{"id":112181,"date":"2026-04-19T18:33:07","date_gmt":"2026-04-19T18:33:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/112181\/"},"modified":"2026-04-19T18:33:07","modified_gmt":"2026-04-19T18:33:07","slug":"papst-in-angola-mahnung-gegen-korruption-und-ausbeutung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/112181\/","title":{"rendered":"Papst in Angola: Mahnung gegen Korruption und Ausbeutung"},"content":{"rendered":"<p>Der Besuch von Papst Leo XIV. in Angola, einem an Erd\u00f6l und Mineralien reichen Staat im S\u00fcdwesten Afrikas, ist die dritte Station seiner Reise durch vier afrikanische L\u00e4nder.<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>Bereits im Flugzeug machte das Kirchenoberhaupt deutlich, dass es &#8222;nicht im Geringsten in seinem Interesse&#8220; liege, mit Donald Trump zu diskutieren. Stattdessen wolle er weiterhin die Botschaft des Evangeliums von Frieden, Gerechtigkeit und Br\u00fcderlichkeit in Afrika verk\u00fcnden. US-Vizepr\u00e4sident JD Vance bedankte sich sp\u00e4ter in sozialen Netzwerken f\u00fcr diese Worte.<\/p>\n<p>&#8222;Ich bin Papst Leo dankbar f\u00fcr diese Worte. Die Berichterstattung vieler Medien sch\u00fcrt st\u00e4ndig Konflikte \u2013 und ja, es hat echte Differenzen gegeben, und es wird sie auch weiterhin geben \u2013, doch die Wirklichkeit ist oft sehr viel komplexer. Papst Leo verk\u00fcndet das Evangelium, wie es seine Aufgabe ist. Das bedeutet zwangsl\u00e4ufig, dass er seine Sicht zu den moralischen Fragen unserer Zeit \u00e4u\u00dfert. Der Pr\u00e4sident \u2013 und die gesamte Regierung \u2013 versuchen, diese moralischen Grunds\u00e4tze in einer chaotischen Welt umzusetzen. Wir werden f\u00fcr ihn beten, und ich hoffe, dass auch wir in seinen Gebeten vorkommen&#8220;, schrieb Vance auf der Plattform X.<\/p>\n<p>Nachdem er sich mit Angolas Pr\u00e4sident Jo\u00e3o Louren\u00e7o getroffen hatte, hielt der Papst seine erste Rede vor den Regierungsvertretern des Landes. Darin erinnerte er mehrfach an die schwierige Geschichte Angolas, die von kolonialer Auspl\u00fcnderung und B\u00fcrgerkrieg gepr\u00e4gt ist.<\/p>\n<p>&#8222;Ich m\u00f6chte euch in einem Geist des Friedens begegnen und daran erinnern, dass euer Volk \u00fcber Sch\u00e4tze verf\u00fcgt, die man weder kaufen noch stehlen kann&#8220;, mahnte der Papst.<\/p>\n<p>&#8222;Ihr wisst nur zu gut, dass Menschen viel zu oft \u2013 und bis heute \u2013 auf euer Land blicken, um zu geben oder, noch h\u00e4ufiger, um zu nehmen&#8220;, sagte Leo vor den angolanischen Beh\u00f6rden.<\/p>\n<p>Angola ist nach Angaben der Internationalen Energieagentur derzeit <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/2026\/04\/18\/papst-angola\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">der viertgr\u00f6\u00dfte Erd\u00f6lproduzent Afrikas<\/a> und geh\u00f6rt zu den zwanzig gr\u00f6\u00dften Produzenten weltweit. Das Land ist au\u00dferdem der drittgr\u00f6\u00dfte Diamantenf\u00f6rderer der Welt und verf\u00fcgt \u00fcber bedeutende Vorkommen an Gold und begehrten strategischen Mineralien.<\/p>\n<p>Trotz dieser reichen nat\u00fcrlichen Ressourcen sch\u00e4tzte die Weltbank im Jahr 2023, dass mehr als drei\u00dfig Prozent der Bev\u00f6lkerung von weniger als zwei Dollar und f\u00fcnfzehn Cent pro Tag leben.<\/p>\n<p>&#8222;Diesen Kreislauf von Interessen zu durchbrechen ist unerl\u00e4sslich&#8220;, f\u00fcgte der Papst mit Blick auf die angolanische Regierung hinzu. &#8222;Er reduziert die Wirklichkeit und sogar das Leben selbst auf blo\u00dfe Ware.&#8220;<\/p>\n<p>Nach der Unabh\u00e4ngigkeit von Portugal im Jahr 1975 st\u00fcrzte Angola in einen blutigen B\u00fcrgerkrieg, der 27 Jahre dauerte.<\/p>\n<p>Der Krieg in Angola entwickelte sich zu einem Stellvertreterkonflikt des Kalten Krieges. Die USA und S\u00fcdafrika unterst\u00fctzten auf der einen Seite die Bewegung f\u00fcr die Befreiung Angolas (MPLA), w\u00e4hrend die Sowjetunion und Kuba auf der anderen Seite die Nationale Union f\u00fcr die vollst\u00e4ndige Unabh\u00e4ngigkeit Angolas (UNITA) f\u00f6rderten.<\/p>\n<p>Nach dem Ende des Krieges rutschte das Land in ein Einparteiensystem ab, gef\u00fchrt von einem Politiker, den viele als autorit\u00e4r beschrieben.<\/p>\n<p>Jos\u00e9 Eduardo dos Santos, einer der Gr\u00fcnder der MPLA, regierte Angola 38 Jahre lang, von 1979 bis 2017, und wurde beschuldigt, Milliardenbetr\u00e4ge aus \u00f6ffentlichen Kassen \u2013 \u00fcberwiegend aus den \u00d6leinnahmen des Landes \u2013 f\u00fcr seine Familie abgezweigt zu haben, w\u00e4hrend Millionen Menschen in Armut lebten.<\/p>\n<p>Nachdem Jo\u00e3o Louren\u00e7o 2017 das Pr\u00e4sidentenamt \u00fcbernommen hatte, sch\u00e4tzte seine Regierung, dass Jos\u00e9 Eduardo dos Santos mindestens 24 Milliarden US-Dollar veruntreut oder beiseitegeschafft hatte. Die Regierung Louren\u00e7o versprach, Korruption zu bek\u00e4mpfen, und versucht seither, mutma\u00dflich in der \u00c4ra der Familie dos Santos unterschlagene Gelder zur\u00fcckzuholen.<\/p>\n<p>Kritiker halten dagegen, dass Angola weiterhin unter massiver Korruption leidet. Sie fragen, ob die Ma\u00dfnahmen von Jo\u00e3o Louren\u00e7o nicht vor allem politische Rivalen treffen und ihm helfen sollen, seine Macht zu festigen.<\/p>\n<p>An der Seite von Papst Leo XIV. erkl\u00e4rte Angolas Pr\u00e4sident, die Regierung sei entschlossen, das Leben der Bev\u00f6lkerung zu verbessern. Das bleibe jedoch eine &#8222;komplexe und schwierige Herausforderung&#8220;. Jo\u00e3o Louren\u00e7o rief zudem zu einem Ende des Krieges im Iran auf und bat den Papst, seine &#8222;moralische Autorit\u00e4t&#8220; weiter zu nutzen, um Frieden und Verst\u00e4ndigung zwischen den V\u00f6lkern zu f\u00f6rdern.<\/p>\n<p>Papst in Angola: Besuch in Muxima gilt als H\u00f6hepunkt<\/p>\n<p>In Kilamba rief Leo XIV. in der Messe am Sonntagmorgen zum Frieden in der Ukraine und im gesamten Nahen Osten auf. In seiner auf Portugiesisch gehaltenen Ansprache forderte der Papst ein Ende der Korruption in Angola und sprach von der Notwendigkeit, die &#8222;Wunde der Korruption&#8220; zu heilen.<\/p>\n<p>&#8222;Wir k\u00f6nnen und wollen ein Land aufbauen, in dem alte Spaltungen f\u00fcr immer \u00fcberwunden sind, in dem Hass und Gewalt verschwinden, in dem die Wunde der Korruption durch eine neue Kultur der Gerechtigkeit und des Teilens geheilt wird&#8220;, sagte er, wie die Agentur Ecclesia berichtete.<\/p>\n<p>Nach der Messe in Kilamba am Rand von Luanda reiste der Papst weiter nach Muxima. Dieser Abschnitt gilt als H\u00f6hepunkt des Besuchs von Leo XIV. in Angola. Der Papst betete in der Kirche Mam\u00e3 Muxima (Mutter des Herzens) den Rosenkranz. Das Heiligtum geh\u00f6rt zu den beliebtesten katholischen Wallfahrtsorten in einem Land, in dem rund vierundvierzig Prozent der Bev\u00f6lkerung katholisch sind.<\/p>\n<p>Die Kirche Nossa Senhora da Muxima lie\u00dfen die Portugiesen Ende des 16. Jahrhunderts als Teil eines befestigten Komplexes errichten und sie entwickelte sich zu einem Drehkreuz des Sklavenhandels. Angola galt als Epizentrum dieses Handels. Sch\u00e4tzungen zufolge wurden mehr als f\u00fcnf Millionen versklavte Afrikaner an Bord portugiesischer Schiffe \u00fcber den Atlantik verschleppt.<\/p>\n<p>Als gr\u00f6\u00dftes katholisches Pilgerzentrum im s\u00fcdlichen Afrika und als Symbol der Volksfr\u00f6mmigkeit in Angola gilt Muxima bis heute. Zugleich erinnert der Ort an die enge Verflechtung zwischen r\u00f6mischem Katholizismus und der Ausbeutung des afrikanischen Kontinents.<\/p>\n<p>Robert Francis Prevost, in den USA geboren und heute Papst Leo XIV., hat nach genealogischen Recherchen sowohl schwarze als auch wei\u00dfe Vorfahren. Unter ihnen finden sich sowohl Versklavte als auch Sklavenhalter.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der Besuch von Papst Leo XIV. in Angola, einem an Erd\u00f6l und Mineralien reichen Staat im S\u00fcdwesten Afrikas,&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":112182,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[12],"tags":[1219,34798,575,40,41,2859,39,66,65,64],"class_list":{"0":"post-112181","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-welt","8":"tag-afrika","9":"tag-angola","10":"tag-donald-trump","11":"tag-nachrichten","12":"tag-news","13":"tag-papst-leo-xiv","14":"tag-schlagzeilen","15":"tag-welt","16":"tag-world","17":"tag-world-news"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116432811323819284","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/112181","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=112181"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/112181\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/112182"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=112181"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=112181"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=112181"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}