{"id":112222,"date":"2026-04-19T19:11:05","date_gmt":"2026-04-19T19:11:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/112222\/"},"modified":"2026-04-19T19:11:05","modified_gmt":"2026-04-19T19:11:05","slug":"das-kalkuel-der-kanonenboot-politik-diepresse-com","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/112222\/","title":{"rendered":"Das Kalk\u00fcl der Kanonenboot-Politik \u2013 DiePresse.com"},"content":{"rendered":"<p>Der Iran greift wieder Schiffe in der Stra\u00dfe von Hormus an, die US-Marine will iranische Tanker in der Meerenge entern: Kurz vor Ablauf der Waffenruhe zwischen Iran und USA an diesem Mittwoch betreiben beide Konfliktparteien eine Kanonenboot-Politik, um den Gegner unter Druck zu setzen. Die Eskalation gef\u00e4hrdet die Feuerpause, die den Krieg beenden sollte.<\/p>\n<p>US-Pr\u00e4sident Donald Trump gab am Sonntag bekannt, die amerikanischen Unterh\u00e4ndler Steve Witkoff und Jared Kushner w\u00fcrden am Montagabend in Pakistan ankommen, um mit dem Iran zu verhandeln; Vizepr\u00e4sident J. D. Vance, der beim ersten Treffen vor gut einer Woche die US-Delegation geleitet hatte, bleibe aus Sicherheitsgr\u00fcnden zu Hause, teilte Trump mit. Vom Iran lag zun\u00e4chst keine Stellungnahme vor. Eines der Themen neuer Gespr\u00e4che wird die Verl\u00e4ngerung der Feuerpause sein, die am Mittwoch abl\u00e4uft.<\/p>\n<p>Teheran hatte am Freitag die Sperre der Stra\u00dfe von Hormus aufgehoben, die Wasserstra\u00dfe am Tag darauf aber wieder f\u00fcr geschlossen erkl\u00e4rt. Zwei indische Schiffe wurden von iranischen Truppen beschossen, andere Schiffe drehten um, weil ihnen die Passage durch die Meerenge zu gef\u00e4hrlich war. <\/p>\n<p>Die erneute Sperre der Meerenge von Hormus ist nach Ansicht von Experten eine kalkulierte Eskalation des Iran als Antwort auf Trump. Der Pr\u00e4sident hatte nach der Freigabe der Stra\u00dfe von Hormus \u00f6ffentlich erkl\u00e4rt, der Iran sei mit allen amerikanischen Forderungen f\u00fcr ein Friedensabkommen einverstanden, auch in der umstrittenen Frage des iranischen Atomprogramms.<\/p>\n<p>Diese Behauptung habe bei Anh\u00e4ngern des Regimes den Verdacht geweckt, dass Teheran den Amerikanern zu weit entgegenkomme, berichtete der katarische Sender al-Jazeera. Iran-Experte Hamidreza Azizi von der Berliner Stiftung Wissenschaft und Politik meint, die iranische F\u00fchrung m\u00fcsse auf Trumps Darstellung reagieren, weil sie innenpolitisch immer mehr auf einen harten Kern von Unterst\u00fctzern angewiesen sei. Jede Geste der Flexibilit\u00e4t \u2013 wie die \u00d6ffnung der Stra\u00dfe von Hormus \u2013 werde von diesen als Schw\u00e4che ausgelegt, wenn Trump darauf nicht seinerseits mit Entgegenkommen reagiere, schrieb Azizi auf \u201eX\u201c.<\/p>\n<p>Wie sehr diese Dynamik das iranische Vorgehen bestimmt, zeigte eine Fernsehrede von Mohammad Baker Kalibaf, dem iranischen Parlamentspr\u00e4sidenten und Chefunterh\u00e4ndler in den Gespr\u00e4chen mit den USA. Er sprach von einer \u201eDiplomatie der St\u00e4rke\u201c mit der Teheran den USA entgegentrete. <\/p>\n<p>Der Iran sei siegreich aus dem Krieg gegen Amerika und Israel hervorgegangen und misstraue den Gegnern, sagte Kalibaf. Er best\u00e4tigte, dass es Fortschritte in den Kontakten mit der Trump-Regierung gegeben hat; Details nannte er nicht. Von einer Einigung sei man aber noch weit entfernt, so der Iraner \u2013 damit widersprach er Trump, der seit Tagen eine L\u00f6sung verspricht.<\/p>\n<p>Die von Trump f\u00fcr das Wochenende angek\u00fcndigte zweite Verhandlungsrunde von USA und Iran fand nicht statt. Der Iran sei derzeit nicht zu neuen Gespr\u00e4chen bereit, sagte der Teheraner Vize-Au\u00dfenminister Saeed Khatibzadeh der Nachrichtenagentur AP. Grund seien die Maximalforderungen der USA. Vermittler Pakistan bem\u00fcht sich weiterhin, ein neues Treffen zustande zu bringen und die Waffenruhe zu verl\u00e4ngern.<\/p>\n<p>Zwar haben weder die USA noch der Iran ein Interesse daran, den Krieg wieder aufzunehmen. Trump ist innenpolitisch wegen hoher Benzinpreise und der Kritik aus seiner Anh\u00e4ngerschaft an der Verwicklung des Landes in einen neuen Nahost-Krieg unter Druck. Der Iran braucht ein Ende des Krieges, um seine schwer getroffene Wirtschaft und Infrastruktur wieder aufzubauen und die zerr\u00fctteten Beziehungen zu den arabischen Nachbarn zu reparieren.<\/p>\n<p>Doch vor einer Einigung legen sich Trump und das iranische Regime neue Druckmittel zurecht: Dazu geh\u00f6rt, zus\u00e4tzliche US-Soldaten nach Nahost zu entsenden. Das \u201eWall Street Journal\u201c berichtete au\u00dferdem \u00fcber einen Plan, iranische Schiffe von US-Soldaten entern zu lassen. Der Iran wiederum droht damit, nicht nur die Stra\u00dfe von Hormus geschlossen zu halten, sondern auch die Zufahrt zum Suez-Kanal durch das Rote Meer von der verb\u00fcndeten Houthi-Miliz sperren zu lassen.<\/p>\n<p> Hussein al-Ezzi, Vize-Au\u00dfenminister der Houthi-Regierung, forderte Trump auf, alles zu unterlassen, \u201ewas den Frieden behindert\u201c. Wenn die Meerenge Bab al-Mandeb zwischen dem Jemen und Afrika einmal geschlossen sei, k\u00f6nne keine Macht der Welt sie wieder \u00f6ffnen, schrieb Ezzi auf \u201eX\u201c. Die Wasserstra\u00dfe ist an ihrer engsten Stelle etwa 30 Kilometer breit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der Iran greift wieder Schiffe in der Stra\u00dfe von Hormus an, die US-Marine will iranische Tanker in der&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":112223,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[12],"tags":[1493,40,41,39,66,65,64],"class_list":{"0":"post-112222","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-welt","8":"tag-analyse","9":"tag-nachrichten","10":"tag-news","11":"tag-schlagzeilen","12":"tag-welt","13":"tag-world","14":"tag-world-news"},"share_on_mastodon":{"url":"","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/112222","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=112222"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/112222\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/112223"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=112222"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=112222"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=112222"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}