{"id":116000,"date":"2026-04-21T17:58:07","date_gmt":"2026-04-21T17:58:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/116000\/"},"modified":"2026-04-21T17:58:07","modified_gmt":"2026-04-21T17:58:07","slug":"usa-und-iran-stehen-am-abgrund-zu-einem-neuen-krieg-diepresse-com","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/116000\/","title":{"rendered":"USA und Iran stehen am Abgrund zu einem neuen Krieg \u2013 DiePresse.com"},"content":{"rendered":"<p>Nikosia\/Teheran. Der Iran und die USA haben sich am Dienstag einen Streit am Abgrund eines neuen Krieges geliefert. Die Konfliktparteien konnten sich kurz vor Ablauf ihrer Waffenruhe an diesem Mittwoch zun\u00e4chst nicht auf die Fortsetzung ihrer Verhandlungen in Pakistan einigen. Dennoch gab es Anzeichen daf\u00fcr, dass ein erneuter Kriegsausbruch doch noch verhindert werden k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Die am 8. April verk\u00fcndete Feuerpause im Iran-Krieg endet am Mittwoch. Vermittler Pakistan bem\u00fcht sich um eine Verl\u00e4ngerung und um weitere Friedensverhandlungen. Die Nachrichtenagentur AP berichtete, Pakistan habe Zusagen von USA und Iran f\u00fcr die Teilnahme an einer neuen Gespr\u00e4chsrunde am Mittwochmorgen erhalten. <\/p>\n<p>Wenn sich dieser Termin best\u00e4tigt, w\u00e4re die Waffenruhe bis dahin abgelaufen. Donald Trump lie\u00df am Mittwochnachmittag zun\u00e4chst mit einem Interview mit dem Sender CNBC aufhorchen: Er wolle die Waffenruhe nicht verl\u00e4ngern, sagte der US-Pr\u00e4sident. Damit wollte Trump m\u00f6glicherweise den Druck auf den Iran erh\u00f6hen: Gegen\u00fcber der Nachrichtenagentur Bloomberg erkl\u00e4rte Trump, die Feuerpause ende erst in der Nacht zum Donnerstag. Bei dieser Auslegung h\u00e4tten die Unterh\u00e4ndler Zeit, die Waffenruhe zu verl\u00e4ngern. <\/p>\n<p>Trump erneuerte seine Drohung mit neuen Angriffen auf den Iran. Wenn die Mitglieder des iranischen Regimes die vorgeschlagenen Gespr\u00e4che in Islamabad verweigern sollten, \u201ewerden sie Probleme bekommen wie nie zuvor\u201c, sagte Trump dem regierungsfreundlichen US-Radiomoderator John Fredericks. <\/p>\n<p>Irans Parlamentspr\u00e4sident und Chef-Unterh\u00e4ndler Mohammad Bagher Kalibaf erkl\u00e4rte auf X, sein Land werde nicht \u201eim Schatten von Drohungen\u201c verhandeln. Teheran verlangt als Vorbedingung neuer Gespr\u00e4che, dass die USA ihre Seeblockade beenden. Trump lehnt das ab.<\/p>\n<p>Hinter den Kulissen bereitete der Iran laut Medienberichten jedoch die Entsendung einer Delegation nach Pakistan vor. Der Vorschlag f\u00fcr die neue Verhandlungsrunde werde wohlwollend gepr\u00fcft, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf iranische Gew\u00e4hrsleute. Die \u201eNew York Times\u201c zitierte ungenannte iranische Regierungsvertreter mit der Aussage, Kalibaf werde nach Islamabad reisen, wenn auch Vance nach Pakistan komme. Auch der US-Vizepr\u00e4sident sollte laut US-Medienberichten am Dienstag nach Islamabad fliegen. Da der Flug aus den USA nach Pakistan wesentlich l\u00e4nger dauert als die Anreise aus dem Iran, w\u00fcrde die Best\u00e4tigung von Vances Abflug dem iranischen Regime einige Stunden Zeit geben, um die eigene Delegation loszuschicken.<\/p>\n<p>Pakistan bereitete sich trotz der Ungewissheit auf die Ausrichtung des neuen Treffens vor. Vance und Kalibaf hatten sich mit ihren Abordnungen erstmals am 11. April in Islamabad zusammengesetzt. Seitdem hat es nach Angaben beider Seiten in weiteren Kontakten einige Fortschritte bei der Ausarbeitung eines Friedensabkommens gegeben.<\/p>\n<p>Das Abkommen soll die Aufhebung der iranischen Sperre der Meerenge von Hormus und Begrenzungen f\u00fcr Teherans Atomprogramm regeln. Der israelische Sender Channel 12 meldete, Eckpunkte einer m\u00f6glichen Einigung seien ein 15-j\u00e4hriger Verzicht des Iran auf eine Uran-Anreicherung sowie die Zusage, den bereits bestehenden Vorrat an 440 Kilogramm hochangereichertem Uran so zu verd\u00fcnnen, dass er nicht f\u00fcr den Bau einer Atombombe verwendet werden kann. Der Iran solle mit einem Abbau der internationalen Sanktionen belohnt werden.<\/p>\n<p>Iranische Regierungsvertreter lehnten bisher die Forderung ab, das hochangereicherte Uran den USA zu \u00fcbergeben. Trump deutete jetzt an, dass er zu Kompromissen bei diesem Thema bereit sein k\u00f6nnte. Wegen der Zerst\u00f6rungen im Iran werde die Bergung des hoch angereicherten Urans schwierig und langwierig, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. <\/p>\n<p>US-Regierungsvertreter beklagen laut dem Sender CNN, Trump behindere die Verhandlungen mit seinen vielen \u00f6ffentlichen \u00c4u\u00dferungen. Der Pr\u00e4sident betont seit Tagen, das Ende des Krieges stehe bevor. Er verlangt von Teheran jedoch, alle Forderungen zu erf\u00fcllen. Irans Milit\u00e4r erkl\u00e4rte am Dienstag, es werde auf neue Angriffe \u201esofort und entschieden\u201c antworten. Die Revolutionsgarden bauen nach eigenen Angaben ihr Raketen- und Drohnenarsenal derzeit schneller aus als vor Beginn des Krieges am 28. Februar.<\/p>\n<p>Der Iran hatte w\u00e4hrend des mehrw\u00f6chigen Krieges gegen die USA und Israel schwere Verluste erlitten. Das Regime pr\u00e4sentiert sich trotzdem als Sieger, weil der amerikanisch-israelische Versuch eines Regimewechsels in Teheran vorerst scheiterte und sich der Iran die Kontrolle \u00fcber die Stra\u00dfe von Hormus sichern konnte. Die weltwirtschaftlich wichtige Tankerroute am Persischen Golf blieb auch am Dienstag gesperrt. Die iranische F\u00fchrung sei f\u00fcr Trumps Drohungen mit einem neuen Krieg nicht empf\u00e4nglich, schrieb der Iran-Experte und fr\u00fchere israelische Milit\u00e4rgeheimdienstler Danny Citrinowicz auf X. \u201eSelbst ein geschw\u00e4chter Iran wird eher weiter eskalieren, als sich zu ergeben.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Nikosia\/Teheran. 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