{"id":116705,"date":"2026-04-22T03:08:07","date_gmt":"2026-04-22T03:08:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/116705\/"},"modified":"2026-04-22T03:08:07","modified_gmt":"2026-04-22T03:08:07","slug":"suessstoffe-negative-effekte-bis-in-die-naechste-generation-stevia-und-sucralose-veraendern-darmflora-und-genaktivitaet-bei-maeusen-und-ihren-nachkommen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/116705\/","title":{"rendered":"S\u00fc\u00dfstoffe: Negative Effekte bis in die n\u00e4chste Generation? &#8211; Stevia und Sucralose ver\u00e4ndern Darmflora und Genaktivit\u00e4t bei M\u00e4usen und ihren Nachkommen"},"content":{"rendered":"<p>Ausgangspunkt der Studie waren 47 M\u00e4use, die vom Jugendalter an entweder Wasser oder eine s\u00fc\u00dfstoffhaltige L\u00f6sung zu trinken bekamen. Die Dosis der S\u00fc\u00dfstoffe Stevia oder Sucralose entsprach dabei der Menge, die ein Mensch im Alltag aufnehmen w\u00fcrde. Diese M\u00e4use wurden dann verpaart und \u00fcber zwei Generationen hinweg weitergez\u00fcchtet. Dabei erhielt nur die Gr\u00fcndergeneration die S\u00fc\u00dfstoffl\u00f6sungen, Kinder und Enkel tranken normales Wasser.<\/p>\n<p>Alle Tiere wurden nach Erreichen des Erwachsenalters auf ihre Darmflora, ihre Glucosetoleranz und epigenetische Ver\u00e4nderungen an f\u00fcnf wichtigen Genen untersucht. Diese Gene regulieren Entz\u00fcndungen, die Darmbarriere und Leber- und Darmstoffwechsel.\n<\/p>\n<p>Ver\u00e4nderungen noch bei den Enkeln<\/p>\n<p>Es zeigte sich: Die S\u00fc\u00dfstoffe hatten nicht nur Auswirkungen auf die M\u00e4use, die selbst Stevia und Sucralose konsumiert hatten. Auch ihre Nachkommen zeigten Ver\u00e4nderungen in ihrer Darmflora und Genaktivit\u00e4t. Unter anderem produzierten die Darmbakterien der Kinder und Enkel weniger gesundheitsf\u00f6rdernde kurzkettige Fetts\u00e4uren als die Nachkommen der Kontrollm\u00e4use. Nachkommen der Sucralose-trinkenden M\u00e4use hatten zudem mehr krankheitserregende und weniger n\u00fctzliche Bakterien im Kot, wie die Forschenden feststellten.\n<\/p>\n<p>Bei der Genaktivit\u00e4t hatten die S\u00fc\u00dfstoffe ebenfalls generations\u00fcbergreifende Effekte: Bei den M\u00e4usenachkommen waren die entz\u00fcndungsf\u00f6rdernden Gene Tlr4 und Tnf aktiver, daf\u00fcr war die Expression einiger Stoffwechselgene verringert. \u201eDiese Effekte waren in der ersten Folgegeneration am st\u00e4rksten und nahmen dann in der Enkelgeneration ab\u201c, berichtet Concha Celume. Sucralose hinterlie\u00df zudem st\u00e4rkere und anhaltendere Spuren als Stevia.\n<\/p>\n<p>Was k\u00f6nnte die Folge sein?<\/p>\n<p>\u201eWas wir beobachtet haben, waren subtile Ver\u00e4nderungen in der Weise, wie der K\u00f6rper Glucose und die Aktivit\u00e4t von Genen reguliert, die mit Entz\u00fcndungen und dem Stoffwechsel verkn\u00fcpft sind\u201c, erkl\u00e4rt die Forscherin. Das bedeute zwar nicht, dass diese S\u00fc\u00dfstoffe Stoffwechselst\u00f6rungen verursachen. \u201eAber es ist m\u00f6glich, dass diese Ver\u00e4nderungen die Anf\u00e4lligkeit f\u00fcr solche metabolischen St\u00f6rungen unter bestimmten Bedingungen erh\u00f6hen \u2013 beispielsweise bei einer fettreichen Ern\u00e4hrung.\u201c<\/p>\n<p>Nach Ansicht der Forschenden liefern ihre Ergebnisse zudem Indizien daf\u00fcr, dass die s\u00fc\u00dfstoffbedingten Ver\u00e4nderungen an die Folgegeneration weitergegeben werden k\u00f6nnen. M\u00f6glich ist dies beispielsweise \u00fcber das Muster der epigenetischen Anh\u00e4nge an der DNA. Auch f\u00fcr ern\u00e4hrungsbedingte Ver\u00e4nderungen dieser Muster haben Studien schon generations\u00fcbergreifende Effekte nachgewiesen.\n<\/p>\n<p>Ist dies auf uns Menschen \u00fcbertragbar?<\/p>\n<p>Was aber bedeutet dies konkret? Und wie \u00fcbertragbar sind die Resultate auf uns Menschen? An diesem Punkt ist noch weitere Forschung n\u00f6tig, wie auch Concha Celume und ihr Team einr\u00e4umen. Dies betont auch der nicht an der Studie beteiligte Physiologe Parveen Yaqoob von der University of Reading. \u201eHinweise auf einen transgenerationalen Effekt sollten mit Vorsicht interpretiert werden\u201c, sagt er. Dennoch sei es sinnvoll und ratsam, die Wirkung von S\u00fc\u00dfstoffen weiter intensiv zu \u00fcberpr\u00fcfen.\n<\/p>\n<p>\u00c4hnlich sehen es auch Concha Celume und ihre Kollegen: \u201eUnser Ziel ist es nicht, Alarm zu schlagen. Wir wollen aber unterstreichen, dass hier weitere Forschung n\u00f6tig ist.\u201c Das Team r\u00e4t zudem dazu, im Alltag m\u00f6glichst wenig S\u00fc\u00dfstoffe zu konsumieren. (Frontiers in Nutrition, 2026; <a href=\"https:\/\/www.frontiersin.org\/journals\/nutrition\/articles\/10.3389\/fnut.2026.1694149\/full\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">doi: 10.3389\/fnut.2026.1694149<\/a>)\n<\/p>\n<p>Quelle: Frontiers, Science Media Centre UK<br \/>\n&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n&#13;\n\t<\/p>\n<p>22. April 2026\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t &#8211; Nadja Podbregar<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ausgangspunkt der Studie waren 47 M\u00e4use, die vom Jugendalter an entweder Wasser oder eine s\u00fc\u00dfstoffhaltige L\u00f6sung zu trinken&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":116706,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[20],"tags":[46,42,5081,41297,41298,41299,124,123,44,41300,34541,34540],"class_list":{"0":"post-116705","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-gesundheit","8":"tag-at","9":"tag-austria","10":"tag-darmflora","11":"tag-epigenetisch","12":"tag-genaktivitaet","13":"tag-generationen","14":"tag-gesundheit","15":"tag-health","16":"tag-oesterreich","17":"tag-stevia","18":"tag-sucralose","19":"tag-suessstoff"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116446160711836825","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/116705","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=116705"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/116705\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/116706"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=116705"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=116705"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=116705"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}