{"id":106811,"date":"2026-04-16T20:45:06","date_gmt":"2026-04-16T20:45:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/106811\/"},"modified":"2026-04-16T20:45:06","modified_gmt":"2026-04-16T20:45:06","slug":"kill-bill-kommt-wieder-ins-kino-und-ist-aktueller-denn-je","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/106811\/","title":{"rendered":"&#8222;Kill Bill&#8220; kommt wieder ins Kino und ist aktueller denn je"},"content":{"rendered":"<p>Fans des Regisseurs Quentin Tarantino haben was zum Freuen. Der Kultklassiker &#8222;Kill Bill&#8220; kommt wieder ins Kino. &#8222;Kill Bill: The Whole Bloody Affair&#8220; soll die Zweiteilung des Films, die Tarantino so nie wollte, \u00fcberwinden. Im Abstand von sechs Monaten kamen 2003 ja zuerst Volume one und dann Volume two ins Kino, weil man die viereinhalbst\u00fcndige Laufzeit dem Kinopublikum nicht zumuten wollte.<\/p>\n<p>Was &#8222;Kill Bill: The Whole Bloody Affair&#8220; neu macht<\/p>\n<p>In &#8222;Kill Bill: The Whole Bloody Affair&#8220; sind ein paar Dinge anders. Der Cliffhanger zwischen den beiden Filmen f\u00e4llt weg, der Showdown im Haus der blauen Bl\u00e4tter wurde nachbearbeitet und die Anime-Sequenz rund um die Gegenspielerin Oren-Ishii ist l\u00e4nger. <\/p>\n<p>Die Handlung bleibt gleich: Wir sehen nochmal die Story der Braut, gespielt von Uma Thurman. Die Black Mamba, so ihr Alias als Auftragskillerin, hat keine Lust mehr aufs Morden. Ihr Lover\/Auftraggeber Bill verkraftet diese Trennung aber nicht. Dass die Black Mamba ein neues Leben als Plattenverk\u00e4uferin beginnt, mit einem Durchschnittstypen an ihrer Seite, sagt Bill, f\u00fchrt zu einer &#8222;\u00dcberreaktion&#8220;. Am Hochzeitstag hetzt er der Braut und ihren G\u00e4sten folgerichtig ein Killerkommando auf den Leib. Aber die Braut \u00fcberlebt, erwacht vier Jahre sp\u00e4ter aus dem Koma \u2013 und es hei\u00dft: &#8222;Kill Bill!&#8220;<\/p>\n<p>Femizid: Warum &#8222;Kill Bill&#8220; topaktuell ist<\/p>\n<p>Dieser Mix aus Spaghetti-Western, Kung-Fu-Abenteuer, Kom\u00f6die und Thriller, angereichert mit pointierten Dialogen \u2013 es ist der Prototyp des Tarantino-Films, mit dem der Regisseur in den 90ern und 00ern ber\u00fchmt wurde. Und in Sachen Meta-Ebene ist der Film immer noch aktuell. &#8222;Kill Bill&#8220; zeigt und kritisiert einen Femizid. Morde oder Mordversuche wie die an der Braut sind <a href=\"https:\/\/www.br.de\/radio\/br24\/sendungen\/reportage\/morgen-werde-ich-sterben-warum-femizide-in-deutschland-auch-ein-juristisches-100.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">heute noch traurige Realit\u00e4t<\/a>. Und wie Bill denken viele M\u00e4nner, die ihrer Partnerin oder Ex-Partnerin Gewalt antun. Einer aktuellen Studie der Uni T\u00fcbingen zu Folge geht einem Femizid h\u00e4ufig eine Trennung voraus.  <\/p>\n<p>Problematische Produktionsbedingungen<\/p>\n<p>Andererseits steht die feministische Botschaft in Kontrast zu den Bedingungen am Set. &#8222;Kill Bill&#8220; wurde von Harvey Weinstein produziert, der wegen Vergewaltigung und Bel\u00e4stigung aktuell eine sechzehnj\u00e4hrige Haftstrafe verb\u00fc\u00dft. Auch Hauptdarstellerin Uma Thurman, die bereits f\u00fcr &#8222;Pulp Fiction&#8220; mit Weinstein und Tarantino zusammengearbeitet hatte, warf dem damaligen Miramax-Produzenten vor, sie sexuell bedr\u00e4ngt zu haben. Und am Set von &#8222;Kill Bill&#8220; ermutigte sie Regisseur Tarantino wohl auch zu einer rasanten Autofahrt in Abwesenheit des Stunt-Koordinators. Die Schauspielerin crashte und erlitt bleibende Verletzungen. <\/p>\n<p>Ist Tarantinos Gewalt noch zeitgem\u00e4\u00df?<\/p>\n<p>Und dann die Gewalt. Muss das sein, dass die K\u00f6pfe und Gliedma\u00dfen durchs Bild fliegen, dass das Blut font\u00e4nenartig aus den Arterien spritzt und die Augen per Kung-Fu-Griff gewaltvoll aus dem Kopf entfernt werden? Das \u00c4sthetisieren von Gewalt wirkt 2026 deplatzierter als vor 20 Jahren. In zahlreichen Kriegen machen immer mehr Menschen traumatische Erfahrungen \u2013 M\u00fctter in Gaza, so zeigt es zum Beispiel der Film &#8222;From Ground Zero&#8220;, markieren die Arme und Beine ihrer Kinder, um sie nach einem Bomben-Angriff notfalls identifizieren zu k\u00f6nnen. Wer das wei\u00df, hat im Kino wenig Spa\u00df an abgetrennten Gliedma\u00dfen. <\/p>\n<p>Tarantino-Filme sind auch Gesellschaftskritik<\/p>\n<p>Andererseits stellt Tarantino seiner Pop-Gewalt immer auch eine Kritik an real existierender Gewalt gegen\u00fcber. Gewalt gegen Schwarze zum Beispiel in &#8222;Django Unchained&#8220; oder den Holocaust in &#8222;Inglourious Basterds&#8220;. Surreal-\u00fcberspitzte Eskapaden zeigt er nur dann, wenn unterdr\u00fcckte Figuren sich zur Wehr setzen. Aber ja: Widerspr\u00fcchlich ist das. Und so kann man die beiden Kill-Bill-Filme jetzt als &#8222;Whole Bloody Affair&#8220; im Kino genie\u00dfen, gerade weil sie so zeitlos aus der Zeit gefallen sind. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Fans des Regisseurs Quentin Tarantino haben was zum Freuen. Der Kultklassiker &#8222;Kill Bill&#8220; kommt wieder ins Kino. &#8222;Kill&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":106812,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[23],"tags":[46,42,151,147,19498,36738,38657,152,150,44,36739,38656,148],"class_list":{"0":"post-106811","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-kino","8":"tag-at","9":"tag-austria","10":"tag-cinema","11":"tag-entertainment","12":"tag-harvey-weinstein","13":"tag-kill-bill","14":"tag-kill-bill-the-whole-bloody-affair","15":"tag-kino","16":"tag-movie","17":"tag-oesterreich","18":"tag-quentin-tarantino","19":"tag-uma-thurman","20":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116416343929632566","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/106811","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=106811"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/106811\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/106812"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=106811"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=106811"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=106811"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}