{"id":116121,"date":"2026-04-21T19:12:12","date_gmt":"2026-04-21T19:12:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/116121\/"},"modified":"2026-04-21T19:12:12","modified_gmt":"2026-04-21T19:12:12","slug":"europaeischer-gerichtshof-ungarn-verstoesst-mit-lgbtqi-feindlichem-gesetz-gegen-eu-recht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/116121\/","title":{"rendered":"Europ\u00e4ischer Gerichtshof: Ungarn verst\u00f6\u00dft mit LGBTQI+-feindlichem Gesetz gegen EU-Recht"},"content":{"rendered":"<p class=\"paragraph article__item\">Mit einem umstrittenen und <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2022-07\/eu-kommission-ungarn-klage-eugh-rechtsstaatlichkeit\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">LGBTQI+-feindlichen Gesetz<\/a> aus dem Jahr 2021 verst\u00f6\u00dft<br \/>\n<a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/ungarn\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ungarn<\/a> gegen die Charta der Grundrechte der Europ\u00e4ischen Union.<br \/>\nDas urteilte der Europ\u00e4ische Gerichtshof. Das Gesetz verbietet unter anderem<br \/>\ndie Darstellung von queeren Themen in Medien oder Werbung. Dagegen hatte die EU-Kommission geklagt. Das EU-Parlament und zahlreiche EU-Mitgliedstaaten hatten<br \/>\nsich dem Vertragsverletzungsverfahren angeschlossen,<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2023-04\/ungarn-deutschland-frankreich-eu-lgbtiq\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">auch die Bundesregierung<\/a>.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\"><a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/ungarn\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Ungarn<\/a> habe in mehrfacher Hinsicht gegen Unionsrecht<br \/>\nversto\u00dfen, teilte das Gericht mit: \u00bbGegen das Prim\u00e4rrecht und das abgeleitete<br \/>\nRecht im Bereich der Dienstleistungen im Binnenmarkt, die Charta der<br \/>\nGrundrechte der <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/europaeische-union\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Europ\u00e4ischen Union<\/a>, Art. 2 EUV sowie die Datenschutz-Grundverordnung<br \/>\n(DSGVO).\u00ab\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Ungarn ist nun verpflichtet, dem Urteil nachzukommen. Weigert sich die Regierung des Landes, kann die EU-Kommission erneut klagen und finanzielle Sanktionen beantragen.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Das Gesetz hatte die k\u00fcrzlich abgew\u00e4hlte Regierung des rechtspopulistischen<br \/>\nMinisterpr\u00e4sidenten <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/viktor-orban\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Viktor Orb\u00e1n<\/a> eingef\u00fchrt. Diese hatte es mit dem<br \/>\nangeblichen Schutz Minderj\u00e4hriger begr\u00fcndet. <a href=\"https:\/\/curia.europa.eu\/site\/upload\/docs\/application\/pdf\/2026-04\/cp260059de.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Der Gerichtshof urteilte<br \/>\nnun<\/a>, dass Gesetz bewirke, \u00bbdass der Zugang zu Inhalten untersagt oder<br \/>\nbeschr\u00e4nkt wird, die als wesentlichen Bestandteil die Darstellung oder<br \/>\nVermittlung von Abweichungen von der dem Geschlecht bei der Geburt<br \/>\nentsprechenden pers\u00f6nlichen Identit\u00e4t, Geschlechtsumwandlungen oder<br \/>\nHomosexualit\u00e4t enthalten\u00ab. Das versto\u00dfe gegen das Verbot der<br \/>\nDiskriminierung wegen des Geschlechts und der sexuellen Ausrichtung, das<br \/>\n in der Charta festgeschrieben ist.\n<\/p>\n<p>        Erstmals ein Versto\u00df gegen Artikel 2        <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Das Gericht stellte damit zum ersten Mal den Versto\u00df eines Mitgliedslandes gegen Artikel 2 des Vertrags der <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/europaeische-union\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Europ\u00e4ischen Union<\/a> fest. Das Gesetz stelle ein \u00bbkoordiniertes B\u00fcndel diskriminierender Ma\u00dfnahmen dar\u00ab, teilte das Gericht mit. Diese verletzen \u00bbin offenkundiger und besonders schwerwiegender Weise die Rechte nicht cisgeschlechtlicher Personen, einschlie\u00dflich transgeschlechtlicher Personen, und nicht heterosexueller Personen sowie die Werte der Achtung der Menschenw\u00fcrde, der Gleichheit und der Wahrung der Menschenrechte, einschlie\u00dflich der Rechte der Personen, die Minderheiten angeh\u00f6ren\u00ab.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Die Situation f\u00fcr queere Menschen hatte sich unter der<br \/>\nRegierung von <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/viktor-orban\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Orb\u00e1n<\/a> in den vergangenen Jahren deutlich verschlechtert. Ungarn<br \/>\nwar eigentlich lange Zeit eines der liberalsten L\u00e4nder der Region: Homosexualit\u00e4t<br \/>\nwurde dort bereits Anfang der Sechzigerjahre entkriminalisiert und gleichgeschlechtliche<br \/>\nPartnerschaften 1996 anerkannt. Neben dem Gesetz, das es unter anderem verbietet, mit Minderj\u00e4hrigen<br \/>\n\u00fcber Homosexualit\u00e4t oder Geschlechtsangleichungen zu sprechen, hatte Orb\u00e1n auch den Eintrag von Geschlechtsangleichungen im Personenstandsregister und die Adoption durch gleichgeschlechtliche Paare verboten. Im vergangenen Jahr beschnitt die Regierung dann au\u00dferdem die Versammlungsfreiheit und <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2025-03\/lgbtq-ungarn-verbietet-pride-paraden\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">verbot Pride-Paraden im Land<\/a>.\n<\/p>\n<p>                            \u00a9\u00a0Lea Dohle<\/p>\n<p>\n                                        Newsletter<br \/>\n                                        Was jetzt? \u2013 Der t\u00e4gliche Morgen\u00fcberblick<\/p>\n<p class=\"newsletter-signup__text\">Starten Sie mit unserem kurzen Nachrichten-Newsletter in den Tag. Erhalten Sie zudem freitags das digitale Magazin ZEIT am Wochenende.<\/p>\n<p class=\"newsletter-signup__datapolicy\" hidden=\"\">\n            Mit Ihrer Registrierung nehmen Sie die <a href=\"https:\/\/datenschutz.zeit.de\/zon#Newsletter\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Datenschutzerkl\u00e4rung<\/a> zur Kenntnis.\n        <\/p>\n<p>    Vielen Dank! Wir haben Ihnen eine E-Mail geschickt.<\/p>\n<p>Pr\u00fcfen Sie Ihr Postfach und best\u00e4tigen Sie das Newsletter-Abonnement.<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Orb\u00e1n wurde vergangene Woche abgew\u00e4hlt. Seine Fidesz-Partei unterlag der Mitte-rechts-Partei Tisza und ihrem Spitzenkandidaten <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2026-04\/ungarn-rechtsstaat-peter-magyar-parlamentswahl-wahlsieger\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">P\u00e9ter Magyar<\/a>. Der k\u00fcndigte nach seinem Wahlsieg an, das Land wieder der <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/europaeische-union\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">EU<\/a> anzun\u00e4hern. Im Wahlkampf hatte er zudem angek\u00fcndigt, auch die Versammlungsfreiheit im Land wiederherzustellen. Konkrete Versprechen an die LGBTQI+-Community machte er jedoch weder im Wahlkampf noch nach seinem Wahlsieg.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Die EU bezeichnete das Urteil als \u00bbbahnbrechend\u00ab. Es sei das<br \/>\nerste Mal, dass der Gerichtshof eine Verletzung \u00bbzentraler<br \/>\nVertragsbestimmungen zu den Werten der EU festgestellt\u00ab habe, sagte eine<br \/>\nSprecherin der EU-Kommission. Nun sei es an der ungarischen Regierung, die<br \/>\nEntscheidung umzusetzen.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Mit Material der Nachrichtenagentur AFP.\n<\/p>\n<p>Mehr zum Thema<\/p>\n<p>            Ungarn        <\/p>\n<p>                <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/2026-04\/paul-lendvai-autor-ungarn-viktor-orban\" data-ct-label=\"Paul Lendvai: \u00bbWas wir jetzt erleben, ist dramatischer als 1989\u00ab\" data-uuid=\"508d9d44-a238-40f0-a31f-1c8c7d401b0d\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>        Z+ (abopflichtiger Inhalt);<\/p>\n<p>    Paul Lendvai:<br \/>\n                        \u00bbWas wir jetzt erleben, ist dramatischer als 1989\u00ab<\/p>\n<p>                <\/a><\/p>\n<p>                <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/2026\/17\/ergebnis-ungarn-wahl-peter-magyar-krisztian-ungvary\" data-ct-label=\"Ergebnis der Ungarn-Wahl: \u00bbWieder stolz, in Ungarn geboren zu sein\u00ab \" data-uuid=\"b66261fa-fac6-4690-8be4-fd5ebb51020d\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>                        Ergebnis der Ungarn-Wahl:<br \/>\n                        \u00bbWieder stolz, in Ungarn geboren zu sein\u00ab <\/p>\n<p>                <\/a><\/p>\n<p>                <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/2026\/17\/niederlage-viktor-orban-wahl-ungarn-populismus-peter-magyar\" data-ct-label=\"Niederlage von Viktor Orb\u00e1n: Der rechtsautorit\u00e4re Glamour verblasst\" data-uuid=\"2ae2adb6-288e-44e8-b402-43ea8fa8c233\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>        Z+ (abopflichtiger Inhalt);<\/p>\n<p>    Niederlage von Viktor Orb\u00e1n:<br \/>\n                        Der rechtsautorit\u00e4re Glamour verblasst<\/p>\n<p>                <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Mit einem umstrittenen und LGBTQI+-feindlichen Gesetz aus dem Jahr 2021 verst\u00f6\u00dft Ungarn gegen die Charta der Grundrechte der&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":116122,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[12],"tags":[76,8699,2386,8368,196,41141,40,41,269,41140,39,2066,3984,66,65,64],"class_list":{"0":"post-116121","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-welt","8":"tag-eu","9":"tag-eugh","10":"tag-europaeische-union","11":"tag-europaeischer-gerichtshof","12":"tag-gericht","13":"tag-grundrecht","14":"tag-nachrichten","15":"tag-news","16":"tag-politik","17":"tag-queerness","18":"tag-schlagzeilen","19":"tag-ungarn","20":"tag-viktor-orban","21":"tag-welt","22":"tag-world","23":"tag-world-news"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116444288894707531","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/116121","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=116121"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/116121\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/116122"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=116121"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=116121"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=116121"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}