{"id":106826,"date":"2026-04-16T20:53:42","date_gmt":"2026-04-16T20:53:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/106826\/"},"modified":"2026-04-16T20:53:42","modified_gmt":"2026-04-16T20:53:42","slug":"oesterreich-und-indien-planen-militaerische-kooperation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/106826\/","title":{"rendered":"\u00d6sterreich und Indien planen milit\u00e4rische Kooperation"},"content":{"rendered":"<p _ngcontent-tt-com-www-c3071245697=\"\" data-cy=\"body\">Indien und \u00d6sterreich r\u00fccken in turbulenten Zeiten wirtschaftlich, politisch und auch milit\u00e4risch zusammen. Bei einem Treffen von Bundeskanzler Christian Stocker (\u00d6VP) und dem indischen Premier Narendra Modi sind am Donnerstag in Neu-Delhi mehrere Vereinbarungen abgeschlossen worden, darunter auch eine Absichtserkl\u00e4rung im Verteidigungsbereich. Stocker begr\u00fcndete dies mit dem Wunsch, sich wie auch im Energiebereich aus der Abh\u00e4ngigkeit von nur einem Partner zu l\u00f6sen.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c3071245697=\"\" data-cy=\"body\">Die Abh\u00e4ngigkeit im R\u00fcstungsbereich &#8222;von einem Hersteller, von einem Dateninhaber, von einem, der die Kommunikation lenken kann&#8220; sei &#8222;nicht gut&#8220;, erl\u00e4uterte Stocker im Anschluss vor \u00f6sterreichischen Journalisten. &#8222;Auch hier gilt es, sich breiter aufzustellen und neue Allianzen anzustreben.&#8220; W\u00e4hrend Indien im R\u00fcstungsbereich bisher stark von Russland abh\u00e4ngig war, versuchen sich die europ\u00e4ischen Staaten aus der Abh\u00e4ngigkeit von den USA zu l\u00f6sen.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c3071245697=\"\" data-cy=\"body\">Modi und Stocker signalisierten in einem gemeinsamen Presseauftritt, bei dem die indische Seite keine Fragen zulie\u00df, gro\u00dfe Einigkeit in weltpolitischen Fragen. Gemeinsam riefen sie zum Frieden unter anderem im Iran-Krieg auf und bekannten sich zu einer regelbasierten internationalen Ordnung.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c3071245697=\"\" data-cy=\"body\">&#8222;Wir sind uns einig, dass ein milit\u00e4rischer Konflikt keine L\u00f6sung bieten kann. Wenn es in der Ukraine und im Nahen Osten einen nachhaltigen Frieden geben soll, dann m\u00fcssen wir eine friedliche L\u00f6sung finden&#8220;, betonte der indische Premier. Einig sei er sich mit Stocker auch dabei, &#8222;dass wir die globalen Institutionen reformieren m\u00fcssen&#8220; &#8211; eine offenkundige Anspielung auf Indiens Wunsch nach einem st\u00e4ndigen Sitz im UNO-Sicherheitsrat. \u00d6sterreich bewirbt sich im Juni um einen der zehn nicht-st\u00e4ndigen Sitze f\u00fcr die Jahre 2027\/28.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c3071245697=\"\" data-cy=\"body\">&#8222;Wir teilen die Einsch\u00e4tzung, wonach Frieden in allen Konflikten nur am Verhandlungstisch erreicht werden kann&#8220;, sagte auch Stocker. &#8222;Die Stimme Indiens hat dabei gro\u00dfes Gewicht, sowohl bilateral als auch international&#8220;, sagte der Kanzler wohl mit Blick auf den russischen Aggressionskrieg in der Ukraine. Anschlie\u00dfend \u00e4u\u00dferte er vor Journalisten die Einsch\u00e4tzung, dass Indien nicht an einer Abh\u00e4ngigkeit mit Russland interessiert sei und sich mehr gegen\u00fcber Europa \u00f6ffnen wolle.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c3071245697=\"\" data-cy=\"body\">Die erst beim Presseauftritt bekannt gemachte Erkl\u00e4rung im Verteidigungsbereich sieht unter anderem gemeinsame Ausbildungsaktivit\u00e4ten, gegenseitige Besuche von Milit\u00e4rschiffen und Milit\u00e4rflugzeugen sowie Initiativen bei der gemeinsamen Entwicklung und Produktion und Joint Ventures bei R\u00fcstungsprodukten vor. Ein Verweis auf die \u00f6sterreichische Neutralit\u00e4t kommt in dem Text nicht vor, doch wird zugleich betont, dass die Erkl\u00e4rung keine rechtliche Bindungswirkung entfalte.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c3071245697=\"\" data-cy=\"body\">Die Absichtserkl\u00e4rung wurde vom indischen Verteidigungsminister Rajesh Kumar Singh und dem Generalsekret\u00e4r im Verteidigungsministerium, Arnold Kammel, unterzeichnet. Wie eine Sprecherin von Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (\u00d6VP) der APA auf Anfrage sagte, ist das Dokument &#8222;ein erster Schritt, um m\u00f6gliche Bereiche der Zusammenarbeit zu diskutieren&#8220;. Das entsprechende Potenzial wolle man analysieren und identifizieren. Gerade in den jetzigen Zeiten wolle man sich &#8222;alle Kan\u00e4le im internationalen Bereich&#8220; offen halten. Indien sei ein &#8222;zentraler internationaler Akteur&#8220;, etwa wegen seiner Rolle bei UNO-Blauhelmmissionen.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c3071245697=\"\" data-cy=\"body\">Dar\u00fcber hinaus wurde auch eine \u00e4hnliche Absichtserkl\u00e4rung zwischen dem indischen Au\u00dfenministerium und dem \u00f6sterreichischen Innenministerium zum Thema Terrorismusbek\u00e4mpfung unterzeichnet.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c3071245697=\"\" data-cy=\"body\">&#8222;Wir vertiefen unsere Zusammenarbeit im Bereich der Sicherheit und im Verteidigungsbereich durch einen intensiven strategischen Dialog und in der Terrorismusbek\u00e4mpfung durch einen engeren Austausch und bessere Pr\u00e4vention&#8220;, sagte Stocker. &#8222;Sicherheit endet nicht an der Staatsgrenze und l\u00e4sst sich in einer globalen Welt nur gemeinsam gew\u00e4hrleisten&#8220;, betonte der Kanzler. Die \u00f6sterreichisch-indische Partnerschaft umfasse Wirtschaft, Wissenschaft und Sicherheit und sei somit &#8222;breit aufgestellt&#8220;.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c3071245697=\"\" data-cy=\"body\">&#8222;Wir leben in einer Zeit gro\u00dfer geopolitischer Umbr\u00fcche und Verwerfungen, Machtzentren verschieben sich und neue Allianzen entstehen, aber Konflikte werden auch komplexer&#8220;, sagte Stocker. &#8222;In Zeiten wie diesen sind Stabilit\u00e4t, Vertrauen und verl\u00e4ssliche Partnerschaft keine blumige Floskel, sondern eine strategische Notwendigkeit&#8220;, unterstrich der Kanzler. Indien sei f\u00fcr \u00d6sterreich so ein zuverl\u00e4ssiger Partner, mit dem es &#8222;gemeinsame Interessen und grundlegende Werte&#8220; teile. &#8222;In Zeiten, wo geopolitische Winde rauer werden, sind solche Partnerschaften umso wertvoller.&#8220;<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c3071245697=\"\" data-cy=\"body\">Modi und Stocker hoben in ihren Statements die historische Bedeutung des Besuchs vor. Der Kanzler sprach von einem &#8222;Meilenstein in den \u00f6sterreichisch-indischen Beziehungen&#8220;, schlie\u00dflich ist der letzte Kanzlerbesuch in Indien &#8211; Fred Sinowatz &#8211; schon 42 Jahre her. Modi zeigte sich erfreut, dass sein \u00f6sterreichische Kollege Indien zum Ziel f\u00fcr die erste au\u00dfereurop\u00e4ische Reise gew\u00e4hlt habe. &#8222;Sie haben ihre Verpflichtung gegen\u00fcber Indien gezeigt&#8220;, so Modi.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c3071245697=\"\" data-cy=\"body\">Auch Modi sprach von einer &#8222;neuen Ebene&#8220; in den bilateralen Beziehungen und hob die Wirtschaftschancen durch das im J\u00e4nner unterzeichnete EU-Indien-Freihandelsabkommens hervor. Infrastruktur und Nachhaltigkeit seien &#8222;Themen, die \u00d6sterreich und Indien verbinden&#8220;, so Modi, der diesbez\u00fcglich von der \u00f6sterreichischen Ingenieurskunst schw\u00e4rmte. &#8222;Die Metro und die Tunnel in den Himalaya-Bergen sind Errungenschaften der \u00f6sterreichischen Technologie&#8220;, sagte er.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c3071245697=\"\" data-cy=\"body\">Flankiert von gro\u00dfen Delegationen fand der Austausch von insgesamt sechs bilateralen Texten statt. Neben den Absichtserkl\u00e4rungen zu Verteidigung und Terrorismusbek\u00e4mpfung betreffen sie den B\u00fcrokratieabbau, Erleichterungen bei der Anwerbung indischer Fachkr\u00e4fte in \u00d6sterreich und die Lebensmittelsicherheit. Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (\u00d6VP) unterzeichnete mit seinem indischen Amtskollegen Piyush Goyal ein Filmabkommen, das \u00d6sterreich f\u00fcr Bollywood-Produktionen attraktiver machen soll. Die beiden Minister waren sichtlich erfreut \u00fcber das Abkommen, umarmten sie einander doch vor der Zeremonie betont herzlich.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c3071245697=\"\" data-cy=\"body\">Hattmannsdorfer bezeichnete die Visite als &#8222;Ausrufezeichen&#8220; \u00d6sterreichs mit Blick auf das frisch ausverhandelte EU-Indien-Freihandelsabkommen. \u00d6sterreich zeige mit dem Besuch den Spruch, &#8222;First Mover&#8220; zu sein, und dieses Abkommen gezielt nutzen zu wollen, sagte der Minister. Er zeigte sich &#8222;\u00fcberrascht und beeindruckt, welchen Stellenwert \u00d6sterreich hier in Indien hat&#8220;. Auch Stocker bezeichnete den Empfang durch Modi als gro\u00dfe Ehre. Modi habe er als sehr empathischen, reflektierten und \u00fcberlegten Menschen wahrgenommen. Er sei auch &#8222;sehr humorvoll&#8220;. &#8222;F\u00fcr mich war es auf pers\u00f6nlicher Ebene ein sehr angenehmes Gespr\u00e4ch&#8220; sagte Stocker.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c3071245697=\"\" data-cy=\"body\">Stockers Treffen mit Modi ist der H\u00f6hepunkt einer mehrt\u00e4gigen, \u00f6sterreichischen Indien-Visite, an der auch eine gro\u00dfe Wirtschaftsdelegation teilnimmt. Der Kanzler sprach diesbez\u00fcglich vom &#8222;Who is Who&#8220; der \u00f6sterreichischen Wirtschaft. Konkrete Deals k\u00f6nnte es bei einem Wirtschaftsgipfel geben, der am Donnerstagnachmittag (Ortszeit) in Neu-Delhi stattfand. Stocker nahm an diesem teil und wollte am Freitag auch f\u00fchrende indische Unternehmer treffen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Indien und \u00d6sterreich r\u00fccken in turbulenten Zeiten wirtschaftlich, politisch und auch milit\u00e4risch zusammen. 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