{"id":119693,"date":"2026-04-23T14:42:07","date_gmt":"2026-04-23T14:42:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/119693\/"},"modified":"2026-04-23T14:42:07","modified_gmt":"2026-04-23T14:42:07","slug":"boykott-aufruf-gegen-israel-kulturkampf-erste-reihe-fussfrei-diepresse-com","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/119693\/","title":{"rendered":"Boykott-Aufruf gegen Israel: Kulturkampf, erste Reihe fu\u00dffrei \u2013 DiePresse.com"},"content":{"rendered":"<p>Mehr als 1100 Musiker und Musikerinnen rufen zum Boykott des Eurovision Song Contest auf. Die Initiative dahinter ist fadenscheinig.<\/p>\n<p>Die Farben: Schwarz, Wei\u00df, Rot, Gr\u00fcn \u2013 wie die pal\u00e4stinensische Flagge. Die Worte: drastisch, \u00fcberschie\u00dfend \u2013 V\u00f6lkermord, Apartheid, Belagerung. Die Initiatoren: nirgends zu finden. Daf\u00fcr sind auf der Website \u201eNo Music for Genocide\u201c die Namen von mehr als 1100 Musikern aufgelistet, die einen kulturellen Boykott des Eurovision Song Contest (ESC) unterst\u00fctzten. Unter ihnen Pink-Floyd-Mitgr\u00fcnder Roger Waters, Samtstimme Peter Gabriel, US-Rapper Macklemore, stilistisch so unterschiedliche britische Bands wie Massive Attack, Mogwai, Idles oder die Young Fathers, die nordirische Rapgruppe Kneecap, Komponist Brian Eno, die Isl\u00e4nder Sigur R\u00f3s oder die einstige ESC-Gewinnerin Emmelie de Forest . . .  <\/p>\n<p>Man solle \u201ekeine B\u00fchne f\u00fcr Genozid\u201c bieten, wird in dem offenen Brief gefordert, die Teilnahme Israels am Liederwettbewerb verurteilt. \u201eHeuchlerisch\u201c wird die European Broadcasting Union genannt, die den ESC austr\u00e4gt. Weil sie Russland nach dem Einmarsch in die Ukraine nicht teilnehmen lie\u00df, Israel aber nicht ausschlie\u00dfe. Der Vergleich hinkt. Russland hat seinen Ausschluss bewusst provoziert, und war gegen die Ukraine klar der Aggressor. Den Gaza-Krieg, auf den sich der Brief ausschlie\u00dflich bezieht, hat die Hamas begonnen, mit einem bestialischen Terrorakt gegen Israel. Heuchlerisch agiert vielmehr die Initiative, die ihren Ursprung verschleiert, und bei der man nur \u00fcber Umwege herausfindet, wem sie nahesteht: BDS, kurz f\u00fcr \u201eBoycott, Divestment and Sanctions\u201c. Eine Bewegung, bei der nicht wenige Anh\u00e4nger Israel das Existenzrecht aberkennen. <\/p>\n<p class=\"fm-quote__text\">\n        \u00bb\u00a0Bestraft werden durch einen Kulturboykott zumeist ohnehin die Falschen.\u00a0\u00ab\n    <\/p>\n<p>Statt ihre eigenen Namen zu nennen, ruft \u201eNo Music for Genocide\u201c andere dazu auf \u2013 und sieht sich dann den Kulturkampf an. Erste Reihe fu\u00dffrei. Der geforderte Kulturboykott ist grunds\u00e4tzlich zu hinterfragen. Bestraft werden damit zumeist die Falschen. Der israelische Musiker Noam Bettan, der sich einem Publikum stellt, ungeachtet drohender Buhrufe. Die Fans, die gemeinsam feiern. Ein weltweit gezeigtes Event, bei dem verl\u00e4sslich zu Inklusion aufgerufen wird. Ein Bewerb, der mit dem Ziel der V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung gegr\u00fcndet wurde und unpolitisch sein will. Israels \u00f6ffentlich-rechtlicher Rundfunk, der durchaus kritisch \u00fcber die Politik im Land berichtet. Welche Auswirkungen h\u00e4tte ein Boykott auf den Nahostkonflikt, auf Netanjahus Regierung? Wohl keine. Der offene Brief ist Symbolpolitik, die ein Land kollektiv an den Pranger stellt und eine Spaltung vorantreibt. <\/p>\n<p>E-Mail: heide.rampetzreiter@diepresse.obfuscationcom<\/p>\n<p>    Lesen Sie mehr zu diesen Themen:<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Mehr als 1100 Musiker und Musikerinnen rufen zum Boykott des Eurovision Song Contest auf. 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