{"id":105226,"date":"2026-04-16T03:54:07","date_gmt":"2026-04-16T03:54:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/105226\/"},"modified":"2026-04-16T03:54:07","modified_gmt":"2026-04-16T03:54:07","slug":"mehr-risiken-als-nutzen-bei-neuen-alzheimer-mitteln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/105226\/","title":{"rendered":"Mehr Risiken als Nutzen bei neuen Alzheimer-Mitteln"},"content":{"rendered":"<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Die zun\u00e4chst mit gro\u00dfen Hoffnungen verbundenen Alzheimer-Wirkstoffe wie Lecanemab und Donanemab haben einer gro\u00dfen \u00dcberblicksstudie zufolge wohl kaum klinischen Nutzen, daf\u00fcr aber einige Risiken. Das teilt die britische Organisation Cochrane mit, die regelm\u00e4\u00dfig hochwertige \u00dcbersichtsarbeiten zu Gesundheitsthemen ver\u00f6ffentlicht.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Lecanemab (Handelsname Leqembi) und Donanemab (Handelsname Kisunla) geh\u00f6ren zu einer Gruppe von Wirkstoffen, die sich direkt gegen die Eiwei\u00dfablagerungen im Gehirn wenden, die mit dem Absterben der Nervenzellen bei Alzheimer in Verbindung gebracht werden. In der vorliegenden Studie werden auch noch mehrere weitere \u00e4hnliche Mittel betrachtet.\n  <\/p>\n<p>            Keine klinisch relevante Wirkung nachweisbar<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    \u201eLeider deuten die Erkenntnisse darauf hin, dass diese Medikamente f\u00fcr die Patienten keinen nennenswerten Unterschied bewirken\u201c, erkl\u00e4rt der Hauptautor der Studie, Francesco Nonino, vom IRCCS Institut f\u00fcr Neurologische Wissenschaften in Bologna. \u201eEs gibt mittlerweile \u00fcberzeugende Belege, die zu dem Schluss kommen, dass es keine klinisch bedeutsame Wirkung gibt.\u201c Zwar h\u00e4tten fr\u00fchere Studien statistisch signifikante Ergebnisse gezeigt, doch dies sei von der klinischen Relevanz zu unterscheiden.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    F\u00fcr ihre Analyse wertete das Forschungsteam 17 klinische Studien der Pharma-Hersteller aus, die Daten von mehr als 20.000 Patientinnen und Patienten der relevanten Gruppen umfassen \u2013 also Alzheimer-Patienten mit leichter kognitiver Beeintr\u00e4chtigung oder leichter Demenz. Auf solche Patienten zielen die Wirkstoffe ab, um bei Alzheimer im fr\u00fchen Stadium den kognitiven Abbau etwas zu verlangsamen.\n  <\/p>\n<p>            Risiko f\u00fcr Nebenwirkungen etwas erh\u00f6ht<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Konkret wurde geschaut, wie sich 18 Monate Behandlung mit den jeweiligen Antik\u00f6rpern auswirken. Dabei zeigte sich wenig bis kein Effekt auf die Demenzsymptome der Patienten oder den Abbau ihrer geistigen F\u00e4higkeiten sowie darauf, wie sie mit allt\u00e4glichen Aufgaben zurechtkamen.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Allerdings zeigte sich, dass die mit Antik\u00f6rpern behandelten Patienten etwas h\u00e4ufiger Hirnschwellungen sowie Hirnblutungen hatten als jene, die stattdessen ein Placebo verabreicht bekamen.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Die Autoren f\u00fchren den kurzen Untersuchungszeitraum selbst als Schw\u00e4che ihrer Studie an. Weitere Forschung sei notwendig, um m\u00f6gliche Langzeitwirkungen zu erkennen. Dennoch r\u00e4t das Team dazu, sich bei der Entwicklung von Alzheimer-Medikamenten auf andere Wirkmechanismen zu konzentrieren.\n  <\/p>\n<p>            Nicht der erste Hinweis dieser Art<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Peter Berlit, Generalsekret\u00e4r der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Neurologie, findet die Ergebnisse der Cochrane-Analyse nicht \u00fcberraschend. Es seien s\u00e4mtliche Studien zu den sogenannten Beta-Amyloid-Antik\u00f6rpern zusammen ausgewertet worden, auch zu Substanzen, deren Entwicklung wegen eines ung\u00fcnstigen Nutzen-Risiko-Profils bereits aufgegeben worden sei, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.\u00a0Die Befunde der Cochrane-Experten weisen in die gleiche Richtung, zu der auch der Gemeinsame Bundesausschuss von \u00c4rzten, Krankenkassen und Kliniken (G-BA) k\u00fcrzlich f\u00fcr Lecanemab kam, das in Deutschland seit vergangenem Herbst auf dem Markt ist. Hierbei wurde die Behandlung allerdings nicht mit einem Placebo verglichen, sondern mit anderen, g\u00e4ngigen Behandlungsmethoden, die Symptome bek\u00e4mpfen.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Das Expertengremium kam zu dem Schluss, dass es keinen belegten Zusatznutzen im Vergleich zu \u00e4lteren Behandlungsans\u00e4tzen gibt. Das Mittel habe bei Symptomatik oder Lebensqualit\u00e4t nicht besser abgeschnitten als Behandlungen, die nur auf Symptome zielten, hie\u00df es zur Begr\u00fcndung.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Lecanemab und Donanemab d\u00fcrfen in der EU nur Patienten gegeben werden, die nur eine oder keine Kopie des Gens ApoE4 haben. Bei ihnen ist die Wahrscheinlichkeit f\u00fcr bestimmte schwerwiegende Nebenwirkungen &#8211; Schwellungen und Blutungen im Gehirn &#8211; geringer als bei Menschen mit zwei ApoE4-Kopien.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Zu Donanemab will der Gemeinsame Bundesausschuss an diesem Donnerstag entscheiden. Das Mittel ist f\u00fcr die Behandlung von Erwachsenen mit leichter kognitiver St\u00f6rung sowie mit leichter Demenz infolge der Alzheimer-Krankheit zugelassen und ist in Deutschland seit November auf dem Markt.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Auf Grundlage der Bewertung des G-BA handelt der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV-Spitzenverband) \u00fcblicherweise den Preis f\u00fcr Medikamente mit den Pharmaherstellern aus. Einigen sie sich nicht, kann der Hersteller das Mittel vom Markt zur\u00fcckziehen.\n  <\/p>\n<p>    Bologna<\/p>\n<p>      Icon Haken im Kreis gesetzt<\/p>\n<p>      Icon Plus im Kreis<\/p>\n<p>    Pharma<\/p>\n<p>      Icon Haken im Kreis gesetzt<\/p>\n<p>      Icon Plus im Kreis<\/p>\n<p>    G-BA<\/p>\n<p>      Icon Haken im Kreis gesetzt<\/p>\n<p>      Icon Plus im Kreis<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die zun\u00e4chst mit gro\u00dfen Hoffnungen verbundenen Alzheimer-Wirkstoffe wie Lecanemab und Donanemab haben einer gro\u00dfen \u00dcberblicksstudie zufolge wohl kaum&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":105227,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[20],"tags":[46,42,6381,5468,17432,257,38234,38232,35173,124,123,44,38233,6976,38231],"class_list":{"0":"post-105226","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-gesundheit","8":"tag-at","9":"tag-austria","10":"tag-bologna","11":"tag-cochrane","12":"tag-deutsche-presse-agentur","13":"tag-deutschland","14":"tag-dgn","15":"tag-francesco-nonino","16":"tag-g-ba","17":"tag-gesundheit","18":"tag-health","19":"tag-oesterreich","20":"tag-peter-berlit","21":"tag-pharma","22":"tag-ueberblicksstudie"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116412367779713695","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/105226","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=105226"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/105226\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/105227"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=105226"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=105226"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=105226"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}