{"id":119094,"date":"2026-04-23T08:33:08","date_gmt":"2026-04-23T08:33:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/119094\/"},"modified":"2026-04-23T08:33:08","modified_gmt":"2026-04-23T08:33:08","slug":"organoide-zeigen-warum-alzheimer-medikamente-nicht-gleich-wirken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/119094\/","title":{"rendered":"Organoide zeigen, warum Alzheimer-Medikamente nicht gleich wirken"},"content":{"rendered":"<p>Bei Alzheimer kommen oft Medikamente zum Einsatz, die Begleiterscheinungen wie Angst, Depression oder Unruhe lindern sollen. Doch manche Patienten sprechen gut darauf an, andere kaum. Das macht die Behandlung so schwierig. Sogenannte Organoide k\u00f6nnten bei Alzheimer nun helfen, diese Unterschiede besser zu verstehen. Organoide sind kleine Gewebestrukturen, die aus menschlichen Zellen im Labor entstehen. Sie bilden wichtige Funktionen des Gehirns nach. Forschende k\u00f6nnen damit Krankheiten untersuchen und Therapien vorab testen.<\/p>\n<p>Ein Team von <a href=\"https:\/\/www.hopkinsmedicine.org\/news\/newsroom\/news-releases\/2026\/04\/mini-brainlike-structures-grown-in-lab-may-help-scientists-treat-diagnose-and-stage-alzheimers-disease\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Johns Hopkins Medicine <\/a>hat solche Modelle genauer analysiert. Grundlage der <a href=\"https:\/\/alz-journals.onlinelibrary.wiley.com\/doi\/10.1002\/alz.71273\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Untersuchung<\/a> waren Zellen von 30 Personen, darunter 24 mit Alzheimer. Daraus entstanden kleine, erbsengro\u00dfe Hirnmodelle. Sie ahmen vor allem das Hinterhirn nach, das unter anderem Atmung, Schlaf und Herzfrequenz steuert.<\/p>\n<p>Da diese Modelle direkt von Patienten stammen, tragen sie deren individuelle biologischen Merkmale in sich. Im n\u00e4chsten Schritt testete das Team ein bekanntes Medikament: Escitalopram. Es wird h\u00e4ufig bei psychischen Begleitsymptomen eingesetzt. Die Reaktionen im Labor fielen jedoch sehr unterschiedlich aus.<\/p>\n<p>Organoide machen Unterschiede bei Alzheimer erstmals sichtbar<\/p>\n<p>Ein Teil der Organoide reagierte deutlich. Bestimmte <a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/gesundheit\/protein-im-uebermass-diese-folgen-hat-zu-viel-eiweiss-fuer-den-koerper\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Eiwei\u00dfe<\/a>, die f\u00fcr die Kommunikation zwischen Nervenzellen wichtig sind, nahmen zu. In anderen Modellen zeigte sich kaum eine Ver\u00e4nderung.<\/p>\n<p>Studienleiterin<a href=\"https:\/\/profiles.hopkinsmedicine.org\/provider\/vasiliki-machairaki\/2777836\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\"> Vasiliki Machairaki<\/a> von der Johns Hopkins University School of Medicine erk\u00e4rt: \u201eUnsere Studie legt nahe, dass gro\u00dfe, patientenbasierte Hirnorganoide und die von ihnen freigesetzten Vesikel helfen k\u00f6nnen, Alzheimer einzuordnen, Krankheitsmechanismen zu untersuchen und zu verstehen, wie verschiedene Patientengruppen auf Behandlungen reagieren.\u201c<\/p>\n<p>Erste Hinweise auf Patienten ohne Wirkung<\/p>\n<p>Die Unterschiede lassen sich bis auf die Ebene einzelner Eiwei\u00dfe zur\u00fcckverfolgen. In den Modellen ver\u00e4nderten sich bei einigen Proben zahlreiche Molek\u00fcle. Andere reagierten kaum.<\/p>\n<p>Das deutet auf sogenannte Nicht-Responder hin. Gemeint sind Patienten, bei denen ein Medikament keine messbare Wirkung zeigt. Diese Gruppe l\u00e4sst sich bisher kaum erkennen. Die Laborergebnisse zeigen erstmals:<\/p>\n<p>Manche Patienten reagieren klar auf bestimmte Wirkstoffe<\/p>\n<p>Andere zeigen kaum biologische Ver\u00e4nderungen<\/p>\n<p>Unterschiede lassen sich bereits im Zellmodell sichtbar machen<\/p>\n<p>Zellpartikel liefern zus\u00e4tzliche Informationen aus dem Gehirn<\/p>\n<p>Neben den <a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/technologie\/chinas-1-nanometer-transistor-arbeitet-wie-ein-mini-gehirn\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Mini-Gehirnen<\/a> untersuchte das Team auch sogenannte extrazellul\u00e4re Vesikel. Das sind winzige Partikel, die Zellen nach au\u00dfen abgeben. Sie transportieren Informationen \u00fcber den Zustand der Zellen. Diese Vesikel enthalten Eiwei\u00dfe, die f\u00fcr zentrale Hirnfunktionen wichtig sind. Dazu geh\u00f6ren Prozesse wie Ged\u00e4chtnis, Signal\u00fcbertragung und die Freisetzung von Botenstoffen.<\/p>\n<p>Bei Alzheimer-Proben zeigten sich klare Unterschiede. Einige wichtige Proteine lagen in geringerer Menge vor. Dazu z\u00e4hlen etwa RAB3A, NSF und ATCAY. Diese Molek\u00fcle spielen eine wichtige Rolle bei der Kommunikation zwischen Nervenzellen. Nach der Behandlung mit Escitalopram stiegen einige dieser Werte wieder an \u2013 allerdings nur in bestimmten Proben.<\/p>\n<p>Neue Chance f\u00fcr Diagnose und Krankheitsverlauf<\/p>\n<p>Die Vesikel k\u00f6nnten k\u00fcnftig eine wichtige Rolle spielen. Sie lassen sich m\u00f6glicherweise im Blut nachweisen. Dadurch entsteht eine neue Perspektive f\u00fcr die Diagnostik. Die Forschenden sehen darin eine m\u00f6gliche \u201efl\u00fcssige Biopsie\u201c. Gemeint ist eine Untersuchung, die ohne Eingriff ins Gehirn auskommt. Sie k\u00f6nnte helfen, Alzheimer fr\u00fcher zu erkennen und den Verlauf besser einzusch\u00e4tzen. Machairaki erkl\u00e4rt: <\/p>\n<p>Unser Modell k\u00f6nnte k\u00fcnftig helfen, Patientengruppen zu identifizieren, die eher auf bestimmte Medikamente ansprechen, und so gezieltere Behandlungen erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>Warum Alzheimer so unterschiedlich verl\u00e4uft<\/p>\n<p>Ein Grund f\u00fcr die unterschiedlichen Reaktionen liegt in der Natur der Krankheit. Alzheimer ist keine einheitliche Erkrankung. Mehr als 90 genetische Faktoren stehen mit dem Risiko in Verbindung.<\/p>\n<p>Diese Vielfalt zeigt sich auch in den Laborergebnissen. Jeder Krankheitsverlauf weist eigene biologische Muster auf. Diese Unterschiede machen die Behandlung so schwierig. Die Organoide bilden diese Vielfalt erstmals direkt ab. Sie zeigen, wie unterschiedlich Prozesse im Gehirn verlaufen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die Ergebnisse stammen aus Laborversuchen. Die Modelle bilden nicht das komplette Gehirn ab. Wichtige Bestandteile wie Blutgef\u00e4\u00dfe fehlen noch. Trotzdem liefern sie wichtige Hinweise. Sie zeigen, wie stark die Wirkung von Medikamenten vom individuellen biologischen Profil abh\u00e4ngt.<\/p>\n<p>Kurz zusammengefasst:<\/p>\n<p>Organoide aus Patientenzellen bilden Alzheimer im Labor nach und zeigen, dass Medikamente je nach Person sehr unterschiedlich wirken k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>In den Modellen reagieren manche Proben klar auf Wirkstoffe, andere kaum, was auf bisher schwer erkennbare Nicht-Responder hinweist.<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich liefern Zellpartikel messbare Hinweise auf fr\u00fche Krankheitsprozesse und k\u00f6nnten k\u00fcnftig Diagnose und Therapie gezielter machen.<\/p>\n<p>\u00dcbrigens: W\u00e4hrend Organoide bei Alzheimer individuelle Unterschiede sichtbar machen, zeigen neue Daten, dass das Immunsystem im Gehirn oft nach festen Mustern arbeitet \u2013 selbst bei ganz verschiedenen Krankheiten. Wie diese Programme funktionieren und warum ihr Ort im Gehirn entscheidend ist, mehr dazu in unserem <a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/gesundheit\/alzheimer-ms-tumoren-immunsystem-im-gehirn-reagiert-aehnlich\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Artikel<\/a>.<\/p>\n<p>Bild: \u00a9 Machairaki lab<\/p>\n<p>                Tags: <a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/tag\/alzheimer\/\" rel=\"tag nofollow noopener\" target=\"_blank\">Alzheimer<\/a>,<a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/tag\/demenz\/\" rel=\"tag nofollow noopener\" target=\"_blank\">Demenz<\/a>,<a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/tag\/diagnose\/\" rel=\"tag nofollow noopener\" target=\"_blank\">Diagnose<\/a>,<a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/tag\/extrazellulaere-vesikel-evs\/\" rel=\"tag nofollow noopener\" target=\"_blank\">Extrazellul\u00e4re Vesikel (EVs)<\/a>,<a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/tag\/forschung\/\" rel=\"tag nofollow noopener\" target=\"_blank\">Forschung<\/a>,<a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/tag\/gehirn\/\" rel=\"tag nofollow noopener\" target=\"_blank\">Gehirn<\/a>,<a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/tag\/gesundheit\/\" rel=\"tag nofollow noopener\" target=\"_blank\">Gesundheit<\/a>,<a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/tag\/medikamente\/\" rel=\"tag nofollow noopener\" target=\"_blank\">Medikamente<\/a>,<a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/tag\/medizin\/\" rel=\"tag nofollow noopener\" target=\"_blank\">Medizin<\/a>,<a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/tag\/neurowissenschaft\/\" rel=\"tag nofollow noopener\" target=\"_blank\">Neurowissenschaft<\/a>,<a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/tag\/organoide\/\" rel=\"tag nofollow noopener\" target=\"_blank\">Organoide<\/a>            <\/p>\n<p>              0%<br \/>\n              Love<\/p>\n<p>              0%<br \/>\n              Funny<\/p>\n<p>              0%<br \/>\n              Wow<\/p>\n<p>              0%<br \/>\n              Sad<\/p>\n<p>              0%<br \/>\n              Angry<\/p>\n<p>\t\tBeitragsnavigation<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Bei Alzheimer kommen oft Medikamente zum Einsatz, die Begleiterscheinungen wie Angst, Depression oder Unruhe lindern sollen. 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