{"id":112290,"date":"2026-04-19T20:07:09","date_gmt":"2026-04-19T20:07:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/112290\/"},"modified":"2026-04-19T20:07:09","modified_gmt":"2026-04-19T20:07:09","slug":"ehemaliger-aussenminister-joschka-fischer-sieht-ausgang-der-ungarnwahl-als-zentral-fuer-europa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/112290\/","title":{"rendered":"Ehemaliger Au\u00dfenminister: Joschka Fischer sieht Ausgang der Ungarnwahl als zentral f\u00fcr Europa"},"content":{"rendered":"<p class=\"paragraph article__item\">Der ehemalige Au\u00dfenminister <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/joschka-fischer\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Joschka Fischer<\/a> hat das Ergebnis<br \/>\nder Parlamentswahl in Ungarn als zentral f\u00fcr die Zukunft Europas bezeichnet. \u00bbIch<br \/>\ndenke f\u00fcr Europa war das wichtig\u00ab, sagte <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/joschka-fischer\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">der fr\u00fchere<br \/>\nGr\u00fcnen-Politiker<\/a> (78) auf der 80-Jahrfeier der ZEIT in Hamburg im Rahmen<br \/>\neiner Live-Aufnahme f\u00fcr den <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/serie\/alles-gesagt\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">ZEIT-Podcast \u00bbAlles gesagt\u00ab<\/a>. Zugleich ordnete er ein: \u00bbIn Budapest wurde kein Linker gew\u00e4hlt, sondern ein Konservativer.<br \/>\nUnd das hat mich sehr gefreut.\u00ab\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Der Nationalismus, wie<br \/>\nihn <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2026-04\/peter-magyar-sieg-ungarn-parlamentswahlen-orban\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">rechte Parteien wie die vom bisherigen ungarischen Ministerpr\u00e4sidenten<br \/>\nViktor Orb\u00e1n vorantrieben<\/a>, sei nicht nur eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr die Demokratie, sondern<br \/>\nauch f\u00fcr das friedliche Zusammenleben auf diesem Kontinent, sagte Fischer. Es stelle sich<br \/>\naktuell auch f\u00fcr Deutschland die Frage: \u00bbWas wird aus uns?\u00ab Und diese Frage<br \/>\nh\u00e4nge eng mit Europa zusammen.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">\u00bbUngarn hat f\u00fcr mich<br \/>\nemotional gro\u00dfe Bedeutung\u00ab, sagte Fischer weiter. Das beginne beim Essen und<br \/>\ngehe bei Religion und Politik weiter. Fischer wuchs in Ungarn auf, seine Eltern waren sogenannte \u00bbUngarndeutsche\u00ab, die nach dem Zweiten Weltkrieg ihren Heimatort verlassen mussten.\n<\/p>\n<p>                            Fischer war einer der pr\u00e4gendsten Politiker der Gr\u00fcnen in Deutschland.            \u00a9\u00a0Phil Dera f\u00fcr DIE ZEIT<\/p>\n<p>        Fischer warnt vor Rechtsextremismus        <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Zugleich warnte Fischer eindringlich vor einem Erstarken des<br \/>\nRechtsextremismus. \u00bbIch glaube, das ist ein gro\u00dfes Problem von uns allen, dass<br \/>\nwir ein St\u00fcck weit unsere Geschichte verlernt haben\u00ab, sagte er. \u00bbDie AfD ist zum ersten Mal<br \/>\nein historisches Problem. Die Re-Nationalisierung findet nicht nur in<br \/>\nDeutschland, sondern \u00fcberall in Europa statt. Wenn diese Kr\u00e4fte sich<br \/>\ndurchsetzen, hei\u00dft das, sich von Europa zu verabschieden. Und dieser<br \/>\nnationalistische R\u00fcckfall, diese Pest, die darf nicht siegen\u00ab, sagte er.\n<\/p>\n<p>                            \u00a9\u00a0Lea Dohle<\/p>\n<p>\n                                        Newsletter<br \/>\n                                        Was jetzt? \u2013 Der t\u00e4gliche Morgen\u00fcberblick<\/p>\n<p class=\"newsletter-signup__text\">Starten Sie mit unserem kurzen Nachrichten-Newsletter in den Tag. Erhalten Sie zudem freitags das digitale Magazin ZEIT am Wochenende.<\/p>\n<p class=\"newsletter-signup__datapolicy\" hidden=\"\">\n            Mit Ihrer Registrierung nehmen Sie die <a href=\"https:\/\/datenschutz.zeit.de\/zon#Newsletter\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Datenschutzerkl\u00e4rung<\/a> zur Kenntnis.\n        <\/p>\n<p>    Vielen Dank! 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In <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2025-10\/europaeische-union-verteidigung-drohnen-abwehr-plan\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">die europ\u00e4ische Verteidigung<\/a><br \/>\nsetze er aktuell wenig Hoffnung, sagte er. Wichtig sei es dennoch, enger<br \/>\nzusammenzuarbeiten, um Europa gegen Russland verteidigen zu k\u00f6nnen. Zugleich<br \/>\nnannte er <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2026-04\/friedrich-merz-wolodymyr-selenskyj-regierungskonsultationen-berlin-ukraine-hilfe-eu\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">die Unterst\u00fctzung der Ukraine zentral<\/a>. Wenn der russische Pr\u00e4sident<br \/>\nWladimir Putin in der Ukraine siege, werde er \u00bbim Westen weitermachen\u00ab, sagte<br \/>\nFischer.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Wichtig sei vor allem die deutsch-franz\u00f6sische Zusammenarbeit, hier m\u00fcsse Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) mehr Engagement zeigen, sagte Fischer. So m\u00fcsse das <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2026-04\/fcas-deutschland-frankreich-vermittlung-dassault-airbus-gxe\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">geplante gemeinsame deutsch-franz\u00f6sische Luftkampfsystem FCAS kommen<\/a>. Er sei aber nicht sehr optimistisch.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Auch Deutschlands Unterst\u00fctzung f\u00fcr den Staat Israel unterstrich Fischer in <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/hamburg\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Hamburg<\/a>. \u00bbWir m\u00fcssen unterscheiden zwischen dem Staat Israel und seinem Existenzrecht einerseits und dem, was die gegenw\u00e4rtige israelische Regierung macht\u00ab, sagte Fischer. Angesichts des Holocausts sei f\u00fcr ihn die Solidarit\u00e4t mit Israel, \u00bbder Heimstatt der \u00dcberlebenden\u00ab, nicht verhandelbar. Fischer engagierte sich in der Politik f\u00fcr die deutsch-j\u00fcdische Zusammenarbeit.\n<\/p>\n<p>                        Eine Vision f\u00fcr die Zukunft        <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Einen wichtigen Denker f\u00fcr Europa nannte Fischer auch J\u00fcrgen<br \/>\nHabermas. \u00bbDeutschland und Europa haben einen der gr\u00f6\u00dften Denker der Gegenwart<br \/>\nverloren\u00ab, sagte er <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/feuilleton\/2026-03\/juergen-habermas-tod-philosoph-frankfurter-schule\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">zum<br \/>\nTod des Philosophen Anfang des Jahres<\/a>. Er teile dessen Ansichten in Bezug<br \/>\nauf den Ukraine-Krieg nicht, k\u00f6nne diese aber nachvollziehen angesichts der<br \/>\nTatsache, dass Habermas noch \u00bbdie Schrecken des Krieges\u00ab in Deutschland<br \/>\nmiterlebt habe. <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/kultur\/2023-02\/juergen-habermas-ukraine-krieg-russland-verhandlungen\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Dieser<br \/>\nhatte schon fr\u00fch f\u00fcr Verhandlungen mit Russland nach dem russischen Angriff auf<br \/>\ndie Ukraine pl\u00e4diert<\/a>. Habermas habe \u00fcbrigens auch hinter Rot-Gr\u00fcn gestanden,<br \/>\nsagte Fischer in Anspielung auf die ersten Regierungsbildungen der Gr\u00fcnen.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Angesichts der politischen Lage pl\u00e4dierte Fischer f\u00fcr mehr \u00bbVisionen\u00ab. Die aktuellen Politiker suchten zu viel nach \u00bbtechnokratischen Fehlern\u00ab. Es brauche aber neue Ideen.\n<\/p>\n<p>        Fischer pr\u00e4gte Politik der Gr\u00fcnen        <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Fischer war Teil der ersten Regierungsbeteiligungen der Gr\u00fcnen \u00fcberhaupt, sowohl auf Landes- als auch auf Bundesebene. War er als junger Erwachsener noch in der Studierendenbewegung unterwegs, machte er bald in der neu gegr\u00fcndeten Gr\u00fcnen-Partei Karriere. Er war Staatsminister f\u00fcr Umwelt und Energie in der ersten rot-gr\u00fcnen Landesregierung in Hessen. Schon damals machte er Schlagzeilen, weil er in wei\u00dfen Turnschuhen zur Vereidigung erschien. Seit 1983 sa\u00df er als Abgeordneter der Gr\u00fcnen im Bundestag.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">1998 bildeten die Gr\u00fcnen ihre erste Bundesregierung mit der SPD. Fischer wurde Vizekanzler unter Bundeskanzler Gerhard Schr\u00f6der (SPD). Als Au\u00dfenminister trug er umstrittene Entscheidungen mit, wie den Nato-Einsatz im Kosovo-Krieg. Dem Irakkrieg der USA schloss sich die Regierung unter Fischer jedoch nicht an. Fischer gilt als Kritiker des aktuellen US-Pr\u00e4sidenten Donald Trump und seiner Regierung. <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/deutschland\/2025-03\/joschka-fischer-usa-donald-trump-ukraine-nato\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">F\u00fcr Fischer besiegelte Trump \u00bbdas Ende des Westens\u00ab, als er mit dem ukrainischen Pr\u00e4sidenten Volodymyr Selenskyj auf Konfrontation ging<\/a>. Auch vor einem m\u00f6glichen Ende der Nato-Mitgliedschaft der USA und einer Bedrohung durch Russland unter dem Pr\u00e4sidenten Wladimir Putin <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/deutschland\/2025-03\/joschka-fischer-usa-donald-trump-ukraine-nato\/seite-2\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">hatte Fischer schon Anfang 2025 gewarnt<\/a>.\n<\/p>\n<p>Mehr zum Thema<\/p>\n<p>            Joschka Fischer        <\/p>\n<p>                <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/deutschland\/2025-03\/joschka-fischer-usa-donald-trump-ukraine-nato\" data-ct-label=\"Joschka Fischer: &quot;Die Alternative hei\u00dft Unterwerfung&quot;\" data-uuid=\"9157f18d-fa13-4d4d-b95d-e727d5fc095c\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>        Z+ (abopflichtiger Inhalt);<\/p>\n<p>    Joschka Fischer:<br \/>\n                        &#8222;Die Alternative hei\u00dft Unterwerfung&#8220;<\/p>\n<p>                <\/a><\/p>\n<p>                <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/deutschland\/2024-05\/joschka-fischer-afd-demokratie\" data-ct-label=\"Joschka Fischer: &quot;Ohne Demokratie sind die besten Absichten nichts&quot;\" data-uuid=\"9fa182e5-4d7e-4991-830f-27878933524c\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>                        Joschka Fischer:<br \/>\n                        &#8222;Ohne Demokratie sind die besten Absichten nichts&#8220;<\/p>\n<p>                <\/a><\/p>\n<p>                <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/2024\/11\/joschka-fischer-wehrpflicht-wladimir-putin\" data-ct-label=\"Joschka Fischer : &quot;Niemand. Niemand sch\u00fctzt uns dann&quot;\" data-uuid=\"89ec60c6-a654-4f85-bff9-d71aa9b974ed\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>        Z+ (abopflichtiger Inhalt);<\/p>\n<p>    Joschka Fischer :<br \/>\n                        &#8222;Niemand. Niemand sch\u00fctzt uns dann&#8220;<\/p>\n<p>                <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der ehemalige Au\u00dfenminister Joschka Fischer hat das Ergebnis der Parlamentswahl in Ungarn als zentral f\u00fcr die Zukunft Europas&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":112291,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[575,40018,76,75,74,828,40019,269,4892,439,14773],"class_list":{"0":"post-112290","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-europa","8":"tag-donald-trump","9":"tag-ehemaliger-aussenminister","10":"tag-eu","11":"tag-europa","12":"tag-europe","13":"tag-hamburg","14":"tag-joschka-fischer","15":"tag-politik","16":"tag-spd","17":"tag-usa","18":"tag-zeit"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116433180602498742","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/112290","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=112290"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/112290\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/112291"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=112290"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=112290"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=112290"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}