{"id":117847,"date":"2026-04-22T15:38:09","date_gmt":"2026-04-22T15:38:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/117847\/"},"modified":"2026-04-22T15:38:09","modified_gmt":"2026-04-22T15:38:09","slug":"es-fehlen-mehr-als-5000-wohnungen-diepresse-com","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/117847\/","title":{"rendered":"\u201eEs fehlen mehr als 5000 Wohnungen\u201c \u2013 DiePresse.com"},"content":{"rendered":"<p>Das dritte Jahr in Folge sehen die gemeinn\u00fctzigen Bauvereinigungen (GBV) ihre Fertigstellungen sinken. Ob sie 2027 wie geplant wieder mehr leistbaren Wohnraum bauen k\u00f6nnen, entscheidet sich auch im Nahen Osten und in Frankfurt.<\/p>\n<p>\u201eHohe Zinsen sind immer Gift f\u00fcr leistbares Wohnen\u201c, betont GBV-Verbandsobmann Michael Gehbauer, und hat dabei wohl die EZB-Zentrale in Frankfurt im Kopf, von der heuer laut Experten zwei Zinserh\u00f6hungen ausgehen k\u00f6nnten. Das trifft die Bautr\u00e4ger in \u00d6sterreich. Die gemeinn\u00fctzigen Bauvereinigungen (GBV) verwalten mehr als eine Million Wohneinheiten \u2013 und zwar gemeinwohlorientiert \u2013, \u00fcber ein Viertel der heimischen Bev\u00f6lkerung bewohnt diesen leistbaren Wohnraum. Doch selbst der gef\u00f6rderte Wohnbau hat zu k\u00e4mpfen.<\/p>\n<p>Gehbauer erw\u00e4hnt hierzu eine \u201etraurige Statistik\u201c: Sie zeigt den R\u00fcckgang der Ausgaben f\u00fcr die Wohnbauf\u00f6rderung von 1,3 Prozent des BIP im Jahr 1996 auf zuletzt 0,5 Prozent. Neben hohen Baukosten, fehlenden Grundst\u00fccken und steigenden Zinsen erschwere dies die Baut\u00e4tigkeit. Die Folge: 2025 wurden von den gemeinn\u00fctzigen Bauvereinigungen nur 11.900 Wohnungen fertiggestellt. Das ist ein R\u00fcckgang von 13 Prozent gegen\u00fcber dem bisherigen Tiefpunkt von 2024.<\/p>\n<p>Somit trifft verst\u00e4rkte Nachfrage auf leistbaren Wohnraum auf ein immer knapper werdendes Angebot. \u201eDer Markt w\u00fcrde 5000 bis 10.000 gemeinn\u00fctzige Wohnungen mehr brauchen, um dem steigenden Nachfragedruck standzuhalten\u201c, sagt Obmann-Stellvertreterin Isabella Stickler. Gleichzeitig w\u00fcrde ein h\u00f6herer Anteil an gemeinn\u00fctzigen Wohnungen preisd\u00e4mpfend auf den freien Wohnungsmarkt einwirken.<\/p>\n<p>Bei den Gemeinn\u00fctzigen bel\u00e4uft sich die Bruttomiete inklusive Betriebskosten im Schnitt auf 8,80 Euro pro Quadratmeter. Das liegt deutlich unter dem Gesamtwert von 10,20 Euro in \u00d6sterreich. Die Schere zwischen privaten und gemeinn\u00fctzigen Mieten sei 2025 weiter aufgegangen: Freie Mieten erh\u00f6hten sich gegen\u00fcber dem Jahr davor um 4,9 Prozent, gemeinn\u00fctzige um 3,3 Prozent.<\/p>\n<p>Die Kaufoption ziehen Bewohner gemeinn\u00fctziger Wohnungen im Durchschnitt nach sieben Jahren, \u201eim Alter von 42\u201343 Jahren\u201c, erz\u00e4hlt Stickler. Tendenziell steige das Alter, in dem gekauft werde, w\u00e4hrend die Kaufoption immer seltener gezogen werde.<\/p>\n<p>Im regionalen Vergleich stach 2025 das Burgenland mit 940 Fertigstellungen heraus, ein sattes Plus von 65 Prozent gegen\u00fcber 2024. Ausgerechnet dort m\u00fcssen die Gemeinn\u00fctzigen seit einigen Jahren ohne Wohnbauf\u00f6rderung auskommen (urspr\u00fcnglich aufgrund der Anfang 2023 erlassenen Neubauf\u00f6rderverordnung des Landes). Braucht es die F\u00f6rderung also gar nicht? \u201eDas ist eine v\u00f6llig falsche Schlussfolgerung\u201c, betont Gehbauer. \u201eFakt ist, dass der Wohnraumbedarf im Burgenland sehr gro\u00df ist.\u201c Konkret seien die Regionen Neusiedl und Mattersburg von starkem Zuzug aus dem angebotsmangelnden Wien betroffen. Im Burgenland k\u00f6nne daher offensichtlich Wohnraum auch ohne F\u00f6rderungsmittel erfolgreich produziert werden, attestiert der Verbandsobmann.<\/p>\n<p>Hoffnung weckt ein Blick auf die Baubewilligungen. Der Verband erwartet bei den Bewilligungen k\u00fcnftig wieder eine leichte Aufw\u00e4rtstendenz f\u00fcr seinen Bereich \u2013 vorbehaltlich der Unw\u00e4gbarkeiten rund um die Folgen des Iran-Kriegs.<\/p>\n<p>Die Auswirkungen des Nahost-Konflikts und die damit einhergehenden Energiekostensteigerungen k\u00f6nnten die weitere Entwicklung ma\u00dfgeblich beeinflussen. \u201eGenau kann man das noch nicht absch\u00e4tzen, aber es wird sich auswirken\u201c, sagt Stickler. Was bereits teurer geworden ist: \u201eDie Logistik- und Lieferkosten.\u201c<\/p>\n<p>Angesichts des hohen Bestands werde seitens der GBV auch kr\u00e4ftig saniert. Das Neubau-Investitionsvolumen der Gemeinn\u00fctzigen erreichte im abgelaufenen Jahr Sch\u00e4tzungen zufolge rund 2,7 Mrd. Euro. Weitere rund 1,7 Mrd. Euro seien in Sanierung und Instandhaltung geflossen. Auch hier gilt: Ob dieser Trend h\u00e4lt, h\u00e4nge vom Nahost-Konflikt ab.<\/p>\n<p>    Lesen Sie mehr zu diesen Themen:<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Das dritte Jahr in Folge sehen die gemeinn\u00fctzigen Bauvereinigungen (GBV) ihre Fertigstellungen sinken. 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