{"id":117579,"date":"2026-04-22T13:02:23","date_gmt":"2026-04-22T13:02:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/117579\/"},"modified":"2026-04-22T13:02:23","modified_gmt":"2026-04-22T13:02:23","slug":"deutsche-telekom-und-t-mobile-erwaegen-fusion-diepresse-com","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/117579\/","title":{"rendered":"Deutsche Telekom und T-Mobile erw\u00e4gen Fusion \u2013 DiePresse.com"},"content":{"rendered":"<p>Die beiden Unternehmen h\u00e4tten gemeinsam einen B\u00f6rsenwert von knapp 390 Milliarden Euro. Zur Diskussion steht Insidern zufolge die Gr\u00fcndung einer Holding, die ein \u00dcbernahmeangebot abgeben soll.<\/p>\n<p>Der Telekommunikationssektor k\u00f6nnte Insidern zufolge auf eine Rekordfusion zusteuern. Die Deutsche Telekom erw\u00e4ge eine Verschmelzung mit ihrer US-Tochter T-Mobile, sagten zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen am Mittwoch. Mit einem gemeinsamen B\u00f6rsenwert von knapp 390 Milliarden Euro entst\u00fcnde der weltweit gr\u00f6\u00dfte Telekom-Konzern.<\/p>\n<p>Dieses Transaktionsvolumen w\u00fcrde die \u00dcbernahme von Mannesmann durch Vodafone in den Schatten stellen und w\u00e4re die weltweit gr\u00f6\u00dfte Verschmelzung zweier b\u00f6rsennotierter Unternehmen. Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte zuerst \u00fcber die Pl\u00e4ne berichtet. Die Telekom und der Bund als ihr wichtigster Aktion\u00e4r wollten sich zu diesem Thema nicht \u00e4u\u00dfern. T-Mobile war f\u00fcr eine Stellungnahme zun\u00e4chst nicht zu erreichen.<\/p>\n<p>Zur Diskussion steht den Insidern zufolge die Gr\u00fcndung einer Holding, die ein \u00dcbernahmeangebot sowohl f\u00fcr die Aktien des Bonner Konzerns als auch f\u00fcr die der US-Tochter abgeben w\u00fcrde. Das fusionierte Unternehmen solle voraussichtlich an der Wall Street und einer europ\u00e4ischen B\u00f6rse gelistet werden. Die \u00dcberlegungen bef\u00e4nden sich in einem fr\u00fchen Stadium und Details k\u00f6nnten sich noch \u00e4ndern. Die Telekom erhoffe sich offenbar einen Kursschub durch die Schaffung eines transatlantischen Champions. Dessen verbesserte Finanzkraft k\u00f6nnte bei k\u00fcnftigen \u00dcbernahmen von Nutzen sein, erg\u00e4nzte einer der Insider.<\/p>\n<p>Dabei habe die Telekom wohl vor allem den US-Markt im Visier, erl\u00e4uterten die Experten des Research-Hauses New Street. Bei einer gr\u00f6\u00dferen \u00dcbernahme drohe der Anteil der Bonner an T-Mobile unter die 50-Prozent-Marke zu rutschen. In einem fusionierten Unternehmen behielte der Konzern dagegen die Kontrolle \u00fcber das wachstums- und ertragsstarke US-Gesch\u00e4ft.<\/p>\n<p>In Europa sind die Chancen f\u00fcr \u00dcbernahmen und Fusionen dagegen geringer. Hier agieren Telekomfirmen in vergleichsweise kleinen, hart umk\u00e4mpften und streng regulierten M\u00e4rkten. Die jeweiligen Aufsichtsbeh\u00f6rden bestehen meist auf einer Mindestanzahl von Anbietern. Gleichzeitig m\u00fcssen die Unternehmen Milliarden in den Ausbau ihrer Mobilfunk- und Glasfasernetze investieren. Die Telekom sitzt aktuell auf einem etwa 200 Milliarden Euro hohen Schuldenberg. Bei T-Mobile sind es umgerechnet rund 100 Milliarden Euro.<\/p>\n<p>An der B\u00f6rse stie\u00dfen die Pl\u00e4ne auf Skepsis: Die Telekom-Titel fielen am Mittwoch um etwa drei Prozent. Die Papiere von T-Mobile hatten am Dienstag an der Wall Street mit einem Minus von 1,5 Prozent unter dem Niveau vor Ver\u00f6ffentlichung der ersten Medienberichte \u00fcber die m\u00f6gliche Fusion geschlossen. \u201eWir glauben nicht, dass Anleger auf diesen Deal gewartet haben\u201c, kommentierten die Experten des Verm\u00f6gensberaters Kepler Cheuvreux. Vor allem US-Investoren w\u00fcrden sich wohl kaum bei einem europ\u00e4ischen Unternehmen mit schw\u00e4cherem Wachstum engagieren wollen.<\/p>\n<p>Eine Fusion sei kein Allheilmittel, um den Unternehmenswert zu steigern, schrieb Analyst Robert Grindle von der Deutschen Bank. Das Einsparpotenzial sei bei Telekomfirmen \u00fcberschaubar. \u00c4hnlich wie bei anderen, international agierenden Wettbewerbern wie Vodafone werde voraussichtlich auch der kombinierte Telekom\/T-Mobile-Konzern niedriger bewertet als die Summe seiner Teile. Die Marktkapitalisierung der Telekom liegt aktuell bei knapp 135 Milliarden Euro. T-Mobile kommt auf umgerechnet 252 Milliarden Euro.<\/p>\n<p>Eine Verschmelzung von Telekom und T-Mobile m\u00fcsste einige H\u00fcrden \u00fcberwinden: Der Bund ist mit insgesamt rund 28 Prozent der gr\u00f6\u00dfte Aktion\u00e4r des Bonner Konzerns. Bislang ist unklar, wie er einen Zusammenschluss beurteilen w\u00fcrde. Da die Telekom aktuell etwa 53 Prozent an T-Mobile h\u00e4lt, w\u00fcrde der Staatsanteil bei einer Fusion verw\u00e4ssert. Bloomberg zufolge sehen die Pl\u00e4ne vor, die geplante Holding im Ausland anzusiedeln, was den Verlust nationaler Kontrolle bedeuten w\u00fcrde. Dar\u00fcber hinaus fallen die \u00dcberlegungen in eine Zeit erh\u00f6hter politischer Spannungen zwischen den USA und Deutschland. \u201eDas sind Spekulationen, zu denen wir uns grunds\u00e4tzlich nicht \u00e4u\u00dfern\u201c, sagte ein Sprecher des Finanzministeriums. Er kenne keine Pl\u00e4ne des Bundes, Anteile an der Deutschen Telekom zu verkaufen.<\/p>\n<p>Die Telekom stieg im Jahr 2000 mit der \u00dcbernahme von Voicestream in den US-Markt ein. Der anf\u00e4nglichen Euphorie folgte Ern\u00fcchterung. T-Mobile wurde zum Sorgenkind des Konzerns und stand zeitweise sogar zum Verkauf. In den vergangenen Jahren mauserte sich die US-Tochter jedoch zum Wachstumstreiber der Bonner. Sie l\u00e4sst beim Kundenzuwachs die US-Rivalen AT&amp;T und Verizon regelm\u00e4\u00dfig hinter sich.<\/p>\n<p>Im vergangenen Jahr erwirtschaftete T-Mobile einen operativen Gewinn von umgerechnet rund 29 Milliarden Euro. Die Telekom kam auf ein Betriebsergebnis von etwa 44 Milliarden Euro. (APA\/Reuters)<\/p>\n<p>    Lesen Sie mehr zu diesen Themen:<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die beiden Unternehmen h\u00e4tten gemeinsam einen B\u00f6rsenwert von knapp 390 Milliarden Euro. 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