{"id":109795,"date":"2026-04-18T11:06:07","date_gmt":"2026-04-18T11:06:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/109795\/"},"modified":"2026-04-18T11:06:07","modified_gmt":"2026-04-18T11:06:07","slug":"erfreulich-kitschfrei-und-bewegend-der-film-vier-minus-drei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/109795\/","title":{"rendered":"Erfreulich kitschfrei und bewegend: Der Film &#8222;Vier minus drei&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Vier minus drei \u2013 die Rechnung ist kinderleicht, aber das Ergebnis wiegt tonnenschwer: Barbara und Heli arbeiten beide als Clowns, sie in der Klinik, er auf Kleinkunstb\u00fchnen. Beim Fr\u00fchst\u00fcck sa\u00dfen sie noch als Familie am K\u00fcchentisch. Doch dann auf dem Heimweg von der Arbeit h\u00f6rt Barbara eine beunruhigende Nachricht im Radio: Es habe einen Unfall gegeben an einem Bahn\u00fcbergang mit einem Clown-Bus.<\/p>\n<p>Auf Hoffen und Bangen folgt bald brutale Gewissheit: Barbaras Mann Heli und die beiden gemeinsamen Kinder haben den Unfall nicht \u00fcberlebt. Vier minus drei macht eins. Eben noch Teil einer vierk\u00f6pfigen Familie, ist Barbara nun ganz allein. Wie weiterleben?<\/p>\n<p>Weiterleben \u2013 trotz und mit der Trauer<\/p>\n<p>Mit &#8222;Vier minus drei&#8220; ist Regisseur Adrian Goiginger ein bewegender Film gelungen \u00fcber die entsetzliche L\u00fccke, die der Tod hinterl\u00e4sst \u2013 vor allem wenn er gleich drei geliebte Menschen auf einmal aus dem Leben rei\u00dft. Es ist aber zugleich ein Film, der dieser abgrundtiefen Leere etwas entgegensetzt: die Lust am Leben, am Weiterleben \u2013 trotz und mit der Trauer.<\/p>\n<p>Goiginger erz\u00e4hlt Barbaras Geschichte auf zwei Zeitebenen. Der Film springt hin und her zwischen der Gegenwart nach dem t\u00f6dlichen Unfall und R\u00fcckblenden in die Zeit davor \u2013 und tappt dabei nicht in die Falle, die Familienvergangenheit zu verkl\u00e4ren, um den Kontrast zwischen einem gl\u00fccklichen Gestern und dem deprimierenden Heute sentimental auszumalen. Heli \u2013 gespielt als leidenschaftlicher Enthusiast von Robert Stadlober \u2013 tr\u00e4umt von einer Karriere in einem gro\u00dfen Zirkus, kommt aber \u00fcber Auftritte in Kellertheatern nicht hinaus. Barbara verdient derweil als Klinikclown einen Gro\u00dfteil des Familienunterhalts. Das f\u00fchrt unweigerlich zu Konflikten.<\/p>\n<p>Und dennoch: Allen Streitereien zum Trotz ist es die gemeinsame Faszination f\u00fcr die Magie der Clownskunst, die eine tiefe Verbindung zwischen Barbara und Heli schafft. Eine Verbundenheit, die \u00fcber den Tod hinausreicht. Und letztlich ist es auch eben diese Liebe zum Zauber zwischen Klamauk und Poesie, die Barbara hilft, loszulassen. Von Anfang an weigert sie sich, die Rolle der trauernden Witwe zu spielen. Die Beerdigung ihrer Familie verwandelt sie in ein Fest des Lebens \u2013 mit fr\u00f6hlicher Musik und bunten Luftballons.<\/p>\n<p>Der Film dr\u00fcckt nie auf die Tr\u00e4nendr\u00fcse<\/p>\n<p>Das mag nach Klischee klingen, bleibt aber in Goigingers Regie erfreulich kitschfrei. Was auch daran liegt, dass der Film nie auf die Tr\u00e4nendr\u00fcse dr\u00fcckt, sondern sich viel Zeit nimmt, seine herausragende Hauptdarstellerin einfach nur zu beobachten. Valerie Pachner vermag es, die inneren K\u00e4mpfe ihrer Figur in kleinsten Regungen sichtbar zu machen. <\/p>\n<p>Und so erleben wir eine Frau, die immer wieder Gefahr l\u00e4uft, in einen Strudel hinabgezogen zu werden ins Bodenlose, die sich aber doch immer wieder freischwimmt. Irgendwann lernt Barbara einen Mann kennen und eine neue Rechnung scheint auf: eins plus eins gibt zwei, und \u2013 wer wei\u00df \u2013 am Ende sogar wieder vier? Dass der Film es offenl\u00e4sst, ob auch diese Rechnung so kinderleicht ist, ist eine weitere seiner St\u00e4rken.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Vier minus drei \u2013 die Rechnung ist kinderleicht, aber das Ergebnis wiegt tonnenschwer: Barbara und Heli arbeiten beide&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":109796,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[23],"tags":[1263,46,42,151,147,208,152,150,44,4709,148,1271],"class_list":{"0":"post-109795","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-kino","8":"tag-adrian-goiginger","9":"tag-at","10":"tag-austria","11":"tag-cinema","12":"tag-entertainment","13":"tag-film","14":"tag-kino","15":"tag-movie","16":"tag-oesterreich","17":"tag-robert-stadlober","18":"tag-unterhaltung","19":"tag-valerie-pachner"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116425391117288737","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/109795","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=109795"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/109795\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/109796"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=109795"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=109795"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=109795"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}