{"id":120059,"date":"2026-04-23T18:28:07","date_gmt":"2026-04-23T18:28:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/120059\/"},"modified":"2026-04-23T18:28:07","modified_gmt":"2026-04-23T18:28:07","slug":"trump-warf-einen-schatten-auf-die-afrika-reise-des-papstes-diepresse-com","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/120059\/","title":{"rendered":"Trump warf einen Schatten auf die Afrika-Reise des Papstes \u2013 DiePresse.com"},"content":{"rendered":"<p>Der Schlagabtausch mit US-Pr\u00e4sident Donald Trump stand im Mittelpunkt der Berichterstattung \u00fcber die Reise von Papst Leo nach Afrika.\u00a0Doch der Heilige Vater nimmt mehr mit zur\u00fcck in den Vatikan als die Aufregung.<\/p>\n<p>Das Ende der Reise war quasi ein Heimspiel f\u00fcr Papst Leo XIV. Die mehr als 30.000 Menschen, die gekommen waren, um dem Gast aus Rom nahe zu sein, jubelten ihm freudig zu. Der 70-J\u00e4hrige schaute auf ein Meer an leuchtend gelben Schirmm\u00fctzen, T\u00fcchern, wei\u00df-gelben Gew\u00e4ndern. Die Nationalfarben des Vatikan fanden sich nicht nur in den geschwenkten Vatikanf\u00e4hnchen, die zu solchen Gelegenheiten verteilt werden. Viele der Gl\u00e4ubigen hatten ihr Outfit auf das Event abgestimmt.\u00a0<\/p>\n<p>Die Heilige Messe im Stadion von Malabo war der letzte \u00f6ffentliche Auftritt Leos auf dessen elft\u00e4giger Afrikareise. Nach Algerien, Angola und Kamerun traf der Papst in \u00c4quatorialguinea auf eine mehrheitlich christliche Gesellschaft: Rund 75 Prozent sind dort laut Angaben des Vatikans katholischen Glaubens. Die Amtssprache des Landes ist Spanisch \u2013 auch damit f\u00fchlt sich Papst Leo zu Hause, rund 20 Jahre hat er in Peru gelebt.<\/p>\n<p>Nach elf Tagen Reise, w\u00e4hrend der er mit einer Ausnahme t\u00e4glich mindestens ein Flugzeug bestiegen hat, sah man von Ersch\u00f6pfung bei dem als sportlich geltenden Pontifex keine Spur. Am Ende seines Afrikabesuchs wirkte der Papst eher gel\u00f6st und entspannt. Dabei hatte der Beginn der Reise weltweit f\u00fcr gro\u00dfe Aufmerksamkeit gesorgt. Wenige Stunden vor der Abreise aus Rom hatte US-Pr\u00e4sident Donald Trump in den sozialen Medien einen verbalen Angriff auf Leo losgelassen.\u00a0<\/p>\n<p>Davon lie\u00df sich der Papst nicht beirren. Noch im Flugzeug von Rom nach Algier stellte Leo klar, dass er von seiner Friedensbotschaft keinen Millimeter abr\u00fccken und sich in seiner Mission nicht beirren lassen werde. Er habe keine Angst vor der Trump-Regierung, sagte Leo. Er werde \u201eweiterhin lautstark gegen den Krieg sprechen\u201c.\u00a0<\/p>\n<p>Das tat er dann auch wenige Tage sp\u00e4ter auf seiner n\u00e4chsten Reiseetappe, bei einem Friedenstreffen in Kamerun: \u201eDie Welt wird von wenigen Tyrannen zerst\u00f6rt und von Myriaden solidarischer Br\u00fcder und Schwestern aufrechterhalten!\u201c. Ungewohnt leidenschaftlich warnte der Papst an diesem Tag: \u201eWehe denen, die die Religionen und selbst den Namen Gottes f\u00fcr ihre milit\u00e4rischen, wirtschaftlichen und politischen Zwecke verbiegen und damit das Heilige in Schmutz und Finsternis ziehen.\u201c<\/p>\n<p>Doch die Euphorie \u00fcber seine deutlichen Worte, wollte Leo nicht teilen. Zumindest nicht offiziell. Auf dem Flug von Kamerun nach Angola \u00e4u\u00dferte er sich erneut zu Trump. Diesmal galt die Kritik nicht dem US-Pr\u00e4sidenten, sondern der Berichterstattung \u00fcber das Friedenstreffen. Seine Rede sei schon l\u00e4nger vorbereitet gewesen, \u201elange bevor der Pr\u00e4sident sich \u00fcberhaupt zu meiner Person und zu der Friedensbotschaft, f\u00fcr die ich eintrete, ge\u00e4u\u00dfert hatte.\u201c\u00a0<\/p>\n<p>Seine Worte seien so aufgefasst worden, \u201eals w\u00fcrde ich erneut versuchen, mit dem Pr\u00e4sidenten zu debattieren, was \u00fcberhaupt nicht in meinem Interesse liegt.\u201c Ein diplomatisch kluger Schachzug: Die Gegenseite in der Person von Vizepr\u00e4sident J.D. Vance zeigte sich direkt bes\u00e4nftigt. Dass eine vorbereitete Rede auch abge\u00e4ndert werden kann, ist kein Thema \u2013 der Streit scheint vorerst beigelegt.\u00a0<\/p>\n<p>Doch da war es schon geschehen: Die eigentliche Essenz der Afrika-Reise war in der \u00f6ffentlichen Wahrnehmung weit in den Hintergrund ger\u00fcckt. So stand die erste Etappe in Algerien ganz im Zeichen des christlich-muslimischen Dialogs. Bei einem historischen Besuch des Papstes in der gro\u00dfen Moschee von Algier betonte Leo die Wichtigkeit von gegenseitigem Respekt und Harmonie beim Aufbau einer friedlichen Welt.\u00a0<\/p>\n<p>Algerien, die Heimat des Heiligen Augustinus, hatte f\u00fcr Leo auch pers\u00f6nlich gro\u00dfe Bedeutung. Bereits als Jugendlicher ist er dem Augustinerorden beigetreten. Sein geistlicher Vater habe die Welt die Suche nach Wahrheit und die Bedeutung des Friedensstiftens lehren wollen, sagte der Papst in Algier.<\/p>\n<p>Auf seinen weiteren Stationen absolvierte Leo Termine, die zwar nicht so viel Aufmerksamkeit wie der Disput mit Trump brachten, aber den Menschen vor Ort wohl nachhaltig im Ged\u00e4chtnis bleiben werden. In Angola besuchte er ein Seniorenheim, in \u00c4quatorialguinea eine Haftanstalt. Bei Treffen an Universit\u00e4ten stand immer wieder das Thema Bildung und die Zukunft der jungen Generation im Vordergrund.<\/p>\n<p>Und nicht nur bei den Menschen vor Ort, auch bei Leo selbst hinterl\u00e4sst diese Reise besondere Spuren. \u201eIch verlasse Afrika und nehme einen unsch\u00e4tzbaren Schatz an Glauben, Hoffnung und N\u00e4chstenliebe mit\u201c, sagte der Papst in seinen Abschiedsworten im Stadion in Malabo. Es sei ein gro\u00dfer Schatz, \u201eder aus Geschichten, Gesichtern und Zeugnissen \u2013 freudigen wie leidvollen \u2013 besteht, die mein Leben und meinen Dienst als Nachfolger Petri bereichern.\u201c<\/p>\n<p>    Lesen Sie mehr zu diesen Themen:<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der Schlagabtausch mit US-Pr\u00e4sident Donald Trump stand im Mittelpunkt der Berichterstattung \u00fcber die Reise von Papst Leo nach&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":120060,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[12],"tags":[1493,40,41,39,66,65,64],"class_list":{"0":"post-120059","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-welt","8":"tag-analyse","9":"tag-nachrichten","10":"tag-news","11":"tag-schlagzeilen","12":"tag-welt","13":"tag-world","14":"tag-world-news"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116455440625632325","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/120059","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=120059"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/120059\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/120060"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=120059"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=120059"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=120059"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}