{"id":116717,"date":"2026-04-22T03:15:11","date_gmt":"2026-04-22T03:15:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/116717\/"},"modified":"2026-04-22T03:15:11","modified_gmt":"2026-04-22T03:15:11","slug":"preise-werden-deutlich-steigen-diepresse-com","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/116717\/","title":{"rendered":"Preise werden deutlich steigen \u2013 DiePresse.com"},"content":{"rendered":"<p>Die energieintensive Branche st\u00f6hnt unter den Folgen des Kriegs im Iran. Die Strompreiskompensation d\u00fcrfte noch l\u00e4nger nicht bei den Unternehmen ankommen, f\u00fcrchtet man in der Branche. Die Konsequenz: Kunden werden schon bald deutlich mehr zahlen.<\/p>\n<p>Wien. \u201eDie wirtschaftlichen Folgen des Iran-Kriegs f\u00fcr die Konjunktur gehen weit \u00fcber den Anstieg der Preise hinaus\u201c, warnte \u00d6konom Achim Wambach, Pr\u00e4sident des deutschen Zentrums f\u00fcr Europ\u00e4ische Wirtschaftsforschung\u00a0(ZEW), am Dienstag. Die Sorge vor einer l\u00e4ngerfristigen Verknappung des Energieangebots hemme Investitionen und schw\u00e4che die Wirkung staatlicher Impulse, schrieb das Institut und senkte seinen Konjunkturausblick. Auch die heimischen Wirtschaftsinstitute korrigierten zuletzt ihre Prognosen nach unten. Besonders f\u00fcr die energieintensive Industrie sind die neuerlichen Preisspr\u00fcnge ein D\u00e4mpfer. <\/p>\n<p>Exemplarisch daf\u00fcr steht die heimische Papierindustrie, die am Dienstag ihre Jahresbilanz f\u00fcr 2025 pr\u00e4sentierte. Kaum eine andere Branche ist so stark von der Entwicklung der Energiepreise abh\u00e4ngig. Der Anteil der Energiekosten liegt zwischen 20 und 30 Prozent der gesamten Produktionskosten, hei\u00dft es aus der Branche. <\/p>\n<p>Diese stecke seit einigen Jahren ohnehin in einer strukturellen Transformation, sagt Martin Zahlbruckner, Pr\u00e4sident des Branchenverbandes Austropapier. Der Umsatz der Branche ging im Vorjahr um 5,7 Prozent auf 4,4 Mrd. Euro zur\u00fcck. W\u00e4hrend die Produktion von Verpackungspapier und Wellpappe 2025 bei rund 2,7 Mio. Tonnen stagnierte, setzte die Erzeugung von grafischem Papier (u.a. Zeitungen, Magazine) ihren starken Einbruch der vergangenen Jahre auch 2025 fort. Alleine im Vorjahr ging die heimische Papierproduktion um 19,2 Prozent zur\u00fcck. Im europ\u00e4ischen Durchschnitt fiel der Produktionsr\u00fcckgang deutlich geringer aus (minus 7,3 Prozent). <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"figure__image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/04.22-s17-Papierproduktion-GK.png\" alt=\"\" width=\"1000\" height=\"600\" loading=\"lazy\" fetchpriority=\"low\"\/><\/p>\n<p>Der in \u00d6sterreich \u00fcberproportional starke Einbruch in den vergangenen Jahren sei einerseits die Folge von Managemententscheidungen sowie einer sinkenden Wettbewerbsf\u00e4higkeit der heimischen Industrie im Vergleich zu europ\u00e4ischen Mitbewerbern, sagt Zahlbruckner. Die Konkurrenz sitzt aber nicht wie in anderen Industriezweigen in China oder den USA, sondern in den europ\u00e4ischen Nachbarstaaten. Im Gegensatz zu \u00d6sterreich w\u00fcrden dort staatliche Strompreis-F\u00f6rdermechanismen funktionieren und tats\u00e4chlich in der Industrie ankommen. Im Vergleich zu deutschen Mitbewerbern w\u00fcrden heimische Betriebe etwa das 2,3-Fache an Energiekosten zahlen, sagt Austropapier-Vorstandsmitglied Harald Ganster. <\/p>\n<p>Ein wichtiger Teil des Produktionsprozesses ist das Trocknen von Papier. Die daf\u00fcr n\u00f6tige W\u00e4rme wird vor allem durch Gas gewonnen, von dessen Preissteigerungen alle europ\u00e4ischen Produzenten gleicherma\u00dfen betroffen sind. Problematisch seien vor allem die in \u00d6sterreich \u00fcberdurchschnittlich hohen Stromkosten. Seit vergangener Woche k\u00f6nnen sich energieintensive Unternehmen f\u00fcr einen gef\u00f6rderten Industriestrompreis bewerben. Der Bund stellt daf\u00fcr f\u00fcr 2025 (r\u00fcckwirkend) und 2026 insgesamt etwa 150 Mio. Euro bereit.\u00a0Anspruch auf die F\u00f6rderung haben rund 60 \u00f6sterreichische Betriebe aus festgelegten Branchen wie der Papier- und Stahlindustrie. <\/p>\n<p>Doch mit den vom Wirtschaftsministerium angek\u00fcndigten Strompreiskompensationen m\u00f6chte man sich in der Branche nicht zufriedengeben. 2023 hatte es eine solche Kompensation zuletzt gegeben, nun wartet die Industrie sehns\u00fcchtig auf neue Gelder. Die angek\u00fcndigten F\u00f6rderungen seien allerdings \u201esehr schmal budgetiert\u201c, sagt Ganster. Er w\u00fcnscht sich eine Kompensation \u201ein f\u00fcnffacher H\u00f6he\u201c \u2013 wohl wissend, dass die budget\u00e4re Situation den Handlungsspielraum der Bundesregierung aktuell stark einschr\u00e4nkt. Dennoch spricht Ganster von \u201eexistenzbedrohlichen Bedingungen im Vergleich zu den europ\u00e4ischen Mitbewerbern\u201c, sollten die mehrfach angek\u00fcndigten Entlastungen nicht bald bei den Betrieben ankommen.<\/p>\n<p>Sebastian Heinzel, Chef des gleichnamigen Zellstoff- und Papierproduzenten, ist skeptisch, dass dies bald der Fall sein wird. Auch, weil die beihilferechtlichen Genehmigungen der EU daf\u00fcr noch ausstehen. \u201eWir wissen von der Strompreisf\u00f6rderung 2023, dass diese Prozesse mehrere Monate dauern. Vor dem vierten Quartal wird hier wohl leider nichts bei uns ankommen\u201c, zeigt sich der Unternehmer ern\u00fcchtert von der zaghaften Wirtschaftspolitik der Regierung. In der zu Jahresbeginn pr\u00e4sentierten Industriestrategie w\u00fcrden zwar die richtigen Schwerpunkte angesprochen, die Umsetzung sei aber \u201eviel zu langsam\u201c, sagt Heinzel: \u201eDas ist keine Industriepolitik, die bei den Unternehmen ankommt.\u201c<\/p>\n<p>Die Konsequenz: Die Papier- und Faserindustrie beginne bereits, die gestiegenen Kosten an ihre Kunden weiterzugeben. Es sei mit Preissteigerungen von 15 bis 20 Prozent zu rechnen, hei\u00dft es aus der Branche.<\/p>\n<p>    Lesen Sie mehr zu diesen Themen:<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die energieintensive Branche st\u00f6hnt unter den Folgen des Kriegs im Iran. 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