{"id":118961,"date":"2026-04-23T07:01:07","date_gmt":"2026-04-23T07:01:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/118961\/"},"modified":"2026-04-23T07:01:07","modified_gmt":"2026-04-23T07:01:07","slug":"temu-und-shein-kosten-deutschem-einzelhandel-schaetzungen-zufolge-milliarden-diepresse-com","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/118961\/","title":{"rendered":"Temu und Shein kosten deutschem Einzelhandel Sch\u00e4tzungen zufolge Milliarden \u2013 DiePresse.com"},"content":{"rendered":"<p>Die Studie im Auftrag des Handelsverbandes beziffert den Umsatzausfall mit 2,5 Milliarden Euro. Grundlage ist eine repr\u00e4sentative Umfrage unter 4.000 Verbrauchern. <\/p>\n<p>Die beliebten Onlineh\u00e4ndler Temu und Shein schaden der deutschen Wirtschaft einer Sch\u00e4tzung zufolge erheblich. Dem Einzelhandel entgehen j\u00e4hrlich Ums\u00e4tze in H\u00f6he von 2,5 Milliarden Euro &#8211; weil Konsumenten Produkte bei den chinesischen Plattformen kaufen, statt bei Anbietern in Deutschland. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse von IW Consult im Auftrag des Handelsverbands Deutschland (HDE).<\/p>\n<p>Der tats\u00e4chliche Umsatzausfall f\u00fcr die gesamte Wirtschaft wird doppelt so hoch beziffert. Darin enthalten sind auch Vorleistungen wie Mieten, Energie, Logistik sowie L\u00f6hne und daraus entstehende Konsumausgaben. Jeder Euro Umsatz im Einzelhandel f\u00fchre zu insgesamt etwa zwei Euro Umsatz in der gesamten Wirtschaft, sagte Marco Trenz, \u00d6konom am Institut der Deutschen Wirtschaft.<\/p>\n<p>Grundlage ist eine repr\u00e4sentative Umfrage unter 4.000 Verbraucherinnen und Verbrauchern zwischen 16 und 69 Jahren, die im Februar online befragt wurden. Daraus geht hervor: 51 Prozent der Nutzer von Temu und Shein h\u00e4tten die dort erworbenen Produkte zum gleichen Preis woanders gekauft, wenn dies bei den chinesischen Plattformen nicht m\u00f6glich gewesen w\u00e4re. 19 Prozent w\u00e4ren sogar bereit, mehr Geld auszugeben.<\/p>\n<p>Der Analyse zufolge sind in Deutschland wegen Temu und Shein bereits mehr als 40.000 Arbeitspl\u00e4tze verloren gegangen, die meisten im Einzelhandel. \u201eWenn es Temu und Shein nicht g\u00e4be, dann w\u00fcrde ein Gro\u00dfteil der K\u00e4ufe im deutschen Einzelhandel get\u00e4tigt. Daf\u00fcr w\u00e4ren mehr Besch\u00e4ftigte n\u00f6tig\u201c, so Trenz. Hinzu k\u00e4men weitere Jobs in Vorleistungsbranchen. Er erwartet, dass die Ums\u00e4tze von Temu und Shein weiter steigen und dadurch mittelfristig noch mehr Jobs wegfallen.<\/p>\n<p>Der Forscher sieht durch den Erfolg der beiden Shoppingportale weitere Nebenwirkungen. Dem deutschen Staat entgingen dadurch bis zu 420 Millionen Euro an Steuereinnahmen pro Jahr. \u201eWenn die K\u00e4ufe nicht bei Temu und Shein, sondern im deutschen Einzelhandel stattf\u00e4nden, w\u00fcrden dadurch auch Lohn-, Gewerbe- und K\u00f6rperschaftsteuer gezahlt\u201c, betonte Trenz.<\/p>\n<p>Laut HDE haben Temu und Shein 2025 t\u00e4glich 460.000 Pakete nach Deutschland verschickt. Die Plattformen sind bei Verbrauchern beliebt, stehen aber in der Kritik. Politiker, Handelsvertreter und Verbrauchersch\u00fctzer monieren unter anderem Produktqualit\u00e4t, mangelnde Kontrollen und unfaire Wettbewerbsbedingungen. Sie fordern eine strengere Regulierung und besseren Schutz beim Online-Einkauf.<\/p>\n<p>HDE-Pr\u00e4sident Alexander von Preen beklagt, Temu und Shein erf\u00fcllten oft nicht die rechtlichen Vorgaben, verbreiteten unsichere Ware und br\u00e4chten viele heimische H\u00e4ndler \u201ean den Rand des Ruins\u201c. Diese w\u00fcrden streng kontrolliert und hielten sich an die Gesetze. Der Verband forderte erneut ein h\u00e4rteres Durchgreifen gegen die Plattformen. \u201eWenn sonst nichts hilft, muss bei solch massiven Regelverst\u00f6\u00dfen der Stecker gezogen werden\u201c, sagte von Preen.<\/p>\n<p>Temu nahm zu der Kritik Stellung. Ein Unternehmenssprecher teilte auf Anfrage mit: \u201eTemu erm\u00f6glicht Tausenden traditionellen Unternehmen in Deutschland und ganz Europa den Zugang zu einem globalen Kundenstamm und unterst\u00fctzt sie dabei, ihren Umsatz zu steigern, Arbeitspl\u00e4tze zu schaffen und international wettbewerbsf\u00e4hig zu sein.\u201c Die Partnerschaften sollen weiter ausgebaut werden.<\/p>\n<p>Ein Sprecher von Shein sagte: \u201eKonkurrenten zum S\u00fcndenbock zu stempeln und mit denselben immer wiederkehrenden und haltlosen Vorw\u00fcrfen fairen Wettbewerb zu konterkarieren, mag Schlagzeilen erzeugen.\u201c Eine ernsthafte Strategie, die deutschen Einzelh\u00e4ndlern helfe, wettbewerbsf\u00e4hig zu sein, sei dies jedoch nicht.<\/p>\n<p>Weiter sagte er: \u201eHeute verkaufen mehr als 600 deutsche Unternehmen \u00fcber unsere Plattform, schaffen Besch\u00e4ftigungen und leisten einen konkreten Beitrag zur Wirtschaft in Deutschland.\u201c Allein in den vergangenen drei Jahren habe Shein hierzulande Hunderte Millionen Euro an Steuern entrichtet und werde auch k\u00fcnftig allen Verpflichtungen nachkommen.<\/p>\n<p>Im Kampf gegen die Flut kleiner Pakete aus Onlinek\u00e4ufen in Drittstaaten gilt in der EU ab November eine neue Bearbeitungsgeb\u00fchr f\u00fcr jedes im Internet bestellte und in die EU eingef\u00fchrte Produkt. Die H\u00f6he steht noch nicht fest. Die Bearbeitungsgeb\u00fchr kommt zus\u00e4tzlich zu geplanten neuen Zollgeb\u00fchren.<\/p>\n<p>Bisher k\u00f6nnen Pakete mit einem Wert von bis zu 150 Euro zollfrei in die Staatengemeinschaft eingef\u00fchrt werden. Ab Juli soll jedoch f\u00fcr jedes Paket mit einem Warenwert bis 150 Euro eine Abgabe in H\u00f6he von drei Euro gelten. Diese Regelung ist vor\u00fcbergehend, bis eine neue digitale Plattform startet und dann alle in die EU importierten Waren ab dem ersten Euro zollpflichtig sind.<\/p>\n<p>Die EU-Kommission hat Temu und Shein auch wegen m\u00f6glicher Verst\u00f6\u00dfe gegen das Gesetz \u00fcber digitale Dienste im Visier. Gegen beide Firmen laufen Untersuchungen. Das Bundeskartellamt leitete im Oktober ein Verfahren gegen Technology Limited ein, das Unternehmen hinter Temu. Die Beh\u00f6rde pr\u00fcft den Verdacht, dass der Online-Marktplatz unzul\u00e4ssige Vorgaben f\u00fcr die Preisgestaltung der H\u00e4ndler in Deutschland machen k\u00f6nnte.  (APA\/dpa)<\/p>\n<p>    Lesen Sie mehr zu diesen Themen:<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Studie im Auftrag des Handelsverbandes beziffert den Umsatzausfall mit 2,5 Milliarden Euro. 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