{"id":107957,"date":"2026-04-17T11:26:07","date_gmt":"2026-04-17T11:26:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/107957\/"},"modified":"2026-04-17T11:26:07","modified_gmt":"2026-04-17T11:26:07","slug":"vitamin-d-diese-stille-veraenderung-im-gehirn-beginnt-jahrzehnte-vor-alzheimer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/107957\/","title":{"rendered":"Vitamin D: Diese stille Ver\u00e4nderung im Gehirn beginnt Jahrzehnte vor Alzheimer"},"content":{"rendered":"<p>Eines der beliebtesten Nahrungserg\u00e4nzungsmittel ist Vitamin D. Forscher haben nun herausgefunden, dass ab einem gewissen Alter ein h\u00f6herer Spiegel mit weniger Alzheimer-Markern im Gehirn zusammenh\u00e4ngt. Sie sehen einen vielversprechenden Ansatz.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Wenn das Sonnenlicht fehlt, nehmen viele Vitamin D ein. Tropfen oder Tabletten sollen ausgleichen, was der K\u00f6rper nicht selbst produzieren kann.<\/p>\n<p>Dass Vitamin D Knochen und Immunsystem st\u00e4rkt, ist lange bekannt. Doch eine neue Studie legt nahe, dass der Spiegel im Blut auch mit Ver\u00e4nderungen im Gehirn zusammenh\u00e4ngt, die sich erst viele Jahre sp\u00e4ter zeigen.<\/p>\n<p>Forscher der Universit\u00e4t Galway und der Boston University begleiteten 793 Menschen, die zu Beginn im Durchschnitt 39 Jahre alt waren und noch keine Demenz hatten. Zuerst bestimmten sie den Vitamin-D-Spiegel im Blut. Rund 16 Jahre sp\u00e4ter scannten sie die Gehirne der Teilnehmer. Sie suchten gezielt nach zwei Eiwei\u00dfen, die bei Alzheimer auftreten: Tau und Amyloid-Beta. 34 Prozent der Teilnehmer hatten zu Beginn niedrige Vitamin-D-Werte, nur f\u00fcnf Prozent nahmen Pr\u00e4parate ein. Die Ergebnisse erschienen in der Fachzeitschrift<a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.neurology.org\/doi\/10.1212\/WN9.0000000000000057\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.neurology.org\/doi\/10.1212\/WN9.0000000000000057&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\"> Neurology Open Access<\/a>. <\/p>\n<p>Wer in der Lebensmitte mehr Vitamin D im Blut hatte, wies sp\u00e4ter weniger Tau-Ablagerungen im Gehirn auf. Das zeigte sich besonders in den Regionen, die bei Alzheimer fr\u00fch betroffen sind. Etwa im entorhinalen Kortex, im Gyrus parahippocampalis und in der Amygdala.<\/p>\n<p>Der Zusammenhang blieb auch bestehen, nachdem die Forscher Alter, Blutdruck, Rauchen und andere Risikofaktoren ber\u00fccksichtigt hatten. F\u00fcr Amyloid-Beta fanden sie dagegen keinen Zusammenhang.<\/p>\n<p>Tau-Proteine kommen nat\u00fcrlicherweise in Nervenzellen vor, wo sie wichtige Strukturen st\u00fctzen. Ver\u00e4ndern sie sich krankhaft, lagern sie sich im Gehirn ab und beeintr\u00e4chtigen die Zellen \u2013 oft lange bevor erste Symptome auftreten. Dass sich dieser Effekt gerade in den fr\u00fch betroffenen Regionen zeigt, macht den Befund f\u00fcr die Forscher besonders interessant.<\/p>\n<p>\u201eDas mittlere Lebensalter ist eine Zeit, in der die Modifizierung von Risikofaktoren eine gr\u00f6\u00dfere Wirkung haben kann\u201c, wird Hauptautor Martin Mulligan zitiert. Auch die leitende Autorin Emer McGrath betont: \u201eEin niedriger Vitamin-D-Spiegel im mittleren Lebensalter k\u00f6nnte ein Ansatzpunkt sein, um das Risiko fr\u00fcher Ver\u00e4nderungen im Gehirn zu verringern.\u201c<\/p>\n<p>Warum Vitamin D damit zusammenh\u00e4ngt, ist noch nicht vollst\u00e4ndig gekl\u00e4rt. Das Vitamin d\u00e4mpft Entz\u00fcndungen im Gehirn und sch\u00fctzt Zellen vor oxidativem Stress. Es beeinflusst au\u00dferdem Enzyme, die an der krankhaften Ver\u00e4nderung von Tau-Proteinen beteiligt sind. Auch im Hippocampus, eine Region, die bei Alzheimer fr\u00fch gesch\u00e4digt wird, finden sich Vitamin-D-Rezeptoren.<\/p>\n<p>Wer viel Vitamin D im Blut hat, k\u00f6nnte allerdings schlicht ges\u00fcnder leben, das l\u00e4sst sich mit dieser Studie nicht ausschlie\u00dfen. Die Forscher bestimmten den Spiegel zudem nur einmal, einen klaren Schwellenwert konnten sie nicht festlegen. Bisherige Studien hatten vor allem \u00e4ltere Menschen untersucht. Die neue Studie schaut fr\u00fcher hin. In eine Lebensphase ohne Symptome.<\/p>\n<p>Auff\u00e4llig ist, dass sich der Zusammenhang mit Tau zeigt, nicht aber mit Amyloid. Das k\u00f6nnte zum bekannten Verlauf der Erkrankung passen: Tau lagert sich fr\u00fcher im Gehirn ab als Amyloid und l\u00e4sst sich deshalb in einer noch gesunden, j\u00fcngeren Gruppe eher nachweisen.<\/p>\n<p>Ob Vitamin-D-Pr\u00e4parate das Demenzrisiko tats\u00e4chlich senken k\u00f6nnen, m\u00fcssen weitere Studien belegen. Die Untersuchung legt vor allem nahe: Was das Gehirn sp\u00e4ter sch\u00fctzt, entscheidet sich wom\u00f6glich schon in der Lebensmitte, lange bevor jemand Symptome bemerkt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Eines der beliebtesten Nahrungserg\u00e4nzungsmittel ist Vitamin D. 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