.000 Euro aus der Aufhebung der Beschlagnahme eines Bankguthabens. Seit dem Jahr 2024 war Grasser \u00fcbrigens laut eigenen Angaben auf Zuwendungen seiner Frau, der Unternehmerin und Swarovski-Millionenerbin Fiona Pacifico Griffini-Grasser, angewiesen. Sein Verm\u00f6gen habe er im Wesentlichen f\u00fcr das Buwog-Strafverfahren aufbrauchen m\u00fcssen, gab der 57-J\u00e4hrige im Insolvenzverfahren an.<\/p>\n<p>\n            Intensive Verm\u00f6genser\u00f6rterung\n          <\/p>\n<p>Dass die Verhandlung am Dienstag mehr als eineinhalb Stunden und nicht wie erwartet lediglich maximal eine halbe Stunde dauerte, hing offenbar mit der doch etwas intensiveren Er\u00f6rterung des Verm\u00f6gens bzw. des Verbleibs des fr\u00fcheren Verm\u00f6gens Grassers zusammen. Gl\u00e4ubigerschutzverb\u00e4nde wie Creditreform und der Alpenl\u00e4ndische Kreditorenverband machten klar, dass sie es f\u00fcr notwendig halten, wegen der &#8222;Person des Schuldners&#8220;, seiner &#8222;hohen Ausbildung&#8220; und des &#8222;\u00fcber viele Jahre bezogenen \u00fcberdurchschnittlichen Einkommens&#8220; dahingehend noch eingehendere Fragen an ihn zu stellen. Bei der n\u00e4chsten Verhandlung werde Grasser dann schlie\u00dflich das Verm\u00f6gensverzeichnis zur Unterfertigung vorgelegt werden. Ein solches hatte der Ex-Politiker mit dem Insolvenzantrag vorgelegt, war aber offenbar zumindest in einem Punkt noch unvollst\u00e4ndig.<\/p>\n<p>\n            Zustimmung f\u00fcr Zahlungsplan h\u00e4ngt von Republik ab\n          <\/p>\n<p>Eines ist jedenfalls klar: F\u00fcr die Annahme des Zahlungsplanes und die von Grasser angestrebte Entschuldung braucht es die Zustimmung des Hauptgl\u00e4ubigers Republik \u00d6sterreich. Und hier k\u00f6nnte Ungemach f\u00fcr Grasser drohen: Denn mit der Schadenersatzforderung aus der Buwog-Causa verf\u00fcgt diese \u00fcber einen Anspruch, der im Falle einer Ablehnung des Zahlungsplanvorschlages folgendes bedeute: Im dann stattfindenden Absch\u00f6pfungsverfahren w\u00fcrde es keine Restschuldbefreiung f\u00fcr Grasser geben. Denn Schulden aus Straftaten sind davon ausgenommen. Hei\u00dft: Die 12,9 Mio. Euro an Forderungen h\u00e4tte Grasser bis zum Eintritt der Verj\u00e4hrung &#8211; die Frist betr\u00e4gt 30 Jahre &#8211; weiter &#8222;am Hals&#8220;. Die Restschuldbefreiung wird ihm nur erteilt, wenn der Zahlungsplan von der &#8222;Kopf- und Summenmehrheit&#8220; der Gl\u00e4ubiger angenommen wird. Verhandlungen Grassers mit der Finanzprokuratur werden also notwendig sein. Ob es zur Annahme des Zahlungsplanantrags kommt, wollte \u00fcbrigens am Dienstag keiner der Beteiligten einsch\u00e4tzen. Alles sei offen.<\/p>\n<p>\n            Leise Kritik an Grasser wegen Nicht-Erscheinen\n          <\/p>\n<p>F\u00fcr den fr\u00fcheren Finanzminister und ehemaligen K\u00e4rntner Landeshauptmannstellvertreter (1994 bis 1998) bestand keine Pflicht zur Teilnahme an der Verhandlung am Dienstag. Grasser k\u00f6nne &#8222;nichts beitragen&#8220;, daher liege es in der Natur der Sache, dass der Anwalt einen solchen Termin wahrnimmt, hatte Anwalt Payer im Vorfeld gegen\u00fcber der APA erkl\u00e4rt. Grasser lie\u00df sich entschuldigen. Leise Kritik am Nicht-Erscheinen gab es seitens der Gl\u00e4ubigerschutz-Seite. Es sei &#8222;bedauerlich&#8220;, dass Grasser nicht erschienen sei, er h\u00e4tte Wesentliches zu den Verm\u00f6gensfragen beitragen k\u00f6nnen, meinte der Alpenl\u00e4ndische Kreditorenverband AKV. Die AKV-Leiterin f\u00fcr Wien\/Nieder\u00f6sterreich und Burgenland, Cornelia Wesenauer, meinte etwa, dass es ihrer Erfahrung nach \u00fcblich sei, dass Schuldner in einem solchen Fall teilnehmen. KSV1870-Tirol-Leiter Klaus Schaller zeigte indes gegen\u00fcber der APA mehr Verst\u00e4ndnis f\u00fcr Grasser und sprach von keinem au\u00dfergew\u00f6hnlichen Verhalten.<\/p>\n<p>\n            Grasser im Hausarrest, 35 Stunden-Arbeit f\u00fcr Kitzb\u00fcheler Unternehmen\n          <\/p>\n<p>Grasser befindet sich nach seiner rechtskr\u00e4ftigen Verurteilung im Buwog-Prozess zu vier Jahren Haft und einem siebenmonatigen Gef\u00e4ngnisaufenthalt derzeit in elektronisch \u00fcberwachtem Hausarrest. Er geht einer Arbeit nach und ist mit 35 Wochenstunden bei einem Unternehmen in Kitzb\u00fchel besch\u00e4ftigt &#8211; seinem Wohnort seit vielen Jahren. Er verrichtet dort &#8222;administrative und assistierende kaufm\u00e4nnische T\u00e4tigkeiten&#8220;, wie es am Dienstag hie\u00df. Das Einkommen sei &#8222;eher bescheiden&#8220;, werde aber seinen &#8222;aktuellen M\u00f6glichkeiten&#8220; gerecht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Von . &#8211; 14.04.2026 15:44 (Akt. 14.04.2026 15:56) Pr\u00fcfungstagsatzung im Privatkonkursverfahren gegen Grasser im Bezirksgericht Kitzb\u00fchel. \u00a9APA\/Canva Die&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":102192,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[6],"tags":[46,42,9187,16620,37417,17974,44,269,37418,43,45],"class_list":{"0":"post-102191","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-oesterreich","8":"tag-at","9":"tag-austria","10":"tag-foerderungen","11":"tag-glaeubiger","12":"tag-hauptglaeubiger","13":"tag-karl-heinz-grasser","14":"tag-oesterreich","15":"tag-politik","16":"tag-privatkonkurs","17":"tag-republic-of-austria","18":"tag-republik-oesterreich"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116403504770013909","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/102191","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=102191"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/102191\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/102192"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=102191"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=102191"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=102191"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}