{"id":116265,"date":"2026-04-21T20:46:09","date_gmt":"2026-04-21T20:46:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/116265\/"},"modified":"2026-04-21T20:46:09","modified_gmt":"2026-04-21T20:46:09","slug":"europa-verschaerft-regeln-gegen-betrug","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/116265\/","title":{"rendered":"Europa versch\u00e4rft Regeln gegen Betrug"},"content":{"rendered":"<p>Europ\u00e4ische Banken haften zunehmend f\u00fcr Betrugssch\u00e4den, w\u00e4hrend Gro\u00dfbritannien seine Aufsicht b\u00fcndelt. Neue EU-Regeln und PSD3 erweitern die Pflicht zur R\u00fcckerstattung und beziehen auch Tech-Plattformen ein.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend Gro\u00dfbritannien seine Aufsicht b\u00fcndelt, setzt die EU auf strengere Haftung und zieht auch Tech-Konzerne in die Pflicht. Gleichzeitig k\u00f6nnten US-Gerichte den Trend globalisieren.<\/p>\n<p>Gro\u00dfbritannien b\u00fcndelt Aufsicht nach Erfolgen<\/p>\n<p>Die britische Regierung hat heute einen Plan zur Verschmelzung der Zahlungsaufsicht PSR mit der Finanzmarktaufsicht FCA vorgelegt. Ziel ist eine zentralere Durchsetzung der Pflicht zur R\u00fcckerstattung bei Betrug. Hintergrund sind messbare Erfolge: Im ersten vollen Jahr bis Herbst 2025 erstatteten Banken und Zahlungsfirmen rund 200 Millionen Euro an Opfer von Push Payment-Betrug. In 88 Prozent der berechtigten F\u00e4lle gab es eine Entsch\u00e4digung \u2013 ein deutlicher Anstieg.<\/p>\n<p>Anzeige<\/p>\n<p>Millionen Deutsche nutzen t\u00e4glich Online-Banking per Smartphone \u2013 ohne diesen Schutz ist das gef\u00e4hrlich. Experten warnen: Wer diese 5 Ma\u00dfnahmen nicht kennt, riskiert Datenverlust und finanzielle Sch\u00e4den. <a href=\"https:\/\/www.info.computerwissen-online.com\/android\/5-schutzmassnahmen-fuer-android-smartphone\/?af=KOOP_CW_DL_DNV_YES_5-SCHUTZMASSNAHMEN-SMARTPHONE_X-RSS-Ad-Hoc-News-AD1of2-EAID-852836\" rel=\"noopener nofollow\" style=\"color: #337ab7 !important; font-weight: bold; text-decoration: underline;\" target=\"_blank\">5 Schutzma\u00dfnahmen jetzt entdecken<\/a><\/p>\n<p>Das aktuelle System mit einer Obergrenze von etwa 100.000 Euro funktioniert schnell: 82 Prozent der Anspr\u00fcche wurden innerhalb von f\u00fcnf Werktagen bearbeitet. Nur in drei Prozent der F\u00e4lle lehnten Institute die Zahlung mit Verweis auf grobe Fahrl\u00e4ssigkeit der Kunden ab. Die H\u00fcrde daf\u00fcr bleibt hoch. Die neue Aufsichtsstruktur soll dieses Modell nun evaluieren und weiterentwickeln.<\/p>\n<p>EU macht Banken mit Namenspr\u00fcfung haftbar<\/p>\n<p>Im Euroraum hat eine Regelung die Haftungsfrage bereits grundlegend ver\u00e4ndert: Seit dem 9. Oktober 2025 ist die Verification of Payee (VoP) verpflichtend. Banken m\u00fcssen pr\u00fcfen, ob der Name des Empf\u00e4ngers zur IBAN passt, bevor eine \u00dcberweisung ausgef\u00fchrt wird. Unterlassen sie diese Pr\u00fcfung oder versagt das System, tr\u00e4gt das Institut die Haftung f\u00fcr den entstandenen Schaden.<\/p>\n<p>Diese Regelung ist Teil der EU-Instant-\u00dcberweisungsverordnung. F\u00fcr Anbieter au\u00dferhalb des Euroraums gilt eine l\u00e4ngere Frist bis Juli 2027. Zudem wird mit der Zahlungsdiensterichtlinie PSD3 die Haftung f\u00fcr Banken weiter ausgeweitet. Sie haften k\u00fcnftig, wenn sie keine angemessenen Betrugspr\u00e4ventionsmechanismen implementiert haben. Ein zentraler Punkt: die Pflicht zur R\u00fcckerstattung bei \u201eImpersonation Fraud\u201c, wo sich Betr\u00fcger als Bankmitarbeiter ausgeben.<\/p>\n<p>Gerichte definieren \u201egrobe Fahrl\u00e4ssigkeit\u201c neu<\/p>\n<p>Wann Kunden grob fahrl\u00e4ssig handeln, bleibt eine Grauzone. Der deutsche Bundesgerichtshof (BGH) urteilte im Juli 2025, dass die mehrfache Weitergabe von TAN-Nummern \u00fcber Tage hinweg grobe Fahrl\u00e4ssigkeit darstellen kann. Im konkreten Fall ging es um einen Schaden von \u00fcber 35.000 Euro durch Call-ID-Spoofing.<\/p>\n<p>Doch der BGH schr\u00e4nkte ein: Ein \u201eAugenblicksversagen\u201c unter massivem psychischen Druck oder bei hochgradiger Manipulation muss nicht automatisch grob fahrl\u00e4ssig sein. In einem weiteren Urteil im M\u00e4rz 2026 betonte das Gericht, dass die chipTAN-Verfahren trotz fehlender Namensanzeige auf dem Generator als sicher gelten. Die Hauptverantwortung f\u00fcr die Kontrolle der Empf\u00e4ngerdaten liege beim Kunden bei der Eingabe \u2013 vorausgesetzt, die Bank hat ihre Sicherheitspflichten erf\u00fcllt.<\/p>\n<p>KI-gesteuerter Betrug stellt neue Herausforderungen<\/p>\n<p>Die versch\u00e4rfte Haftung trifft auf eine neue Welle raffinierter Betrugsmethoden. Sicherheitsexperten warnen vor einer Explosion KI-gest\u00fctzter Angriffe. Deepfake-Stimmen, die Vorst\u00e4nde oder Bankangestellte t\u00e4uschend echt imitieren, machen \u201eCEO-Fraud\u201c zur wachsenden Gefahr. Ein Unternehmen verlor Ende 2025 so 220.000 Euro.<\/p>\n<p>Anzeige<\/p>\n<p>CEO-Fraud: Warum selbst erfahrene Mitarbeiter auf gef\u00e4lschte Chef-E-Mails hereinfallen. Ein kostenloser Report zeigt, welche psychologischen Tricks Hacker gezielt in deutschen Unternehmen einsetzen. <a href=\"https:\/\/www.datenschutz-praemien.de\/allgemein\/anti-phishing-paket\/?af=KOOP_MFW_DSN_DNV_YES_ANTI-PHISHING-PAKET_X-RSS-Ad-Hoc-News-AD2of2-EAID-852836\" rel=\"noopener nofollow\" style=\"color: #337ab7 !important; font-weight: bold; text-decoration: underline;\" target=\"_blank\">Anti-Phishing-Paket gratis herunterladen<\/a><\/p>\n<p>Unter PSD3 verschiebt sich die Beweislast bei solchen \u201eautorisierten\u201c Betrugs\u00fcberweisungen. Banken m\u00fcssen k\u00fcnftig nachweisen, dass sie ausreichende Warnungen ausgesprochen und risikobasierte Blockierma\u00dfnahmen ergriffen haben. Der Fokus liegt auf der Verhinderung anomaler, hochvolumiger Transfers.<\/p>\n<p>Geteilte Verantwortung: Druck auf Tech-Konzerne w\u00e4chst<\/p>\n<p>Die aktuelle Regulierung zielt auf ein Multi-Sektor-Haftungsmodell ab. Nicht nur Banken und Kunden, auch Telekommunikationsanbieter und Social-Media-Plattformen sollen in die Pflicht genommen werden. Britische Banken fordern lautstark, dass Tech-Firmen f\u00fcr Betr\u00fcgereien haften, die auf ihren Plattformen entstehen.<\/p>\n<p>Die EU-Vereinbarung zur PSR enth\u00e4lt bereits Klauseln, die Online-Plattformen haftbar machen k\u00f6nnen, wenn sie betr\u00fcgerische Inhalte nicht l\u00f6schen. Dieses Modell der geteilten Verantwortung soll Betrug an der Quelle bek\u00e4mpfen. Die gemeinsame \u00dcberpr\u00fcfung von FCA und PSR im zweiten Quartal 2026 wird diese m\u00f6gliche Ausweitung der Erstattungspflicht intensiv diskutieren.<\/p>\n<p>Ausblick: Globale Harmonisierung zeichnet sich ab<\/p>\n<p>F\u00fcr Banken beginnt eine Phase intensiver technischer Anpassungen. Die Europ\u00e4ische Bankenaufsichtsbeh\u00f6rde (EBA) wird noch im zweiten Quartal ihren Umsetzungsfahrplan vorlegen. Verhaltensbiometrie und Echtzeit-Risikobewertung werden Schl\u00fcssel sein, um die PSD3-Standards zu erf\u00fcllen.<\/p>\n<p>Ein Urteil in den USA k\u00f6nnte den Trend globalisieren. Ein Berufungsgericht verhandelt diese Woche \u00fcber einen Pr\u00e4zedenzfall gegen Citibank. Sollte es entscheiden, dass \u00dcberweisungen unter den gleichen Verbraucherschutz fallen wie andere elektronische Transfers, k\u00f6nnten US-Banken zu R\u00fcckerstattungsmodellen wie in Europa gezwungen werden. F\u00fcr globale Bankengruppen w\u00fcrde dies eine weltweit harmonisierte Betrugsbek\u00e4mpfung bedeuten \u2013 in einer Welt, in der \u201eautorisiert\u201c nicht l\u00e4nger automatisch \u201enicht erstattungsf\u00e4hig\u201c hei\u00dft.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Europ\u00e4ische Banken haften zunehmend f\u00fcr Betrugssch\u00e4den, w\u00e4hrend Gro\u00dfbritannien seine Aufsicht b\u00fcndelt. Neue EU-Regeln und PSD3 erweitern die Pflicht&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":116266,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[41170,873,41168,7356,41169,76,10787,75,3876,74,1415,10173],"class_list":{"0":"post-116265","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-europa","8":"tag-aufsicht","9":"tag-banken","10":"tag-bankenhaftung","11":"tag-betrug","12":"tag-betrugsschaeden","13":"tag-eu","14":"tag-eu-regeln","15":"tag-europa","16":"tag-europaeische","17":"tag-europe","18":"tag-grossbritannien","19":"tag-regeln"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116444658792957606","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/116265","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=116265"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/116265\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/116266"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=116265"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=116265"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=116265"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}