{"id":107977,"date":"2026-04-17T11:36:06","date_gmt":"2026-04-17T11:36:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/107977\/"},"modified":"2026-04-17T11:36:06","modified_gmt":"2026-04-17T11:36:06","slug":"rechnungshof-sieht-fehler-bei-bauabwicklung-des-linzer-donauparkstadions","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/107977\/","title":{"rendered":"Rechnungshof sieht Fehler bei Bauabwicklung des Linzer Donauparkstadions"},"content":{"rendered":"<p> LINZ. Der Neubau des Donauparkstadions in Linz hat laut Rechnungshof (RH) am Ende deutlich mehr gekostet als urspr\u00fcnglich vorgesehen. Das zeigt ein aktueller Bericht des Rechnungshofs. Insgesamt beliefen sich die \u00f6ffentlichen Investitionen laut den Berechnungen der Pr\u00fcfer auf rund 59,9 Millionen Euro. Der Rechnungshof empfiehlt, rund eine Million Euro zur\u00fcckzufordern.\u00a0 <\/p>\n<p>Der Bau des Linzer Donauparkstadions, das 2023 fertiggestellt wurde, war um einiges teurer als geplant, stellt der Rechnungshof (RH) fest. Doch das ist nicht der einzige Kritikpunkt.<\/p>\n<p>Keine umfassende Kosten-Nutzen-Analyse<\/p>\n<p>Laut Rechnungshof gab es vor Projektbeginn keine umfassende Kosten-Nutzen-Analyse \u2013 trotz der hohen Investitionssumme. Diese Summen wurden vom Land Ober\u00f6sterreich, der Stadt Linz, der Immobilien Linz GmbH &amp; Co KG (ILG) und der Donauparkstadiongesellschaft getragen. <\/p>\n<p>Auch bei der Projektsteuerung sieht der RH Verbesserungsbedarf: Der Bauherr \u2013 die eigens f\u00fcr den Bau des Stadions gegr\u00fcndete Donauparkstadiongesellschaft \u2013 informierte den Gemeinderat und den Aufsichtsrat nicht regelm\u00e4\u00dfig, sondern nur anlassbezogen, \u00fcber wichtige Entwicklungen, wird kritisiert.<\/p>\n<p>Genehmigten Investitionskosten \u00fcberschritten<\/p>\n<p>Im Laufe des Projekts wurde der urspr\u00fcngliche Leistungsumfang mehrfach angepasst. So wurden etwa Medientechnik, Trafostation und Netzanschluss aus dem Bauauftrag herausgenommen und sp\u00e4ter gesondert als Zusatzauftr\u00e4ge beauftragt. Dadurch konnten die urspr\u00fcnglich genehmigten Kosten von 39,8 Millionen Euro zun\u00e4chst weitgehend eingehalten werden, tats\u00e4chlich kamen aber zus\u00e4tzliche Ausgaben hinzu. <\/p>\n<p>Insgesamt \u00fcberschritt die Stadiongesellschaft laut Rechnungshof die genehmigten Investitionskosten um etwa 4,2 Millionen Euro beziehungsweise 10,8 Prozent.<\/p>\n<p>Falsche Abrechnung und \u00dcberzahlung<\/p>\n<p>Auch die Vergabe und Abrechnung des Projekts standen im Fokus der Pr\u00fcfung. W\u00e4hrend des Vergabeverfahrens wurde von Fixpreisen auf ver\u00e4nderliche Preise umgestellt. Laut Rechnungshof f\u00fchrte dies zu \u00dcberzahlungen an den Totalunternehmer. Allein in diesem Bereich wurden rund 498.000 Euro zu viel bezahlt, kommen die Pr\u00fcfer zum Schluss. Weitere 483.000 Euro seien zudem auf doppelt verrechnete Preissteigerungen beim Baustahl gefallen.<\/p>\n<p>Diese beiden Summen zusammengerechnet \u2013 fast eine Million Euro \u2013 soll sich nun der Bauherr vom zust\u00e4ndigen Totalunternehmer zur\u00fcckholen, empfiehlt der RH.<\/p>\n<p>Schulungen empfohlen<\/p>\n<p>Der Rechnungshof sieht die Ursachen unter anderem in M\u00e4ngeln bei der Rechnungspr\u00fcfung. K\u00fcnftig sollten die entsprechenden Prozesse \u00fcberarbeitet und Mitarbeiter gezielt geschult werden. Zudem wird empfohlen, Preisregelungen klarer zu gestalten und bestehende Normen konsequent anzuwenden.<\/p>\n<p>Kritik von der Linzer \u00d6VP, der FP\u00d6 und den Gr\u00fcnen<\/p>\n<p>Der Bericht des Rechnungshofs l\u00f6st viele Reaktionen in der Linzer Stadtpolitik aus. <\/p>\n<p>Scharfe Kritik kommt von der Linzer \u00d6VP. Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Michael Obrovsky spricht von einem \u201eSchlag ins Gesicht der Steuerzahler\u201c und sieht politischen Kl\u00e4rungsbedarf: \u201eWas wusste Dietmar Prammer als Aufsichtsratsvorsitzender der verantwortlichen Muttergesellschaft?\u201c, so Obrovsky. Die Volkspartei fordert eine umfassende Aufarbeitung im Kontrollausschuss.<\/p>\n<p>Die FP\u00d6 Linz \u00fcbt ebenfalls harte Kritik und spricht von einem \u201eFinanzdebakel\u201c sowie einem \u201eLehrbeispiel f\u00fcr SP\u00d6-Misswirtschaft\u201c. Gemeinderat Manuel Danner fordert eine vollst\u00e4ndige Aufarbeitung im Kontrollausschuss und die Einbindung der Rechnungshof-Pr\u00fcfer.<\/p>\n<p>Auch die Gr\u00fcnen sehen dringenden Handlungsbedarf, denn \u201eder Bericht zeichnet ein Bild der Sorglosigkeit, Schlamperei und mangelnder Kontrolle seitens der Verantwortlichen\u201c, sagt Kontrollsprecherin Ursula Roschger. Sie fordert eine \u201eschonungslose, transparente Aufarbeitung\u201c und betont, dass angesichts der Vielzahl an Kritikpunkten \u201enicht zur Tagesordnung \u00fcbergegangen werden darf\u201c.<\/p>\n<p>\u201eTrotz Kritik ein Erfolgsprojekt\u201c<\/p>\n<p>Die Stadt Linz und die Immobilien Linz GmbH (ILG) wiederum sehen den Rechnungshofbericht als Grundlage f\u00fcr Verbesserungen und wollen die Empfehlungen umsetzen. <\/p>\n<p>Geplant sind mehr Transparenz, klarere Vertragsgrundlagen sowie strengere Kontroll- und Pr\u00fcfprozesse. Vizeb\u00fcrgermeisterin, Liegenschaftsreferentin und Aufsichtsratsvorsitzende der ILG Merima Zukan (SP\u00d6) betont, dass die Zwei-Stadien-L\u00f6sung bewusst getroffen worden sei und das Projekt bereits Wirkung zeige: \u201eDas Donauparkstadion ist weit mehr als eine Sportst\u00e4tte: Es st\u00e4rkt die Identit\u00e4t eines ganzen Quartiers, belebt die lokale Wirtschaft und \u00fcbertrifft die geplanten Ertr\u00e4ge.\u201c<\/p>\n<p>Verbesserungen angek\u00fcndigt<\/p>\n<p>Immobilien Linz GmbH (ILG)-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Markus Eidenberger verweist auf die schwierigen Rahmenbedingungen w\u00e4hrend der Bauphase und k\u00fcndigt Verbesserungen an: \u201eDie Hinweise des Rechnungshofs flie\u00dfen in unsere laufende Organisationsentwicklung ein: von standardisierten Berichten \u00fcber klare Pr\u00fcfpfade bis zu noch stringenteren Vertragsgrundlagen. Konkret erh\u00f6hen wir Transparenz und Governance, sch\u00e4rfen Prozesse und Dokumentation und st\u00e4rken die Qualit\u00e4tssicherung.\u201c<\/p>\n<p>Sonderpr\u00fcfung gefordert<\/p>\n<p>Der Linzer Kontrollausschuss-Vorsitzende Georg Redlhammer (NEOS) fordert eine Sonderpr\u00fcfung, da sich die Bewertungen von Kontrollamt und Rechnungshof zum Donauparkstadion nach seinen Angaben deutlich widersprechen. \u201eDiese Differenz ist nicht erkl\u00e4rungsbed\u00fcrftig, sondern aufkl\u00e4rungsbed\u00fcrftig\u201c, so Redlhammer.<\/p>\n<p>Das Kontrollamt habe das Bauprojekt in fr\u00fcheren Berichten weitgehend positiv eingesch\u00e4tzt. \u201eEs braucht eine Sonderpr\u00fcfung des Kontrollamtes, um die Ursachen dieserunterschiedlichen Einsch\u00e4tzungen nachvollziehbar aufzuarbeiten\u201c, erkl\u00e4rt Redlhammer.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"LINZ. 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