{"id":111732,"date":"2026-04-19T12:45:07","date_gmt":"2026-04-19T12:45:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/111732\/"},"modified":"2026-04-19T12:45:07","modified_gmt":"2026-04-19T12:45:07","slug":"fcas-in-europa-streit-um-fuehrung-und-zukunft-des-luftkampfsystems-wirtschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/111732\/","title":{"rendered":"FCAS in Europa: Streit um F\u00fchrung und Zukunft des Luftkampfsystems &#8211; Wirtschaft"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1vw426e\">Es ist schon ziemlich bemerkenswert, wie viel Energie die am europ\u00e4ischen Luftkampfsystem FCAS beteiligten <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Unternehmen\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Unternehmen<\/a> aufbringen, um zuerst \u00fcber ihre F\u00fchrungsrolle zu streiten und in aller \u00d6ffentlichkeit ihre Machtk\u00e4mpfe auszutragen. Und dann wochenlang versuchen, mithilfe von Mediatoren ihren Streit zu schlichten. Als h\u00e4tte Russland nicht schon vor \u00fcber vier Jahren die Ukraine \u00fcberfallen. Als w\u00e4re ein au\u00dfer Kontrolle geratener US-Pr\u00e4sident Donald Trump nicht l\u00e4ngst dabei, den alten Westen, so wie wir ihn kannten, zu zerschlagen und eine neue Weltordnung zu bauen, die nicht mehr auf Werte, sondern auf milit\u00e4rische H\u00e4rte und Willk\u00fcr setzt.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Es sind Zeiten, in denen politische Grundsatzdebatten in Berlin, Paris und Br\u00fcssel aus guten Gr\u00fcnden davon handeln, warum Europa milit\u00e4risch souver\u00e4ner werden muss, um sich im Notfall auch ohne die USA verteidigen zu k\u00f6nnen. Aber Frankreich und Deutschland sowie die ma\u00dfgeblich an FCAS beteiligten Konzerne Dassault und <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Airbus\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Airbus<\/a> sind mit sich selbst besch\u00e4ftigt. Gruppentherapie in geopolitisch anspruchsvollen Zeiten \u2013 darauf muss man erst mal kommen.<\/p>\n<p>Kleingeistigkeit und gro\u00dfes Drama<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">So kommen Kleingeistigkeit und gro\u00dfes Drama zusammen: Von hoher See aus rollt, massiv und f\u00fcr alle sichtbar, ein gigantischer Tsunami heran. Und die Menschen am Strand? Streiten, gut gebr\u00e4unt und frisch ge\u00f6lt, \u00fcber die besten Sonnenst\u00fchle in der ersten Reihe. Die Strand-Metapher erinnert in diesen Tagen auch auf ungute Weise an das 100-Milliarden-Euro-Projekt FCAS .<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Die Abk\u00fcrzung steht f\u00fcr \u201eFuture Combat Air System\u201c, dem wohl wichtigsten europ\u00e4ischen R\u00fcstungsprojekt \u00fcberhaupt. Ein intelligentes Kampfsystem, bestehend aus zentralem Jet, Drohnenschw\u00e4rmen, Satellitensteuerung und jeder Menge k\u00fcnstlicher Intelligenz. Ein europ\u00e4isches Projekt, das die aktuellen Kampfflugzeuge Eurofighter und Rafale ersetzen und von 2040\/2045 an im Einsatz sein soll.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/cd0ddd36-896c-43d7-8628-4626390bd69d.jpg\"   alt=\"Gruppenbild vor FCAS-Modell: Frankreichs Pr\u00e4sident Emmanuel Macron (3.v.l.) und die damalige Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (2.v.l.) 2019 bei der 53. Internationalen Pariser Luftfahrtausstellung auf dem Flughafen Le Bourget.\" loading=\"lazy\" class=\"css-8atqhb\"\/>Gruppenbild vor FCAS-Modell: Frankreichs Pr\u00e4sident Emmanuel Macron (3.v.l.) und die damalige Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (2.v.l.) 2019 bei der 53. Internationalen Pariser Luftfahrtausstellung auf dem Flughafen Le Bourget. Benoit Tessier\/picture alliance\/dpa\/POOL Reuter<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Als die damalige Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen die Vereinbarung zu diesem Projekt im Juni 2019 zusammen mit ihren Amtskolleginnen aus Frankreich und Spanien auf den Weg brachte, lobten die Unterzeichnerinnen: \u201eDie europ\u00e4ische Zukunft beginnt heute.\u201c Gro\u00dfe Gesten, gro\u00dfe Rhetorik, gro\u00dfer Plan, gro\u00dfe Zukunft.<\/p>\n<p>Die Frage ist: Wie beendet man einen jahrelangen Machtkampf?<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Was stattdessen aber begann, war eine lange Phase der Streitereien und Sticheleien. Jahre, in denen aber auch Milliarden investiert wurden. Vor allem Dassault-Chef \u00c9ric Trappier war es, der auf der F\u00fchrungsrolle beim Bau des Flugzeugs beharrte \u2013 ein sehr spezielles Verst\u00e4ndnis von Kooperation, bei dem die Partner von Airbus Defence nicht mitgehen wollten. Bei FCAS sollte mindestens auf Augenh\u00f6he gearbeitet werden \u2013 finanziell, strategisch, technologisch.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Um nun zu retten, was zu retten ist, wurden vor einigen Wochen noch zwei Mediatoren ins Rennen geschickt: der fr\u00fchere Chef des Panzerbauers KMW, Frank Haun, und der ehemalige franz\u00f6sische R\u00fcstungsmanager Laurent Collet-Billon. Medienberichten zufolge soll auch dieser vermutlich letzte Schlichtungsversuch gescheitert sein. FCAS h\u00e4ngt also in der Luft, immer noch und mehr denn je. M\u00f6glich ist, dass sich Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und der franz\u00f6sische Pr\u00e4sident Emmanuel Macron in den kommenden Tagen doch noch einmal aufraffen und eine L\u00f6sung pr\u00e4sentieren.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Ein Vorschlag, der zurzeit stark ventiliert wird, sieht den Bau von zwei verschiedenen Kampfjets vor. Die deutsch-franz\u00f6sische Kooperation, mit der mal Europas Zukunft beginnen sollte, w\u00fcrde sich dann auf die Kooperation bei Drohnen und bei den Cloud-Technologien beschr\u00e4nken. Bef\u00fcrworter dieses Modells setzen auf die gesichtswahrende Wirkung einer solchen L\u00f6sung: FCAS w\u00e4re ja nicht komplett gescheitert, sondern h\u00e4tte nur eine Art neues Design bekommen. Kann man so sehen. Man kann es aber auch ganz anders lesen: Zwei getrennte Jets als Symbol f\u00fcr die Unf\u00e4higkeit zweier gro\u00dfer europ\u00e4ischer Staaten, etwas Gemeinsames auf die Beine zu stellen.<\/p>\n<p>Was FCAS \u00fcber den Zustand Europas sagt? Nichts Gutes.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">So oder so w\u00e4re das Jahrhundertprojekt FCAS schon von Beginn an massiv besch\u00e4digt, und der Fall sagt damit vermutlich weniger \u00fcber Kampfflugzeuge an sich aus als \u00fcber die deutsch-franz\u00f6sischen Beziehungen. \u00dcber den Zustand Europas und die Befindlichkeiten von Gro\u00dfkonzernen, die ihre eigenen Interessen und Egoismen \u00fcber das Wohl eines gesamten Kontinents stellen. Und es spielt leider jenen Feinden Europas in die H\u00e4nde, die den alten Kontinent als geopolitische Macht l\u00e4ngst abgemeldet haben und ihn nur noch als Spielball ihrer eigenen Machtinteressen betrachten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Es ist schon ziemlich bemerkenswert, wie viel Energie die am europ\u00e4ischen Luftkampfsystem FCAS beteiligten Unternehmen aufbringen, um zuerst&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":111733,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[533,39865,76,75,74,39581,4877,1622,1076,93,255],"class_list":{"0":"post-111732","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-europa","8":"tag-airbus","9":"tag-dassault","10":"tag-eu","11":"tag-europa","12":"tag-europe","13":"tag-fcas","14":"tag-leserdiskussion","15":"tag-luftfahrt","16":"tag-sueddeutsche-zeitung","17":"tag-unternehmen","18":"tag-wirtschaft"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116431442743280058","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/111732","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=111732"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/111732\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/111733"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=111732"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=111732"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=111732"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}