{"id":10875,"date":"2026-02-24T17:33:07","date_gmt":"2026-02-24T17:33:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/10875\/"},"modified":"2026-02-24T17:33:07","modified_gmt":"2026-02-24T17:33:07","slug":"y-chromosom-verlust-bei-aelteren-maennern-erhoeht-risiko-fuer-schwere-krankheiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/10875\/","title":{"rendered":"Y-Chromosom-Verlust bei \u00e4lteren M\u00e4nnern erh\u00f6ht Risiko f\u00fcr schwere Krankheiten"},"content":{"rendered":"<p>Untersch\u00e4tztes GesundheitsrisikoWenn M\u00e4nner im Alter ihr Y-Chromosom verlieren 24.02.2026, 17:51 Uhr <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/autoren\/Hedviga-Nyarsik-article21344519.html\" class=\"article-detail-head_author___bDMZ\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" class=\"Image_img__fQCi0 Image_Img_1_1__Ei3jf\" loading=\"eager\" fetchpriority=\"high\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Hedviga-Nyarsik.webp.webp\" alt=\"Hedviga-Nyarsik\"\/>Von Hedviga Nyarsik<\/a><\/p>\n<p>Artikel anh\u00f6ren(05:37 min)<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"Image_img__fQCi0 Image_Img_16_9__4BLfH widget-picture-inline_maximizable__t_E7h\" loading=\"eager\" fetchpriority=\"high\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Y-Chromosom.webp.webp\" alt=\"Y-Chromosom\"\/>Rund 40 Prozent der 60-j\u00e4hrigen M\u00e4nner weisen einen Verlust des Y-Chromosoms in bestimmten Gewebearten auf. (Foto: picture alliance \/ Zoonar | Christoph Burgstedt)TeilenFolgen auf:<a href=\"https:\/\/www.whatsapp.com\/channel\/0029Va5cdVJD8SDp5YZgYF01\" title=\"Auf WhatsApp folgen\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/socialIcons\/whatsapp.svg\" alt=\"whatsapp\" class=\"ArticleShare_icon__FsrC2\"\/><\/a><a href=\"https:\/\/news.google.com\/publications\/CAAiEPMdif5mpRNxiLOeUpHCwwsqFAgKIhDzHYn-ZqUTcYiznlKRwsML?hl=de&amp;gl=DE&amp;ceid=DE%3Ade\" title=\"Auf Google News folgen\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/socialIcons\/google.svg\" alt=\"whatsapp\" class=\"ArticleShare_icon__FsrC2\"\/><\/a><\/p>\n<p class=\"Typography_text-m__XI0da Typography_weight-bold__uT6mq storyline_lead_text_leadtext__q_wg8\">Lange Zeit gilt das Y-Chromosom als entbehrlich. Doch jetzt bringen Forschende den Verlust im Alter mit schweren Krankheiten und einer k\u00fcrzeren Lebensdauer in Verbindung. Der Anteil der Betroffenen ist dabei bereits im mittleren Alter erstaunlich hoch.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Mit zunehmendem Alter verlieren viele M\u00e4nner in einem Teil ihrer K\u00f6rperzellen das Y-Chromosom. Lange hielten Forschende das f\u00fcr ein biologisches Kuriosum, das weitgehend folgenlos bleibt. Schlie\u00dflich tr\u00e4gt das Y im Vergleich zu anderen Chromosomen nur wenige Gene &#8211; vor allem solche, die f\u00fcr die m\u00e4nnliche Geschlechtsentwicklung und die Spermienbildung zust\u00e4ndig sind. Doch nun verdichten sich die Hinweise, dass der Verlust des Y-Chromosoms durchaus schwere Folgen haben kann &#8211; darunter &#8222;Erkrankungen im ganzen K\u00f6rper und eine verk\u00fcrzte Lebensdauer&#8220;, schreibt die Genetikerin Jenny Graves von der La Trobe University, in einem Beitrag f\u00fcr das <a class=\"inline_link\" href=\"https:\/\/theconversation.com\/men-lose-their-y-chromosome-as-they-age-scientists-thought-it-didnt-matter-but-now-were-learning-more-275823\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Wissenschaftsportal &#8222;The Conversation&#8220;<\/a>.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Neue Nachweismethoden zeigen, dass das Y-Chromosom in Geweben \u00e4lterer M\u00e4nner erstaunlich h\u00e4ufig fehlt &#8211; allerdings nicht in allen Zellen, sondern mosaikartig nur in einem Teil davon. Der Anteil dieser Y-losen Zellen steigt, je \u00e4lter man wird: Rund 40 Prozent der 60-j\u00e4hrigen M\u00e4nner weisen einen Verlust des Y in bestimmten Gewebearten auf, bei 90-J\u00e4hrigen sind es bereits 57 Prozent, wie eine<a class=\"inline_link\" href=\"https:\/\/www.science.org\/doi\/10.1126\/science.abn3100\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"> &#8222;Science&#8220;-Studie <\/a>vor vier Jahren herausfand. Demnach spielen auch Umweltfaktoren eine Rolle. So erh\u00f6hen Rauchen und der Kontakt mit krebserregenden Stoffen die Wahrscheinlichkeit zus\u00e4tzlich. Doch alles halb so wild? Davon ging man bislang aus.<\/p>\n<p>Ein nur scheinbar entbehrliches Chromosom<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Das menschliche Y-Chromosom wirkt auf den ersten Blick entbehrlich. Es enth\u00e4lt lediglich 51 proteinkodierende Gene, also Gene, die Bauanleitungen f\u00fcr Proteine enthalten &#8211; verglichen mit Tausenden auf anderen Chromosomen. Bekannt ist vor allem das Gen SRY, das die m\u00e4nnliche Entwicklung steuert, sowie mehrere Gene, die f\u00fcr die Spermienproduktion notwendig sind.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Hinzu kommt laut Expertin Graves: In Laborzellkulturen geht das Y besonders h\u00e4ufig verloren &#8211; und es ist das einzige Chromosom, dessen Verlust die Zelle nicht unmittelbar absterben l\u00e4sst. &#8222;Dies deutet darauf hin, dass keine spezifischen Funktionen, die von Y-Genen kodiert werden, f\u00fcr das Zellwachstum und die Zellfunktion notwendig sind&#8220;, schreibt Graves. Es scheint sogar so unwichtig zu sein, dass es <a class=\"inline_link\" href=\"https:\/\/www.pnas.org\/doi\/10.1073\/pnas.2211574119\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">bei einigen Nagetierarten<\/a> bereits komplett verloren gegangen ist oder durch andere Chromosomen ersetzt wurde. <\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Ist das Y-Chromosom auch beim Menschen in einer Zelle einmal verloren gegangen, kehrt es nicht zur\u00fcck. Die betroffenen Zellen teilen sich zwar weiter &#8211; aber eben ohne Y. In <a class=\"inline_link\" href=\"https:\/\/pmc.ncbi.nlm.nih.gov\/articles\/PMC10975863\/?utm_source=chatgpt.com\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Zellkulturen wachsen solche Zellen sogar schneller<\/a> als normale. Das deutet darauf hin, dass sie im K\u00f6rper wom\u00f6glich einen Wachstumsvorteil haben k\u00f6nnten &#8211; auch in Tumoren. So dokumentieren mehrere <a class=\"inline_link\" href=\"https:\/\/www.cell.com\/cell\/fulltext\/S0092-8674(23)00646-3?_returnURL=https%3A%2F%2Flinkinghub.elsevier.com%2Fretrieve%2Fpii%2FS0092867423006463%3Fshowall%3Dtrue\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Studien <\/a>Zusammenh\u00e4nge mit verschiedenen Krebsarten. Der Verlust des Y-Chromosoms ist in Krebszellen selbst h\u00e4ufig &#8211; und geht bei betroffenen M\u00e4nnern oft mit einer schlechteren Prognose einher.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Zudem geht der Verlust des Y-Chromosoms in Nierenzellen h\u00e4ufig mit <a class=\"inline_link\" href=\"https:\/\/www.mdpi.com\/1422-0067\/25\/8\/4230\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">schweren Nierenerkrankungen<\/a> einher. Mehrere Untersuchungen weisen au\u00dferdem auf einen Zusammenhang mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen hin. So ergab erst vor einem Jahr eine <a class=\"inline_link\" href=\"https:\/\/dzhk.de\/en\/newsroom\/news\/latest-news\/article\/verlust-des-y-chromosoms-als-neuer-risikofaktor-fuer-herzerkrankungen-entdeckt\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">gro\u00dfe deutsche Studie<\/a>, dass M\u00e4nner \u00fcber 60 mit einem hohen Anteil Y-loser Zellen ein erh\u00f6htes Risiko f\u00fcr Herzinfarkte haben. Auch bei <a class=\"inline_link\" href=\"https:\/\/www.mdpi.com\/1422-0067\/25\/8\/4230\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">t\u00f6dlichen Covid-19-Verl\u00e4ufen <\/a>spielte der Y-Verlust wohl eine Rolle &#8211; m\u00f6glicherweise ein Baustein zur Erkl\u00e4rung, warum M\u00e4nner h\u00e4ufiger schwer erkranken. Zu guter Letzt stellten Forschende bei <a class=\"inline_link\" href=\"https:\/\/www.mdpi.com\/1422-0067\/25\/8\/4230\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Alzheimer-Patienten <\/a>eine &#8222;zehnfach h\u00f6here H\u00e4ufigkeit des Y-Verlusts&#8220; fest.<\/p>\n<p>Ursache oder Folge?<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Ob der Verlust des Y-Chromosoms Krankheiten direkt verursacht oder lediglich begleitet, ist dabei jedoch noch nicht abschlie\u00dfend gekl\u00e4rt. &#8222;Selbst starke Zusammenh\u00e4nge beweisen noch keine Kausalit\u00e4t&#8220;, betont Graves. Denkbar sei, dass Krankheiten selbst den Verlust beg\u00fcnstigen &#8211; etwa durch verst\u00e4rkte Zellteilung bei Reparaturprozessen in Organen. Ebenso k\u00f6nne eine genetische Instabilit\u00e4t sowohl Krebs als auch den Y-Verlust f\u00f6rdern.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Es gibt allerdings auch Hinweise auf einen direkten Effekt. In einer <a class=\"inline_link\" href=\"https:\/\/www.science.org\/doi\/10.1126\/science.abn3100\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Studie mit M\u00e4usen<\/a> transplantierten Forschende Y-lose Blutzellen in bestrahlte Tiere. Diese entwickelten h\u00e4ufiger altersbedingte Erkrankungen, darunter eine schlechtere Herzfunktion bis hin zur Herzinsuffizienz.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Diese Erkenntnisse legen nahe, dass das Y-Chromosom in K\u00f6rperzellen mehr Aufgaben erf\u00fcllt als lange angenommen. &#8222;Neben den bekannten Genen wie SRY tragen mehrere der \u00fcbrigen Gene im Y-Chromosom wichtige regulatorische Funktionen, darunter auch Tumorsuppressoren&#8220;, erkl\u00e4rt Graves. M\u00f6glicherweise f\u00fchre der Verlust des Y dazu, dass Zellen nur noch eine funktionierende Kopie bestimmter Gene besitzen &#8211; was Fehlregulationen beg\u00fcnstigen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Die <a class=\"inline_link\" href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41586-023-06457-y\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">vollst\u00e4ndige DNA-Sequenz des menschlichen Y-Chromosoms<\/a> wurde erst vor wenigen Jahren entschl\u00fcsselt. &#8222;Mit der Zeit werden wir m\u00f6glicherweise herausfinden, wie einzelne Gene diese negativen gesundheitlichen Effekte verursachen&#8220;, schreibt Graves. Was lange als evolution\u00e4rer Restposten galt, k\u00f6nnte sich damit als untersch\u00e4tzter Faktor m\u00e4nnlicher Gesundheit erweisen.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-s__wu_cm Typography_weight-normal__pqUbH Typography_color-darkgrey__sZEnP article-detail-footer_source__KslPc\">Quelle: ntv.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Untersch\u00e4tztes GesundheitsrisikoWenn M\u00e4nner im Alter ihr Y-Chromosom verlieren 24.02.2026, 17:51 Uhr Von Hedviga Nyarsik Artikel anh\u00f6ren(05:37 min) Rund&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":10876,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[20],"tags":[3626,46,42,1001,6704,6703,124,123,206,3074,44],"class_list":{"0":"post-10875","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-gesundheit","8":"tag-alzheimer","9":"tag-at","10":"tag-austria","11":"tag-bildung","12":"tag-dna","13":"tag-genforschung","14":"tag-gesundheit","15":"tag-health","16":"tag-krebs","17":"tag-maenner","18":"tag-oesterreich"},"share_on_mastodon":{"url":"","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10875","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10875"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10875\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/10876"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10875"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10875"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10875"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}