{"id":104696,"date":"2026-04-15T20:30:07","date_gmt":"2026-04-15T20:30:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/104696\/"},"modified":"2026-04-15T20:30:07","modified_gmt":"2026-04-15T20:30:07","slug":"iran-krieg-laesst-die-umsaetze-der-luxusmarken-einbrechen-diepresse-com","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/104696\/","title":{"rendered":"Iran-Krieg l\u00e4sst die Ums\u00e4tze der Luxusmarken einbrechen \u2013 DiePresse.com"},"content":{"rendered":"<p>Das W\u00fcstenemirat Dubai steht wie kaum ein anderer Ort f\u00fcr eines: Luxus. Hier befindet sich das einzige Sieben-Sterne-Hotel der Welt, das h\u00f6chste Geb\u00e4ude, einige der gr\u00f6\u00dften Einkaufszentren und bald auch der gr\u00f6\u00dfte Flughafen der Welt. In Dubai wird in Superlativen gedacht. Entsprechend stark entwickelt sich auch der Luxusmarkt: Mit j\u00e4hrlichen Wachstumsraten von rund sechs Prozent und einem Volumen von knapp neun Milliarden US-Dollar z\u00e4hlt er zu den am schnellsten wachsenden weltweit.<\/p>\n<p>Doch dieses sorgf\u00e4ltig gepflegte Image von Glamour und Luxus bekommt Risse, denn mit dem Beginn des Iran-Kriegs fand der H\u00f6henflug ein abruptes Ende. Dubai ist eben doch keine Insel der Seligen, sondern Teil einer geopolitisch hochsensiblen Region. Bei der Abwehr von Drohnenangriffen wurden Geb\u00e4ude und Teile der Infrastruktur in Dubai getroffen. Darauf folgte ein Einbruch im Tourismus. Allein im M\u00e4rz sank die Zahl internationaler Besucher um rund 50 Prozent. F\u00fcr die gro\u00dfen Luxuskonzerne hat das deutliche Konsequenzen. Denn der Nahe Osten, auf den etwa f\u00fcnf Prozent des weltweiten Luxuskonsums entfallen, galt bislang als einer der wenigen stabilen Wachstumstreiber der Branche. In den vergangenen Jahren habe die Region sogar zweistellige j\u00e4hrliche Zuwachsraten verzeichnet, sagt Carole Madjo, Leiterin der Luxusg\u00fcter-Analyse bei Barclays.<\/p>\n<p>Das liegt vor allem an den Einkaufszentren, die jeweils rund 1200 Gesch\u00e4fte beinhalten. Kaum ein Ort symbolisiert diesen Luxus so sehr: Boutiquen von Louis Vuitton, Gucci, Rolex und Cartier reihen sich dort aneinander. Und wer vom Shopping eine Pause braucht, kann zwischendurch in der hauseigenen Skihalle auf die Piste gehen. Doch der Iran-Krieg hinterl\u00e4sst in den Malls schon jetzt deutliche Spuren. Wie Insider der Nachrichtenagentur Reuters berichten, sind die Erl\u00f6se in der Mall of the Emirates im M\u00e4rz im Vergleich zum Vorjahr um 30 bis 50 Prozent eingebrochen. Die Besucherfrequenz sank im selben Zeitraum um rund 15 Prozent.<\/p>\n<p>Noch drastischer f\u00e4llt die Entwicklung in der Dubai Mall aus, die vor allem bei Touristen beliebt ist: Dort sei die Zahl der Besucher um etwa 50 Prozent zur\u00fcckgegangen, sagten ein Insider und eine weitere Branchenquelle zu Reuters. Das deutet auf einen noch st\u00e4rkeren R\u00fcckgang bei den Ums\u00e4tzen hin. In Abu Dhabi, einem kleineren und weniger vom internationalen Tourismus abh\u00e4ngigen Markt, zeigt sich ein differenzierteres Bild: In der The Galleria Al Maryah Island gingen die Ums\u00e4tze im M\u00e4rz um rund zehn Prozent zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Der Einbruch spiegelt sich inzwischen auch in den Gesch\u00e4ftszahlen der Branchengr\u00f6\u00dfen wider. Im ersten Quartal sank der Umsatz des Luxusg\u00fcterherstellers Herm\u00e8s im Jahresvergleich um 1,4 Prozent auf knapp 4,1 Milliarden Euro. Bereinigt um W\u00e4hrungseffekte durch den starken Euro ergibt sich allerdings ein Plus von 5,6 Prozent. Dennoch verfehlte der Hersteller von Birkin- und Kelly-Taschen die Erwartungen der Analysten, die mit einem Wachstum von 7,6 Prozent gerechnet hatten. Der franz\u00f6sische Konzern verwies darauf, dass nicht nur der Nahe Osten als wichtiger Absatzmarkt wegbricht. Auch in Frankreich selbst entwickelte sich das Gesch\u00e4ft schw\u00e4cher, da infolge des Krieges weniger wohlhabende Touristen ins Land reisten. Die Aktie von Herm\u00e8s verlor im fr\u00fchen Pariser Handel zeitweise bis zu 15 Prozent \u2013 der gr\u00f6\u00dfte Tagesverlust seit Beginn der Aufzeichnungen. Seit Jahresanfang summiert sich das Minus auf rund 23 Prozent.<\/p>\n<p>Noch deutlicher traf es den Luxusg\u00fcterriesen LVMH: Der Umsatz ging im ersten Quartal im Jahresvergleich um sechs Prozent auf 19,12 Milliarden Euro zur\u00fcck. Die Aktie liegt seit Jahresbeginn mit fast 26 Prozent im Minus.<\/p>\n<p>Dabei hatte die Branche zu Jahresbeginn noch auf eine Erholung gehofft. Zuvor hatte der Sektor bereits unter schwacher Nachfrage gelitten \u2013 insbesondere in China und auch in Europa und den USA gab es eine hohe Kaufzur\u00fcckhaltung infolge hoher Inflation. Erste Anzeichen einer Besserung waren dennoch schon erkennbar: Eine Stabilisierung der Inflation versprach steigende Kaufkraft. Auch in China wurde mit einer konjunkturellen Erholung gerechnet.<\/p>\n<p>Um diese schw\u00e4chere Nachfrage abzufedern, setzten viele Luxuskonzerne verst\u00e4rkt auf das Gesch\u00e4ft an Flugh\u00e4fen und auf die Golfregion. Denn gerade das sogenannte Travel-Retail-Gesch\u00e4ft z\u00e4hlt zu den margentr\u00e4chtigsten Kan\u00e4len der Branche. Auch dort belastete der zeitweise Einbruch im Flugverkehr. <\/p>\n<p>Auch bei Kering tr\u00fcbte sich das Bild ein: Die Marke Gucci verzeichnete im ersten Quartal einen Umsatzr\u00fcckgang von acht Prozent auf vergleichbarer Basis \u2013 fast doppelt so stark wie von Analysten erwartet. Das liegt zwar nicht ausschlie\u00dflich am fehlenden Umsatz im Nahen Osten, aber auch darunter leidet der Konzern. Denn in dieser Region brach der Einzelhandelsumsatz von Kering im ersten Quartal um elf Prozent ein. Zwar macht die Region nur rund f\u00fcnf Prozent des gesamten Einzelhandelsumsatzes aus, doch der Konzern beobachtet die Auswirkungen auf den globalen Tourismus genau. Finanzchefin Armelle Poulou bezifferte den negativen Effekt des Konflikts auf den Gesamtumsatz mit rund einem Prozentpunkt. Die Kering-Aktie verlor am Mittwoch rund zehn Prozent und liegt seit Jahresbeginn etwa 17 Prozent im Minus.<\/p>\n<p>Manche Unternehmen passen \u00fcberhaupt ihre Lieferungen an. So sagte Georges Kern, CEO der Breitling AG, zu Bloomberg, dass der Uhrenhersteller seine Lieferungen in den Nahen Osten aufgrund des ausbleibenden Tourismus und der reduzierten Flugverbindungen in die Region vor\u00fcbergehend angepasst habe. Laut ihm sind manche Preissegmente, wie beispielsweise das mittlere Preissegment, st\u00e4rker betroffen als andere.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Das W\u00fcstenemirat Dubai steht wie kaum ein anderer Ort f\u00fcr eines: Luxus. 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