{"id":114974,"date":"2026-04-21T07:21:07","date_gmt":"2026-04-21T07:21:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/114974\/"},"modified":"2026-04-21T07:21:07","modified_gmt":"2026-04-21T07:21:07","slug":"studie-warnt-vor-europas-ki-rueckstand-diepresse-com","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/114974\/","title":{"rendered":"Studie warnt vor Europas KI-R\u00fcckstand \u2013 DiePresse.com"},"content":{"rendered":"<p>Das BCG Henderson Institute skizziert vier Szenarien bis 2050. Europas Anteil an der Weltwirtschaft d\u00fcrfte dabei sinken.<\/p>\n<p>Die Weltwirtschaft steht bis 2050 vor massiven Umw\u00e4lzungen durch k\u00fcnstliche Intelligenz (KI), Klimawandel und geopolitische Spannungen. Laut einer am Montag ver\u00f6ffentlichten Studie der Boston Consulting Group (BCG) k\u00f6nnte sich das globale Bruttoinlandsprodukt zwar verdreifachen, der Anteil Europas &#8211; und damit auch \u00d6sterreichs &#8211; d\u00fcrfte jedoch deutlich sinken. BCG-Experte Nikolaus Lang r\u00e4t vor allem bei der KI-Regulierung zu raschem globalem Handeln.<\/p>\n<p>Der Think Tank der BCG, das Henderson Institute (BHI), entwirft in der Analyse \u201eBeyond Tomorrow: Four Scenarios for the World of 2050\u201c vier extreme Zukunftspfade. Je nach Entwicklung von Technologie und Geopolitik (\u201eKI-Zeitalter\u201c, \u201eDigitaler Darwinismus\u201c, \u201eKonkurrierende Bl\u00f6cke\u201c, \u201eKlimakoalition\u201c) reicht die Spanne von rasantem KI-getriebenen Wachstum bis hin zu einem von Z\u00f6llen gepr\u00e4gten Einbruch des Welthandels.<\/p>\n<p>Die wirtschaftlichen Folgen fallen dabei h\u00f6chst unterschiedlich aus: W\u00e4hrend das globale Wachstum in der \u201eKlimakoalition\u201c auf 2,5 Prozent und bei den \u201eKonkurrierenden Bl\u00f6cken\u201c gar auf 1,8 Prozent pro Jahr sinken k\u00f6nnte, w\u00fcrden im Szenario der Blockbildung die weltweiten Verteidigungsausgaben von derzeit 2,4 auf bis zu 7 Prozent des BIP in die H\u00f6he schnellen. Europas Anteil am globalen BIP d\u00fcrfte in fast allen Modellen von derzeit 21 Prozent auf bis zu 14 Prozent abrutschen.<\/p>\n<p>Ein zentraler Treiber in allen Szenarien ist k\u00fcnstliche Intelligenz. BHI-Leiter Nikolaus Lang betonte im Gespr\u00e4ch mit der APA die dringende Notwendigkeit internationaler Spielregeln. W\u00e4hrend es f\u00fcr Schifffahrt, Telekommunikation oder Atomenergie weltweite Richtlinien gebe, fehle dies im Tech-Bereich. \u201eDa ist genau die Frage: Kann man es sich leisten, so ein im wahrsten Sinne des Wortes weltbewegendes Thema global unreguliert zu lassen?\u201c, so Lang. Ohne Regulierung drohe laut dem Szenario \u201eDigitaler Darwinismus\u201c eine extreme soziale Kluft.<\/p>\n<p>Im globalen KI-Wettlauf sieht Lang Europa derzeit deutlich im Hintertreffen. Die USA und China seien die absoluten \u201eFrontrunner\u201c, w\u00e4hrend Europa nur eine \u201eMiddle Power\u201c sei. Fast 60 Prozent der nennenswerten gro\u00dfen Sprachmodelle stammten aus den USA. \u201eWir h\u00e4ngen weit hinterher, wenn es um die Mobilisierung von Kapital geht, und uns fehlen diese Technologiefirmen\u201c, analysierte der Experte. Zudem warnte er vor einer hohen Abh\u00e4ngigkeit beim Fachpersonal: Auch in den USA seien zwei Drittel der Top-KI-Forscher keine amerikanischen Staatsb\u00fcrger.<\/p>\n<p>Die Sorge vor einem massiven KI-bedingten Jobverlust quer durch alle Branchen relativierte Lang. Laut BCG-Analysen sind derzeit nur rund 12 Prozent der Jobs so stark automatisierbar, dass sie tats\u00e4chlich bedroht sind. Mehr als 40 Prozent der Berufe h\u00e4tten hingegen kaum Automatisierungspotenzial. \u201eEs gibt einen Teil der Berufe, die absolut so physisch sind, etwa der Klempner oder der B\u00e4cker, dass da KI keine gro\u00dfe Rolle spielen wird\u201c, erkl\u00e4rte Lang. In vielen anderen Bereichen werde die KI den Menschen lediglich dabei unterst\u00fctzen, effizienter zu arbeiten. Gleichzeitig k\u00f6nnte die enorme Produktivit\u00e4tssteigerung im Szenario des \u201eKI-Zeitalters\u201c (\u201eAI Abundance\u201c) dazu f\u00fchren, dass sich die durchschnittliche Arbeitszeit der Menschen um etwa ein Viertel verringert.<\/p>\n<p>Dennoch werde sich das Anforderungsprofil an die Besch\u00e4ftigten drastisch ver\u00e4ndern, da reine Fachexpertise zunehmend an Wert verliere. \u201eIn Zukunft wird es eine Kombination sein von Fachexpertise und eben der F\u00e4higkeit, unterschiedliche Elemente zu verbinden und zu Entscheidungen zu bringen\u201c, so der BHI-Leiter. Welche gewaltigen Spr\u00fcnge die Technologie macht, illustrierte Lang am Beispiel eines aktuellen KI-Programms, das innerhalb k\u00fcrzester Zeit eine gro\u00dfe Anzahl von Cyber-Schwachstellen gro\u00dfer Banken aufdecken konnte.<\/p>\n<p>Die neue BCG-Studie skizziert gar das Entstehen von \u201eAI-only\u201c-Unternehmen, die k\u00fcnftig als Netzwerke autonomer KI-Agenten v\u00f6llig ohne menschliche Mitarbeiter operieren und traditionelle Firmen durch ihre Kostenvorteile massiv unter Druck setzen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Hinsichtlich der Klimatransition best\u00e4tigte Lang kurzfristige Kostenbelastungen f\u00fcr die Wirtschaft, insbesondere durch hohe Investitionen. Er gab jedoch zu bedenken: \u201eWir wissen alle, dass, wenn wir nichts machen, die Kosten in der Zukunft dann noch mal deutlich h\u00f6her sein k\u00f6nnten.\u201c<\/p>\n<p>Um sich auf die ungewisse Zukunft bis 2050 vorzubereiten, r\u00e4t der Strategieberater Unternehmen zu sogenannten \u201eLow-Regret-Ma\u00dfnahmen\u201c. Dazu z\u00e4hlen die St\u00e4rkung der strukturellen Resilienz durch breiter aufgestellte Lieferketten sowie ein vorausschauendes Talentmanagement angesichts alternder Gesellschaften.<\/p>\n<p>Lang appelliert an F\u00fchrungskr\u00e4fte, strategischer zu planen und nicht nur in Quartalen zu denken. \u201eWenn Sie auf den Gipfel gehen wollen, \u00fcberlegen Sie sich auch nicht jeden Tag, wo Sie die n\u00e4chsten f\u00fcnf Schritte machen, sondern Sie schauen sich den Gipfel an, auch wenn der ganz weit weg ist\u201c, res\u00fcmierte der Studienautor. (APA)<\/p>\n<p>    Lesen Sie mehr zu diesen Themen:<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Das BCG Henderson Institute skizziert vier Szenarien bis 2050. Europas Anteil an der Weltwirtschaft d\u00fcrfte dabei sinken. 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