{"id":118780,"date":"2026-04-23T04:45:18","date_gmt":"2026-04-23T04:45:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/118780\/"},"modified":"2026-04-23T04:45:18","modified_gmt":"2026-04-23T04:45:18","slug":"organische-molekuele-auf-dem-mars-21-verbindungen-entdeckt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/118780\/","title":{"rendered":"Organische Molek\u00fcle auf dem Mars: 21 Verbindungen entdeckt"},"content":{"rendered":"<p>Auf dem Mars schlummern Molek\u00fcle, die das Universum neu deuten k\u00f6nnten \u2013 und ein Rover gr\u00e4bt sich tiefer in das Geheimnis.<\/p>\n<p>Der NASA-Rover Curiosity hat auf der Marsoberfl\u00e4che erneut organische Molek\u00fcle nachgewiesen. Insgesamt konnten 21 kohlenstoffhaltige Verbindungen identifiziert werden, darunter 7, die bislang noch nie auf dem Roten Planeten gefunden worden waren. Der Fund legt nahe, dass auf dem Mars einst die chemischen Grundvoraussetzungen f\u00fcr die Entstehung von Leben vorhanden gewesen sein k\u00f6nnten. Ob die Molek\u00fcle biologischen oder geologischen Ursprungs sind, l\u00e4sst sich aus der Distanz allerdings nicht kl\u00e4ren.<\/p>\n<p>Seltene Verbindungen<\/p>\n<p>Entnommen wurde die Probe an einem Punkt auf dem Mount Sharp, der unter dem Spitznamen \u201eMary Anning 3\u2033 gef\u00fchrt wird. Die Region war vor Milliarden von Jahren von Seen und Fl\u00fcssen durchzogen, und die Bohrstelle lag damals unter Wasser. Da diese Wasservorkommen im Laufe der Marsgeschichte wiederholt austrockneten, reicherten sich dort Tonmineralien an, die organische Verbindungen besonders effektiv konservieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Unter den nachgewiesenen Substanzen befindet sich ein Stickstoff-Heterozyklus \u2013 eine Vorl\u00e4uferverbindung von DNA und RNA. \u201eStickstoff-Heterozyklen wurden noch nie zuvor auf der Marsoberfl\u00e4che gefunden oder in marsianischen Meteoriten best\u00e4tigt\u201c, sagt Amy Williams von der University of Florida in Gainesville. Dar\u00fcber hinaus wurde Benzothiophen nachgewiesen, eine Verbindung aus Kohlenstoff und Schwefel, die bereits in mehreren Meteoriten gefunden wurde. Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Probe durch den Zerfall komplexer, lebensrelevanter Verbindungen entstanden sein k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Organisches Material auf dem Mars ist keine neue Entdeckung \u2013 sowohl Curiosity als auch der Rover Perseverance haben bereits entsprechende Proben gesichert. F\u00fcr eine eingehende Analyse w\u00e4re jedoch ein Transport der Proben zur Erde notwendig. Das daf\u00fcr vorgesehene Programm Mars Sample Return, das die ESA im Auftrag der NASA umsetzen sollte, wurde aufgrund zu hoher Kosten gestrichen.<\/p>\n<p>Analyse an Bord<\/p>\n<p>Vorl\u00e4ufige Untersuchungen k\u00f6nnen die Rover mit ihren bordeigenen Minilabors vornehmen. Das Analysesystem an Bord von Curiosity tr\u00e4gt die Bezeichnung Sample Analysis at Mars, kurz SAM. Dabei wird das Gestein mit einem Bohrer entnommen und zu Pulver zerkleinert. In einem Hochtemperaturofen erhitzt SAM das Material, wobei Gase freigesetzt und anschlie\u00dfend analysiert werden.<\/p>\n<p>Erg\u00e4nzend dazu wird die Probe in einem L\u00f6sungsmittel aufgel\u00f6st. Die Probe \u201eMary Anning 3\u2033 war die erste, die mithilfe von Tetramethylammoniumhydroxid gel\u00f6st und auf diese Weise untersucht wurde.<\/p>\n<p>Die Weiterentwicklung von SAM, der sogenannte Mars Organic Molecular Analyzer, ist im ersten europ\u00e4ischen Marsrover Rosalind Franklin integriert. Der ESA-Rover soll 2027 an Bord einer SpaceX-Rakete zum Mars aufbrechen und dort gezielt nach Spuren von Leben suchen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Auf dem Mars schlummern Molek\u00fcle, die das Universum neu deuten k\u00f6nnten \u2013 und ein Rover gr\u00e4bt sich tiefer&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":118781,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[16],"tags":[46,42,1408,44,97,96,101,98,100,99],"class_list":{"0":"post-118780","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-wissenschaft-technik","8":"tag-at","9":"tag-austria","10":"tag-featured","11":"tag-oesterreich","12":"tag-science","13":"tag-science-technology","14":"tag-technik","15":"tag-technology","16":"tag-wissenschaft","17":"tag-wissenschaft-technik"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116452204475373259","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/118780","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=118780"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/118780\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/118781"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=118780"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=118780"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=118780"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}