{"id":117574,"date":"2026-04-22T12:59:11","date_gmt":"2026-04-22T12:59:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/117574\/"},"modified":"2026-04-22T12:59:11","modified_gmt":"2026-04-22T12:59:11","slug":"vorher-alle-impfungen-auffrischen-diepresse-com","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/117574\/","title":{"rendered":"vorher alle Impfungen auffrischen! \u2013 DiePresse.com"},"content":{"rendered":"<p>Innovative Therapien er\u00f6ffnen neue M\u00f6glichkeiten der Behandlung von Autoimmunerkrankungen, beeintr\u00e4chtigen aber die k\u00f6rpereigne Abwehr. Was w\u00e4hrend der Therapie bez\u00fcglich Impfungen zu beachten ist.<\/p>\n<p>In diesen Tagen erhalten \u00d6sterreichs niedergelassene \u00c4rzte neue Empfehlungen und Richtlinien zur Impfung von Menschen unter Immunsuppression. Diese Guideline wurde angesichts der gro\u00dfen Fortschritte bei der Behandlung von Autoimmunerkrankungen dringend notwendig. Denn moderne Medikamente erm\u00f6glichen heute eine gezielte und wirksame Therapie, schw\u00e4chen jedoch oft die k\u00f6rpereigene Abwehr. \u201eBei immunsuppressiven Therapien ist der Schutz vor Infektionen durch Impfungen deshalb besonders wichtig\u201c, betont Universit\u00e4tsprofessorin Ursula Wiedermann-Schmidt, Leiterin des Zentrums f\u00fcr Pathophysiologie, Infektiologie und Immunologie an der MedUni Wien. <\/p>\n<p>Die Expertin, unter deren Leitung die neue Guideline erstellt wurde, hebt hervor, dass verschiedene Therapien das Immunsystem unterschiedlich stark und unterschiedlich lang beeinflussen. Das Alter spiele ebenfalls eine entscheidende Rolle: \u201eJe \u00e4lter ein Patient ist, desto weniger regenerationsf\u00e4hig ist sein Immunsystem, desto st\u00e4rker und l\u00e4nger wird es durch die Behandlung geschw\u00e4cht sein.\u201c Daher sei es notwendig, rechtzeitig vor Beginn einer Therapie den Impfschutz zu \u00fcberpr\u00fcfen und gegebenenfalls zu vervollst\u00e4ndigen. <\/p>\n<p>Grundlage bildet der \u00f6sterreichische Impfplan. Fehlen Impfungen oder ist man sich nicht sicher, empfiehlt Wiedermann-Schmidt Titerbestimmungen und das Nachholen oder Auffrischen. Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Lebend- und Totimpfstoffen (siehe Kasten). \u201eBei geschw\u00e4chter Abwehr k\u00f6nnen Lebendimpfungen leichter zu Impfreaktionen f\u00fchren, das Impfvirus kann sich vermehren und den Krankheitszustand des Patienten verschlechtern\u201c, erkl\u00e4rt Wiedermann-Schmidt. <\/p>\n<p>Bei einem durch eine immunsupprimierende oder \u2013 modulierende Therapie geschw\u00e4chtem Immunsystem k\u00f6nnen Le\u00adbend\u00adimpfungen die Impfvirus-Infektion im Extremfall selbst ausl\u00f6sen. Sie m\u00fcssen daher sp\u00e4testens vier Wochen vor Therapiebeginn gegeben werden. W\u00e4hrend und nach vielen Therapien sind sie kontraindiziert. Totimpfstoffe bestehen aus abget\u00f6teten Erregern oder deren Bestandteilen und ben\u00f6tigen meist Auffrischungen. Sie sollten zur Erreichung des Impfschutzes zwei Wochen vor Therapiebeginn gegeben werden, k\u00f6nnen grunds\u00e4tzlich aber auch w\u00e4hrend einer immunsuppressiven Therapie verabreicht werden<\/p>\n<p>Biologika etwa greifen gezielt in immunologische oder zellul\u00e4re Prozesse ein. Einige dieser Medikamente richten sich beispielsweise gegen B-Zellen, die bei Autoimmun\u00aderkrankungen wie Multipler Sklerose, Rheuma und anderen immunologischen In\u00addikationen eine Schl\u00fcsselrolle spielen. Diese Zellen sind jedoch auch ein zentrales Element des sch\u00fctzenden Immunsystems: \u201eWerden im Rahmen der Therapie B-Zellen eliminiert, um Autoimmunprozesse zu stoppen, wird eine Flanke gegen\u00fcber verschiedenen Infektionserkrankungen ge\u00f6ffnet\u201c, erl\u00e4utert Wiedermann-Schmidt. Nach der Behandlung dauert es sechs bis zw\u00f6lf Monate, bis das Immunsystem wieder voll funktionsf\u00e4hig ist.<\/p>\n<p>Anders verh\u00e4lt es sich bei neuen Substanzklassen, die entz\u00fcndungsf\u00f6rdernde (proinflammatorische) Zytokine blockieren und etwa bei rheumatoider Arthritis eingesetzt werden. \u201eManche dieser Therapeutika wirken aber nur f\u00fcr wenige Stunden oder Tage\u201c, erkl\u00e4rt Wiedermann-Schmidt, \u201eeine Lebendimpfung ist daher bereits eine Woche nach dem Aussetzen der Therapie m\u00f6glich.\u201c<\/p>\n<p>Auch der Langzeitschutz von Impfungen kann bei immunmodulierenden Therapien verk\u00fcrzt sein. Das gilt insbesondere f\u00fcr TNF-alpha-Inhibitoren, die bei Autoimmunerkrankungen wie Rheumatoider Arthritis, Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa eingesetzt werden. Wie Wiedermann-Schmidt und ein Team der MedUni Wien herausgefunden haben, verlieren Patienten unter dieser Therapie ihren Impfschutz deutlich fr\u00fcher als der Durchschnitt. \u201eF\u00fcr diese Personen ist es daher notwendig, einen Schutz durch wiederholte Auffrischungsimpfungen aufrechtzuerhalten\u201c, sagt Wiedermann-Schmidt.<\/p>\n<p>CAR\u2011T\u2011Zell\u2011Therapien, urspr\u00fcnglich f\u00fcr Leuk\u00e4mien entwickelt, kommen zunehmend auch bei Autoimmunerkrankungen wie dem Systemischen Lupus Erythematodes oder der Sklerodermie zum Einsatz. \u201eEs braucht zwischen sechs Monaten und einem Jahr, bis sich das Immunsystem nach einer solchen Therapie erholt. In dieser Zeit sind die Patienten besonders vulnerabel\u201c, berichtet Wiedermann-Schmidt. Danach muss der Impfschutz v\u00f6llig neu aufgebaut werden, da bei der CAR-T-Zell-Therapie jene B\u2011Zellen entfernt werden, die den Impfschutz tragen.<\/p>\n<p>Auch Janine Kimpel, Privatdozentin am Institut f\u00fcr Virologie der MedUni Innsbruck betont die Bedeutung gut geplanter Impfungen bei immunsuppressiven Therapien. \u201eDas Thema Impfen sollte rechtzeitig und m\u00f6glichst mit behandelnden \u00c4rzten wie Onkologen, Neurologen oder Rheumatologen besprochen werden. Sie kennen die Therapie und k\u00f6nnen individuelle Empfehlungen geben.\u201c<\/p>\n<p>Kimpel weist au\u00dferdem darauf hin, dass das Thema Impfen nicht nur Patienten unter immunsuppressiver Therapie, sondern auch deren nahes Umfeld betrifft. \u201eWer h\u00e4ufigen und engen Kontakten zu immungeschw\u00e4chten Personen hat, sollte alle Impfungen nach dem \u00f6sterreichischen Impfplan haben \u2013 von Masern, Mumps, Keuchhusten und Polio bis zu Influenza oder Covid.\u201c Dadurch werde eine eigene Erkrankung verhindert und damit das Risiko, den immungeschw\u00e4chten Patienten anzustecken.<\/p>\n<p>        Lebend-und Totimpfstoffe<\/p>\n<p>Lebendimpfstoffe \u2013 etwa gegen Masern, Mumps, R\u00f6teln und Windpocken \u2013 enthalten abgeschw\u00e4chte, vermehrungsf\u00e4hige Erreger und erzeugen eine besonders robuste Immunantwort. Sie sind bei vielen immunsuppressiven Therapien kontraindiziert.<\/p>\n<p>Totimpfstoffe bestehen aus abget\u00f6teten Erregern oder deren Bestandteilen und ben\u00f6tigen meist Auffrischungen. Mit Totimpfstoffen sch\u00fctzt man sich unter anderem vor Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Kinderl\u00e4hmung, Grippe, Covid oder Hepatitis\u202fB. Sie k\u00f6nnen auch w\u00e4hrend der meisten immunsuppressiven Therapien gegeben werden. Im Zweifel empfiehlt sich R\u00fccksprache mit dem behandelnden Arzt.<\/p>\n<p>    Lesen Sie mehr zu diesen Themen:<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Innovative Therapien er\u00f6ffnen neue M\u00f6glichkeiten der Behandlung von Autoimmunerkrankungen, beeintr\u00e4chtigen aber die k\u00f6rpereigne Abwehr. Was w\u00e4hrend der Therapie&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":117575,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[20],"tags":[46,42,124,123,44,7734],"class_list":{"0":"post-117574","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-gesundheit","8":"tag-at","9":"tag-austria","10":"tag-gesundheit","11":"tag-health","12":"tag-oesterreich","13":"tag-vorsorge"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116448484735598693","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/117574","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=117574"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/117574\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/117575"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=117574"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=117574"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=117574"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}