{"id":117400,"date":"2026-04-22T11:05:12","date_gmt":"2026-04-22T11:05:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/117400\/"},"modified":"2026-04-22T11:05:12","modified_gmt":"2026-04-22T11:05:12","slug":"antibiotika-noch-jahre-nach-der-einnahme-von-antibiotika-ist-das-mikrobiom-veraendert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/117400\/","title":{"rendered":"Antibiotika: Noch Jahre nach der Einnahme von Antibiotika ist das Mikrobiom ver\u00e4ndert"},"content":{"rendered":"<p>Antibiotika greifen tief in das \u00d6kosystem des Darms ein. Forscher haben untersucht, wie langfristig sich die Einnahme auswirken kann \u2013 mit erstaunlichen Ergebnissen.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Antibiotika geh\u00f6ren zu den wichtigsten Medikamenten der modernen Medizin. Eine neue Studie zeigt nun, dass sie die Zusammensetzung der Darmflora deutlich l\u00e4nger beeinflussen k\u00f6nnen als bisher angenommen. Ver\u00e4nderungen im Mikrobiom lassen sich demnach noch acht Jahre nach der Einnahme nachweisen.<\/p>\n<p>Forscher der Universit\u00e4t Uppsala analysierten daf\u00fcr Daten von 14.979 Erwachsenen aus Schweden \u00fcber einen Zeitraum von acht Jahren. Die Daten zeigten, welche Antibiotika die Teilnehmer einnahmen und wie oft. Zus\u00e4tzlich untersuchten sie Stuhlproben, um die Zusammensetzung der Darmbakterien zu bestimmen. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41591-026-04284-y\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41591-026-04284-y&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">\u201eNature Medicine\u201c<\/a> ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p>Das Darmmikrobiom besteht aus Billionen Mikroorganismen, vor allem Bakterien, die eine wichtige Rolle f\u00fcr Verdauung, Stoffwechsel und Immunsystem spielen. Antibiotika greifen in dieses komplexe \u00d6kosystem ein, weil sie nicht nur krankheitserregende Keime abt\u00f6ten, sondern auch n\u00fctzliche Bakterien. <\/p>\n<p>Bereits fr\u00fchere Studien hatten gezeigt, dass sich die Darmflora kurz nach einer Antibiotikatherapie deutlich ver\u00e4ndern kann. Wie lange diese Effekte anhalten, war bislang unklar. Die Studie aus Schweden zeigt nun: Selbst eine einzelne Behandlung k\u00f6nnte langfristige Spuren hinterlassen.<\/p>\n<p>Die Forscher nahmen insgesamt elf Antibiotikaklassen in den Blick. F\u00fcr sechs davon zeigte sich: Wurden sie im Jahr vor der Probenentnahme eingenommen, war die Vielfalt der Darmbakterien reduziert. Am st\u00e4rksten war dieser Effekt im ersten Jahr. Doch selbst Einnahmen, die vier bis acht Jahre zur\u00fccklagen, standen mit Ver\u00e4nderungen im Mikrobiom in Zusammenhang. Zwar erholte sich das Mikrobiom zun\u00e4chst vergleichsweise schnell, erreichte jedoch nicht seinen urspr\u00fcnglichen Zustand zur\u00fcck, so die Forscher.<\/p>\n<p>\u201eWir k\u00f6nnen sehen, dass der Antibiotika-Einsatz vor vier bis acht Jahren mit der heutigen Zusammensetzung des Darmmikrobioms einer Person zusammenh\u00e4ngt. Selbst eine einzige Behandlung mit bestimmten Antibiotika hinterl\u00e4sst Spuren\u201c, wird der Erstautor der Studie, Gabriel Baldanzi, in einer Pressemitteilung der Universit\u00e4t zitiert.<\/p>\n<p>Mikrobiom langfristig gest\u00f6rt<\/p>\n<p>Eine hohe Diversit\u00e4t gilt als wichtiges Merkmal eines stabilen und gesunden Mikrobioms. In der Studie nahm die Vielfalt der Bakterienarten mit jeder zus\u00e4tzlichen Antibiotikabehandlung tendenziell weiter ab. Allerdings unterschieden sich die Effekte je nach Wirkstoff und Antibiotikum.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend das h\u00e4ufig bei Mandel- oder Rachenentz\u00fcndungen eingesetzte Penicillin V nur geringe und eher kurzfristige Ver\u00e4nderungen zeigte, waren die Auswirkungen bei anderen Antibiotika ausgepr\u00e4gter. So gingen etwa Tetracycline, die unter anderem bei Atemwegs- und Harnwegsinfektionen eingesetzt werden, mit langfristigen Verschiebungen im Mikrobiom einher.<\/p>\n<p>Besonders starke Effekte fanden die Forscher f\u00fcr Clindamycin, Fluorchinolone und Flucloxacillin, die mit Ver\u00e4nderungen bei zahlreichen Bakterienarten verbunden waren. Diese Antibiotika werden teilweise nur als Reserveantibiotikum eingesetzt \u2013 also meist dann, wenn andere Mittel nicht mehr wirken.<\/p>\n<p>Die Forscher der Studie betonen, die Anwendung von Antibiotika sei weiterhin unverzichtbar. Ihre Ergebnisse betrachten sie als Ansto\u00df, um in Zukunft Antibiotikaklassen noch gezielter einzusetzen.<\/p>\n<p>\u201eWir glauben, dass die Ergebnisse unserer Studie dazu beitragen k\u00f6nnen, zuk\u00fcnftige Empfehlungen zum Antibiotika-Einsatz zu verbessern, insbesondere bei der Wahl zwischen zwei gleich wirksamen Antibiotika, von denen eines einen geringeren Einfluss auf das Darmmikrobiom hat\u201c, so Tove Fall, Epidemiologin und Mitautorin der Studie.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Antibiotika greifen tief in das \u00d6kosystem des Darms ein. 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