{"id":107345,"date":"2026-04-17T05:00:11","date_gmt":"2026-04-17T05:00:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/107345\/"},"modified":"2026-04-17T05:00:11","modified_gmt":"2026-04-17T05:00:11","slug":"sind-fertigprodukte-fuer-kinder-besonders-schaedlich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/107345\/","title":{"rendered":"Sind Fertigprodukte f\u00fcr Kinder besonders sch\u00e4dlich?"},"content":{"rendered":"<p class=\"tspBPlq tspBPlr\">Limos in bunten Flaschen, Wurst oder Chips in Tierform und ges\u00fc\u00dfter Joghurt mit beliebten Filmmotiven\u00a0\u2013 in den Supermarktregalen gibt es viele Fertigprodukte, die besonders f\u00fcr Kinder und Jugendliche verlockend wirken. Doch oft sind diese auch besonders ungesund. Sogenannte hochverarbeitete Lebensmittel gelten als Dickmacher und werden mit verschiedenen Krankheiten in Verbindung gebracht. Welche Folgen k\u00f6nnte das f\u00fcr Kinder haben, wenn diese schon fr\u00fch im Leben regelm\u00e4\u00dfig zum Fertigsnack greifen? Fachleute geben Antworten.<\/p>\n<p> Was sind stark verarbeitete Lebensmittel? <\/p>\n<p class=\"tspBPlq\">Sogenannte hochverarbeitete Lebensmittel enthalten h\u00e4ufig viel Zucker, viel Salz, geh\u00e4rtete Fette, industrielle St\u00e4rken und zahlreiche Zusatzstoffe wie Emulgatoren, Farbstoffe oder Aromastoffe. Meist sind sie verzehrfertig oder m\u00fcssen nur noch aufgew\u00e4rmt werden.<\/p>\n<p>25<\/p>\n<p>Prozent der Heranwachsenden zwischen 5 und 19 Jahren sind laut Unicef \u00fcbergewichtig.<\/p>\n<p class=\"tspBPlq\">In der Diskussion kommt Daniela Graf vom Max-Rubner-Institut, Bundesforschungsinstitut f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Lebensmittel, vor allem folgender Aspekt zu kurz: \u201eWir essen diese Produkte ja nicht on top, sondern diese ersetzen unsere traditionellen Lebensmittel \u2013 und im Normalfall sind das eben das frische Obst und Gem\u00fcse, die Vollkornprodukte.\u201c Sprich: Statt Haferflocken mit frischem Apfel gibt es Fr\u00fchst\u00fcckszerealien, statt Vollkornbrot wei\u00dfen Toast, statt eines frisch gekochten Mittagessens Tiefk\u00fchlpizza.<\/p>\n<p> Welche Folgen kann das f\u00fcr die Gesundheit von Kindern haben? <\/p>\n<p class=\"tspBPlq\">Das Hauptproblem ist aus Sicht des Berliner Kinder- und Jugendmediziners Frank Jochum vom Evangelischen Waldkrankenhaus Spandau, dass diese Lebensmittel eine hohe Energiedichte haben und Zusatzstoffe und Aromen diese gleichzeitig sehr schmackhaft machen. \u201eDa passiert es eben schnell, dass man mehr isst, als man Hunger hat.\u201c<\/p>\n<p>Die Zeiten, in denen in Familien wirklich gekocht und gemeinsam gegessen wird, werden seltener.<\/p>\n<p class=\"tspB1ms\">Frank Jochum, Chefarzt der Kinder- und Jugendmedizin im Evangelischen Waldkrankenhaus Spandau<\/p>\n<p class=\"tspBPlq\">Dazu tr\u00e4gt nach Angaben von Graf bei, dass viele dieser Lebensmittel einfach zu verzehren sind und nicht lange gekaut werden m\u00fcssen, sodass man innerhalb kurzer Zeit viele Kalorien zu sich nimmt.<\/p>\n<p class=\"tspBPlq\">Wer regelm\u00e4\u00dfig zu viele dieser Lebensmittel isst, kann also dick werden. Jeder vierte junge Mensch zwischen 5 und 19 Jahren in Deutschland ist laut dem Kinderhilfswerk Unicef \u00fcbergewichtig, 8 Prozent gelten sogar als adip\u00f6s. Es sieht die \u201eallgegenw\u00e4rtige Pr\u00e4senz und Vermarktung stark verarbeiteter Lebensmittel\u201c als einen der Gr\u00fcnde f\u00fcr die global gestiegene Zahl fettleibiger Kinder an.<\/p>\n<p class=\"tspBPlq\">\u00dcbergewicht wiederum erh\u00f6ht Jochum zufolge das Risiko f\u00fcr zahlreiche chronische Erkrankungen, darunter Typ-2-Diabetes, Arthrose und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.<\/p>\n<p class=\"tspBPlq\">Im Kinderalter habe das noch eine viel gr\u00f6\u00dfere Dimension als im Erwachsenenalter, betont der Experte der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Ern\u00e4hrungsmedizin. \u201eDenn bei den Kindern kommt im Vergleich zu den Erwachsenen eine weitere Komponente hinzu, n\u00e4mlich die Beeintr\u00e4chtigung von\u00a0Wachstum und Entwicklung.\u201c<\/p>\n<p> Welche Folgen hat das f\u00fcr die kindliche Entwicklung? <\/p>\n<p class=\"tspBPlq\">Wer \u00dcbergewicht hat, bewegt sich in der Regel weniger. \u201eWenn ein Kind sich regelm\u00e4\u00dfig nicht ausreichend bewegt, dann wird dadurch auch die Entwicklung gest\u00f6rt\u201c, erl\u00e4utert Jochum. Die motorische und die neurologische Entwicklung werde weniger angeregt, auch die intellektuelle und die psychische Entwicklung k\u00f6nne leiden. \u201eDas hat Auswirkungen auf das gesamte zuk\u00fcnftige Leben.\u201c<\/p>\n<p class=\"tspBPlq\">Kinder, die sich weniger bewegen, verbringen ihm zufolge mehr Zeit am Computer und Smartphone, was wiederum negative Folgen hat. \u201eSie vereinzeln vielleicht, haben einen h\u00f6heren Hang zu Depressionen.\u201c<\/p>\n<p class=\"tspBPlq\">Snacks und Fertiggerichte f\u00fchrten au\u00dferdem zu einem anderen Miteinander zu Hause, sagt er. \u201eDie Zeiten, in denen in Familien wirklich gekocht und gemeinsam gegessen wird, werden seltener.\u201c Au\u00dferdem seien die Mahlzeiten so beschaffen, dass man diese m\u00fchelos neben dem Computerspielen oder Fernsehgucken essen k\u00f6nne.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/ein-kind-isst-ein-stuck-apfel.jpeg\"   alt=\"ILLUSTRATION - 08.11.2023, Sachsen, Leipzig: Ein Kind isst ein St\u00fcck Apfel von einem Teller mit Snacks.  (zu dpa: \u00abLimo, Tiefk\u00fchlpizza, Wurst - f\u00fcr Kinder besonders sch\u00e4dlich?\u00bb) Foto: Hendrik Schmidt\/dpa +++ dpa-Bildfunk +++\" aria-labelledby=\"caption-15488804\" width=\"440\" height=\"330\" loading=\"lazy\" class=\"tspAKg4\"\/> Forschende vermuten, dass gesunde Nahrung positiv auf die Psyche von Kindern und Jugendlichen auswirken k\u00f6nnte. <\/p>\n<p class=\"tspTc9\"> \u00a9 dpa\/Hendrik Schmidt <\/p>\n<p> Kann sich die Ern\u00e4hrung auf die psychische Gesundheit auswirken? <\/p>\n<p class=\"tspBPlq\">Eine <a href=\"https:\/\/jamanetwork.com\/journals\/jamanetworkopen\/fullarticle\/2845768?utm_campaign=articlePDF&amp;utm_medium=articlePDFlink&amp;utm_source=articlePDF&amp;utm_content=jamanetworkopen.2026.0434\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"link link--external\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"external\" aria-describedby=\"message-target-blank\">kanadische Studie<\/a> sieht jedenfalls Hinweise darauf, dass der Verzehr von hochverarbeiteten Lebensmitteln in der fr\u00fchen Kindheit die Verhaltens- und emotionale Entwicklung negativ beeinflussen kann. Daf\u00fcr untersuchten die Forschenden die Ern\u00e4hrungsgewohnheiten von fast 2.100 Kindern im Alter von drei Jahren und deren Verhalten im Alter von f\u00fcnf Jahren.<\/p>\n<p>Eine psychische St\u00f6rung kann man nicht allein durch gesundes Essen verhindern.<\/p>\n<p class=\"tspB1ms\">Christine M. Freitag, Deutsche Gesellschaft f\u00fcr Kinder- und Jugendpsychiatrie<\/p>\n<p class=\"tspBPlq\">Dabei zeigte sich, dass kleine Kinder, die mehr hochverarbeitete Lebensmittel a\u00dfen, sp\u00e4ter vermehrt Verhaltensauff\u00e4lligkeiten zeigten. Die Fachleute folgern daraus, dass eine ges\u00fcndere Ern\u00e4hrung sich langfristig vorteilhaft auf die Psyche auswirken k\u00f6nnte.<\/p>\n<p class=\"tspBPlq\">\u201eGesundes Essen ist immer gut\u201c, sagt Christine M. Freitag von der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Kinder- und Jugendpsychiatrie. \u201eAber eine psychische St\u00f6rung kann man nicht allein durch gesundes Essen verhindern. Da gibt es zahlreiche weitere Risikofaktoren.\u201c Kritisch sieht sie, dass die Studie nicht untersucht hat, ob bei den Kindern auch genetische Faktoren eine Rolle gespielt haben k\u00f6nnten oder ob die Eltern selbst an psychischen St\u00f6rungen litten.<\/p>\n<p class=\"tspBPlq\">Denn etwa bei Eltern mit ADHS sei die Wahrscheinlichkeit h\u00f6her, dass der Alltag zu Hause unstrukturierter und weniger geplant ablaufe, wodurch mehr Fertiggerichte auf den Tisch kommen k\u00f6nnten, erl\u00e4utert die\u00a0Direktorin\u00a0der Klinik f\u00fcr Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters am Frankfurter Universit\u00e4tsklinikum. Zugleich h\u00e4tten die Kinder selbst ein h\u00f6heres ADHS-Risiko. \u201eBetroffene Kinder essen oft schlechter.\u201c Auch Eltern mit Depressionen h\u00e4tten Probleme, den Alltag zu bew\u00e4ltigen und ihren Kindern ausgewogene Mahlzeiten zuzubereiten.<\/p>\n<p> Wie eindeutig ist die Forschungslage? <\/p>\n<p class=\"tspBPlq\">Dass hochverarbeitete Lebensmittel, die viel Salz, Zucker, Fette und Zusatzstoffe enthalten, ungesund sind, darin sind sich viele Fachleute einig. Doch welche Krankheiten diese genau beg\u00fcnstigen k\u00f6nnen, ist noch unklar. \u201eTats\u00e4chlich wei\u00df man leider noch gar nicht so viel \u00fcber die Mechanismen\u201c, sagt Ern\u00e4hrungsexpertin Graf.<\/p>\n<p class=\"tspBPlq\">Dazu m\u00fcsse man mehr Interventionsstudien machen, bei denen zum Beispiel eine Gruppe von Testpersonen gezielt eine bestimmte Menge hochverarbeitete Lebensmittel \u00fcber einen festgelegten Zeitraum bekomme, sagt sie. Danach m\u00fcssten Parameter wie Blutdruck, K\u00f6rpergewicht, Blut- und Urinproben mit denen einer Kontrollgruppe verglichen werden, die in dieser Zeit keine hochverarbeiteten Lebensmittel zu essen bekomme.<\/p>\n<p>Lesen Sie mehr zum Thema Gesundheit auf Tagesspiegel Plus<a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/gesundheit\/das-grosse-faser-fieber-der-neue-ernahrungs-hype-um-ballaststoffe-im-realitatscheck-15446774.html?icid=topic-list_15488799___\" data-gtm-class=\"article-mzt-link\" data-hydrate-fingerprint=\"09740a54944caac75fd2c0c63fd5c5df\" 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Man muss auch die Wechselwirkungen der Inhaltsstoffe genauer betrachten, welche Auswirkungen etwa Aromastoffe auf die Verzehrmenge haben und wie die Textur dazu beitr\u00e4gt.\u201c (dpa)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Limos in bunten Flaschen, Wurst oder Chips in Tierform und ges\u00fc\u00dfter Joghurt mit beliebten Filmmotiven\u00a0\u2013 in den Supermarktregalen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":107346,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[20],"tags":[46,42,124,123,38734,630,1938,44,7734],"class_list":{"0":"post-107345","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-gesundheit","8":"tag-at","9":"tag-austria","10":"tag-gesundheit","11":"tag-health","12":"tag-herz-und-kreislauf","13":"tag-jugend","14":"tag-nahrungsergaenzungsmittel","15":"tag-oesterreich","16":"tag-vorsorge"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116418289836982050","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/107345","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=107345"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/107345\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/107346"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=107345"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=107345"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=107345"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}