{"id":117583,"date":"2026-04-22T13:04:06","date_gmt":"2026-04-22T13:04:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/117583\/"},"modified":"2026-04-22T13:04:06","modified_gmt":"2026-04-22T13:04:06","slug":"trump-hat-den-krieg-verloren-diepresse-com","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/117583\/","title":{"rendered":"\u201eTrump hat den Krieg verloren\u201c \u2013 DiePresse.com"},"content":{"rendered":"<p>Das iranische Regime sieht sich nach der Verl\u00e4ngerung der Waffenruhe durch US-Pr\u00e4sident Donald Trump im Vorteil. \u201eTrump hat den Krieg verloren\u201c, kommentierte die Nachrichtenagentur Tasnim, die der Revolutionsgarde nahesteht. Die neue F\u00fchrung in Teheran setzt auf Konfrontation: Die Revolutionsgarde brachte am Mittwoch nach eigenen Angaben zwei Schiffe in der Stra\u00dfe von Hormus in ihre Gewalt. <\/p>\n<p>Trump hatte Freund und Feind in den vergangenen Tagen mit widerspr\u00fcchlichen Aussagen zum Iran-Konflikt verwirrt. Nachdem er am Dienstag zun\u00e4chst eine Verl\u00e4ngerung der am 8. April ausgerufenen Feuerpause abgelehnt hatte, erkl\u00e4rte er in der Nacht zum Mittwoch, er habe die Waffenruhe auf unbestimmte Zeit verl\u00e4ngert.<\/p>\n<p>Der US-Pr\u00e4sident begr\u00fcndete dies mit einer Bitte des Vermittlers Pakistan. Er deutete an, dass er ein Einlenken des Iran bei den Kontakten \u00fcber eine Friedensl\u00f6sung erwartet, weil Teheran wegen der US-Blockade iranischer H\u00e4fen pro Tag eine halbe Milliarde Dollar an Einnahmen verliere. \u201eDer Iran kollabiert finanziell\u201c, behauptete Trump.<\/p>\n<p>Ein Berater von Parlamentspr\u00e4sident Mohammad Bagher Kalibaf tat Trumps Entscheidung zur Verl\u00e4ngerung der Waffenruhe als bedeutungslos ab. Die Revolutionsgarde teilte mit, zwei Schiffe seien in der Stra\u00dfe von Hormus abgefangen und an die iranische K\u00fcste geleitet worden, weil sie \u201eVorschriften f\u00fcr die Schifffahrt\u201c missachtet h\u00e4tten.<\/p>\n<p>Einen Termin f\u00fcr neue amerikanisch-iranische Gespr\u00e4che gab es am Mittwoch vorerst nicht. Das iranische Regime wollte erst wieder verhandeln, wenn Trump die US-Seeblockade aufgibt, was der US-Pr\u00e4sident aber ablehnte. Pakistan versucht, beide Seiten zu einem Rahmenabkommen zu bewegen, das Begrenzungen des iranischen Atomprogramms, die Schifffahrt durch die Stra\u00dfe von Hormus und den Abbau von Wirtschaftssanktionen gegen den Iran regelt. Damit soll der am 28. Februar begonnene Krieg der USA und Israels gegen den Iran formell beendet werden.<\/p>\n<p>Aus Sicht von Experten haben Trump und andere US-Regierungspolitiker eine falsche Vorstellung von der Weltsicht und der Verhandlungsposition der Iraner. Der Tod des langj\u00e4hrigen Regimechefs Ali Khamenei und des Sicherheitsratschefs Ali Larijani bei amerikanisch-israelischen Luftangriffen hat die iranische F\u00fchrung unter Khameneis Sohn Mojataba radikalisiert und konfliktfreudiger gemacht.<\/p>\n<p>In der Regierungszeit des \u00e4lteren Khamenei habe der Iran stets versucht, eine milit\u00e4rische Konfrontation mit den USA zu vermeiden, und auch die freie Schifffahrt durch die Stra\u00dfe von Hormus nicht behindert, sagte der Nahost-Experte Ali Alfoneh vom Arab Gulf States Institute in Washington zur \u201ePresse\u201c. Die neue F\u00fchrung habe diese Zur\u00fcckhaltung aufgegeben und sich die Kontrolle \u00fcber die Meerenge gesichert. <\/p>\n<p>Trump will Teheran nun mit wirtschaftlichem Druck dazu bringen, sich amerikanischen Forderungen zu beugen. Der Iran steckte schon vor dem Krieg in einer Wirtschaftskrise und muss wegen der Zerst\u00f6rungen der Infrastruktur und Trumps Blockade weitere Produktionsausf\u00e4lle und einen R\u00fcckgang der \u00d6lexporte hinnehmen. Die Regierung in Teheran sch\u00e4tzt die Verluste durch den Krieg auf 270 Milliarden Dollar, das ist mehr als die H\u00e4lfte der wirtschaftlichen Gesamtleistung des Landes. Die Inflation ist laut Oppositionsmedien f\u00fcr einige Produkte des t\u00e4glichen Bedarfs auf mehr als hundert Prozent gestiegen.<\/p>\n<p>Doch die iranische Diktatur keine R\u00fccksicht auf W\u00e4hler nehmen. Aufst\u00e4nde werden brutal niedergeschlagen. Die iranische F\u00fchrung k\u00f6nne schmerzhafte wirtschaftliche Entwicklungen an die Bev\u00f6lkerung durchreichen, schrieb der Nahost-Experte Thomas Juneau von der Universit\u00e4t Ottawa auf X. Trump und seine Republikaner dagegen m\u00fcssen vor den Kongresswahlen im November den \u00c4rger der US-W\u00e4hler \u00fcber gestiegene Benzinpreise und die Verwicklung des Landes in einen neuen Nahost-Krieg bedenken.<\/p>\n<p>Auch hat der Iran viel Erfahrung mit Wirtschaftssanktionen. Nach einer Z\u00e4hlung des Schiffsregisters Lloyds haben bisher 26 iranische Schiffe die US-Seeblockade \u00fcberwinden k\u00f6nnen. Die Denkfabrik Bourse&amp;Bazaar analysierte, die Lagerbest\u00e4nde iranischer Unternehmen reichten durchschnittlich noch f\u00fcr drei Monate. Laut dem Landwirtschaftsministerium in Teheran produziert der Iran rund 85 Prozent seiner Lebensmittel selbst.<\/p>\n<p>Das Regime hat zwar ein Interesse daran, den Krieg zu beenden, ist aber nicht zu weitreichenden Zugest\u00e4ndnissen an die USA bereit, weil es sich in einer Position der relativen St\u00e4rke sieht. In dem Konflikt geht es laut dem Experten Alfoneh inzwischen darum, wer l\u00e4nger durchhalten kann: der Iran oder die USA. \u201eTeheran muss die wirtschaftlichen Kosten schultern, w\u00e4hrend die Republikaner im November vor die W\u00e4hler treten m\u00fcssen \u2013 wer kneift zuerst?\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Das iranische Regime sieht sich nach der Verl\u00e4ngerung der Waffenruhe durch US-Pr\u00e4sident Donald Trump im Vorteil. \u201eTrump hat&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":117584,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[12],"tags":[1493,40,41,39,66,65,64],"class_list":{"0":"post-117583","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-welt","8":"tag-analyse","9":"tag-nachrichten","10":"tag-news","11":"tag-schlagzeilen","12":"tag-welt","13":"tag-world","14":"tag-world-news"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116448504274025670","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/117583","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=117583"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/117583\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/117584"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=117583"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=117583"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=117583"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}