{"id":103637,"date":"2026-04-15T09:30:11","date_gmt":"2026-04-15T09:30:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/103637\/"},"modified":"2026-04-15T09:30:11","modified_gmt":"2026-04-15T09:30:11","slug":"aus-innsbruck-in-die-wirkstoffforschung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/103637\/","title":{"rendered":"Aus Innsbruck in die Wirkstoffforschung"},"content":{"rendered":"<p>Viele Start-ups haben in Tirol bereits kreative Gesch\u00e4ftsmodelle auf die Beine gestellt. In dieser Rubrik wollen wir die heimischen Gr\u00fcnderInnen in den Fokus r\u00fccken und ihre innovativen Ideen vorstellen. Diese Woche: &#8222;KinCon biolabs&#8220;.<\/p>\n<p>In der Medikamentenentwicklung wird h\u00e4ufig zun\u00e4chst im Reagenzglas gepr\u00fcft, ob ein Wirkstoff an sein Zielprotein bindet. Ob diese Bindung aber auch in lebenden Zellen bestehen bleibt und dort die gew\u00fcnschte Wirkung ausl\u00f6st, l\u00e4sst sich damit noch nicht beantworten. Genau an dieser Stelle setzt das Innsbrucker Start-up &#8222;KinCon biolabs&#8220; an. Das Unternehmen wurde im M\u00e4rz 2022 von Eduard Stefan und Philipp Tschaikner als Spin-off der Universit\u00e4t Innsbruck gegr\u00fcndet. Grundlage ist eine patentierte Technologie, die aus langj\u00e4hriger Forschung an der Universit\u00e4t hervorgegangen ist.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Edi_web_foto.jpg\" alt=\"Edi web foto\" width=\"899\" height=\"1083\"\/>\u00a0<\/p>\n<p>Eduard Stefan gr\u00fcndete &#8222;KinCon biolabs&#8220; 2022 gemeinsam mit Philipp Tschaikner als Spin-off der Universit\u00e4t Innsbruck.<\/p>\n<p>Warum reicht der Blick ins Reagenzglas oft nicht aus?<\/p>\n<p>Die Bindung eines Wirkstoffs an ein isoliertes Zielprotein im Reagenzglas sagt noch wenig dar\u00fcber aus, was sp\u00e4ter im menschlichen K\u00f6rper passiert. Entscheidend ist, ob der Wirkstoff sein Ziel auch in der komplexen Umgebung einer lebenden Zelle erreicht und dort die gew\u00fcnschte Reaktion ausl\u00f6st.<\/p>\n<p>Genau diese L\u00fccke war f\u00fcr das Gr\u00fcnderteam der Ausgangspunkt. Die Technologie entstand urspr\u00fcnglich in der Kinase-Forschung an der Universit\u00e4t Innsbruck \u2014 einem Feld, das sich mit Enzymen besch\u00e4ftigt, die zentrale Zellprozesse steuern. Als sich zeigte, dass sich damit auch Wirkstoffkandidaten gezielter bewerten lassen, fiel die Entscheidung, aus der akademischen Arbeit ein Unternehmen zu machen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Philipp_web_foto.jpg\" alt=\"Philipp web foto\" width=\"899\" height=\"1083\"\/><\/p>\n<p>Mit &#8222;KinCon biolabs&#8220; arbeitet Philipp Tschaikner an Verfahren, die Wirkstoffkandidaten fr\u00fcher bewerten sollen.<\/p>\n<p>Wie will &#8222;KinCon biolabs&#8220; Wirkstoffe treffsicherer pr\u00fcfen?<\/p>\n<p>&#8222;KinCon biolabs&#8220; will Wirkstoffe treffsicherer pr\u00fcfen, indem das Unternehmen direkt in lebenden Zellen misst, ob ein Wirkstoff am richtigen Ziel ansetzt und dort die gew\u00fcnschte Wirkung ausl\u00f6st. Die patentierte Methode macht sich dabei zunutze, dass Proteine ihre dreidimensionale Form ver\u00e4ndern, sobald ein Wirkstoff an sie bindet und sie aktiviert oder blockiert. Genau diese Formver\u00e4nderung wird sichtbar gemacht \u2014 und damit auch, ob ein Wirkstoffkandidat tats\u00e4chlich wirkt. So soll fr\u00fcher erkennbar werden, welche Substanzen f\u00fcr die weitere Entwicklung geeignet sind und welche nicht.<\/p>\n<p>F\u00fcr Pharma- und Biotechunternehmen kann das helfen, vielversprechende Kandidaten fr\u00fcher zu erkennen und ungeeignete Substanzen schneller auszusortieren. Zu den bisherigen Meilensteinen z\u00e4hlen erste Kundenprojekte mit internationalen Biotech-Unternehmen, der Abschluss des Venture-Programms Creative Destruction Lab sowie Kooperationsprojekte mit zwei der weltweit gr\u00f6\u00dften Pharmaunternehmen. Inzwischen arbeitet &#8222;KinCon biolabs&#8220; mit mehr als zehn MitarbeiterInnen im eigenen Labor im Health Hub Tirol in Innsbruck.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/DSCF6543.JPG\" alt=\"DSCF6543\"\/><\/p>\n<p>Im Labor von &#8222;KinCon biolabs&#8220; werden Wirkstoffkandidaten in lebenden Zellen untersucht.<\/p>\n<p>Was plant das Start-up als N\u00e4chstes?<\/p>\n<p>&#8222;KinCon biolabs&#8220; will sich international als f\u00fchrender Anbieter zellbasierter Target-Engagement-Assays etablieren \u2014 also jener Tests, die zeigen, ob ein Wirkstoff sein Ziel in der Zelle tats\u00e4chlich bindet und die gew\u00fcnschte Wirkung ausl\u00f6st. Genau auf diese Art von Tests will sich das Unternehmen weiter spezialisieren.<\/p>\n<p>Gleichzeitig verfolgt das Team auch ein regionales Ziel: Es will hochqualifizierte Arbeitspl\u00e4tze in Tirol schaffen und zeigen, dass Life-Sciences-Spitzentechnologie nicht nur in gro\u00dfen internationalen Zentren entsteht.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/DSCF6550.JPG\" alt=\"DSCF6550\"\/><\/p>\n<p>Automatisierte Prozesse im Labor von &#8222;KinCon biolabs&#8220; erm\u00f6glichen zellbasierte Messungen in hohem Durchsatz.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Trennlinie.png\" alt=\"Trennlinie\" width=\"900\" height=\"23\"\/><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Keine Lust auf Lesen? Hier geht&#8217;s zum Video:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Viele Start-ups haben in Tirol bereits kreative Gesch\u00e4ftsmodelle auf die Beine gestellt. 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