{"id":116672,"date":"2026-04-22T02:34:09","date_gmt":"2026-04-22T02:34:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/116672\/"},"modified":"2026-04-22T02:34:09","modified_gmt":"2026-04-22T02:34:09","slug":"europa-und-die-energiepreise-jeder-fuer-sich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/116672\/","title":{"rendered":"Europa und die Energiepreise: Jeder f\u00fcr sich"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/tankstelle-rom-100.jpg\" alt=\"Eine Tankstelle in Rom, Italien.\" title=\"Eine Tankstelle in Rom, Italien. | AFP\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 22.04.2026 \u2022 04:05 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        Es herrscht in der EU kein Mangel an Ma\u00dfnahmen gegen die gestiegenen Energiepreise. Nur: Sie werden kaum koordiniert, die EU-Staaten handeln ohne gemeinsame Strategie. Das will die Kommission heute \u00e4ndern.\n    <\/p>\n<p>                                    <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/korrespondenten\/magro-102.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                                        <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Jean-Marie Magro\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/magro-100.jpg\"\/><br \/>\n                                    <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Auch wenn der Krieg in der Golfregion nicht der ihre ist, ist er doch ihr Problem. Das mussten die Europ\u00e4er in den vergangenen Wochen schmerzlich feststellen. Die Sperrung der Stra\u00dfe von Hormus habe schwerwiegende Folgen, sagte Kommissionspr\u00e4sidentin Ursula von der Leyen schon vergangene Woche. Seitdem wurde die Meerenge von Iran und USA blockiert, dann kurzerhand freigegeben und nun wieder von Iran geschlossen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Europ\u00e4er haben keinen Einfluss und k\u00f6nnen auf steigende Weltmarktpreise f\u00fcr \u00d6l und Gas nur reagieren. Vor allem sei es wichtig, dass sich die Mitgliedsstaaten untereinander abstimmen, sagte von der Leyen. Aber bisher ist genau das Gegenteil der Fall: Jeder macht sein eigenes Ding.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Bundesregierung senkte die Energiesteuer auf Sprit f\u00fcr zwei Monate um 17 Cent pro Liter, Italien sogar um 25 Cent, Spanien schn\u00fcrte gar ein Entlastungspaket, das mehr als f\u00fcnf Milliarden Euro kostet.<\/p>\n<p>    Kein Mangel an Ma\u00dfnahmen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">In der EU werden Steuern gesenkt und Preise gedeckelt. Koordination? Fehlanzeige. Allein die Freigabe von 92 Millionen Barrel \u00d6l aus den jeweiligen nationalen \u00d6lreserven fand in Abstimmung von 23 Staaten statt. Das Jacques Delors Institut z\u00e4hlt, dass seit Kriegsbeginn Ende Februar 23 von 27 EU-Mitgliedern mit mehr als 150 Ma\u00dfnahmen reagiert haben. Kostenpunkt rund zw\u00f6lf Milliarden Euro, rechnet Alice Moscovici vor, die f\u00fcr die Denkfabrik in Paris arbeitet.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Wissenschaftlerin beklagt, dass die meisten dieser Ma\u00dfnahmen nicht zielgenau sind, weil etwa, wie in Deutschland, auch die reicheren Haushalte, die sich die steigenden Preise leisten k\u00f6nnen, von Steuersenkungen profitieren: &#8222;So werden die Haushalte nicht dazu angeregt, ihr Verhalten zu \u00e4ndern. Weder sparen sie noch steigen sie auf ein Elektrofahrzeug um oder installieren eine W\u00e4rmepumpe&#8220;, sagt Moscovici.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Politik sende sogar eine gegenteilige Botschaft. N\u00e4mlich, dass sie den Verbrauchern immer zur Seite springen werde. Also genau das Gegenteil dessen, was Bundeskanzler Friedrich Merz immer wieder betont &#8211; dass die Politik nicht jede internationale Entwicklung abfedern k\u00f6nne.<\/p>\n<p>    Unterschiedliche Geschwindigkeiten<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Kein Wunder, dass es gro\u00dfe Unterschiede zwischen den EU-Mitgliedern gibt. Zu unterschiedlich sind die Voraussetzungen. Ungarn, Kroatien und Italien geh\u00f6rten zu den ersten, die auf die steigenden Preise reagierten, weil sie noch stark von fossilen Energien abh\u00e4ngig sind. In Irland dagegen gab es gro\u00dfe Demonstrationen, sodass die Regierung nun schon das zweite Sozialpaket auf den Weg bringt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Frankreich wiederum verspricht nur gezielte Hilfen f\u00fcr Landwirte, Lastwagenfahrer und Fischer, auch weil die Staatskasse leer ist. Und Paris treibt die Verstromung voran: Ab Ende des Jahres d\u00fcrfen in Neubauten keine Gasheizungen mehr eingebaut werden. Zudem k\u00fcndigte Premierminister S\u00e9bastien Lecornu gestern Abend neue Hilfen an &#8211; insbesondere f\u00fcr einkommensschwache Arbeitnehmer und B\u00fcrger, die beruflich auf das Auto angewiesen sind.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Alice Moscovici sagt, auch in dieser Krise falle auf, dass es ein Europa der unterschiedlichen Geschwindigkeiten gibt. Auf der einen Seite seien diejenigen, die in der Lage sind, massive Konjunkturpakete zu finanzieren und die Energiewende voranzutreiben, und auf der anderen Seite diejenigen, die nur wenig oder gar keinen haushaltspolitischen Spielraum haben, um zu handeln.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Damit die Union nicht auseinanderfalle, sei es wichtig, so die Pariser Wissenschaftlerin, dass die Europ\u00e4er sich auf eine gemeinsame Strategie einigen, um den steigenden Energiepreisen entgegenzutreten. Schon allein, um nicht gegenseitig die Preise weiter hochzutreiben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 22.04.2026 \u2022 04:05 Uhr Es herrscht in der EU kein Mangel an Ma\u00dfnahmen gegen die gestiegenen Energiepreise.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":116673,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[13639,76,75,74,13638],"class_list":{"0":"post-116672","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-europa","8":"tag-benzinpreis","9":"tag-eu","10":"tag-europa","11":"tag-europe","12":"tag-spritpreise"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116446027880304557","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/116672","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=116672"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/116672\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/116673"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=116672"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=116672"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=116672"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}