{"id":121877,"date":"2026-04-24T17:09:07","date_gmt":"2026-04-24T17:09:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/121877\/"},"modified":"2026-04-24T17:09:07","modified_gmt":"2026-04-24T17:09:07","slug":"pcos-betrifft-etwa-eine-von-acht-frauen-was-sich-hinter-der-diagnose-verbirgt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/121877\/","title":{"rendered":"\u201ePCOS betrifft etwa eine von acht Frauen\u201c \u2013 was sich hinter der Diagnose verbirgt"},"content":{"rendered":"<p>Sie essen gesund, treiben Sport \u2013 und trotzdem nehmen viele Frauen zu, haben Akne und eine ausbleibende Periode. Dahinter steckt oft eine verbreitete Hormonst\u00f6rung, die bei vielen unentdeckt bleibt.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Die Periode bleibt aus, die Haut spielt verr\u00fcckt, trotz gesunder Ern\u00e4hrung legen sie an Gewicht zu. Betroffene Frauen haben das Gef\u00fchl, dass ihr K\u00f6rper aus dem Takt geraten ist.<\/p>\n<p>F\u00fcr all das kann das Polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) verantwortlich sein. Das ist eine h\u00e4ufige hormonelle St\u00f6rung bei Frauen, die aber oft erst sp\u00e4t erkannt wird. <\/p>\n<p>\u201ePCOS betrifft etwa eine von acht Frauen\u201c, sagt Nicole Reisch, Leiterin des Bereichs Endokrinologie des LMU Klinikums in M\u00fcnchen. Damit ist es die h\u00e4ufigste hormonelle St\u00f6rung bei Frauen im geb\u00e4rf\u00e4higen Alter.<\/p>\n<p>Der Name Polyzystisches Ovarialsyndrom legt nahe, dass die Erkrankung mit vielen Eierstockzysten einhergeht. \u201eDas ist etwas irref\u00fchrend, da nicht zwingend viele Zysten vorhanden sein m\u00fcssen, um die Diagnose zu stellen\u201c, sagt Sita Arjune. Sie ist \u00c4rztin in der Poliklinik f\u00fcr Endokrinologie, Diabetologie und Pr\u00e4ventivmedizin des Universit\u00e4tsklinikums K\u00f6ln. <\/p>\n<p>Entscheidend f\u00fcr die Diagnose PCOS ist vielmehr ein Ungleichgewicht von Sexualhormonen. Insbesondere ist eine \u00dcberproduktion von Androgenen, also m\u00e4nnlichen Hormonen, das Problem. Die Symptome von PCOS sind sehr vielf\u00e4ltig und nicht immer eindeutig. \u201eSie k\u00f6nnen von Frau zu Frau unterschiedlich stark ausgepr\u00e4gt sein\u201c, sagt Arjune. <\/p>\n<p>\u201eInsbesondere leiden Frauen unter einer unregelm\u00e4\u00dfigen oder gar ausbleibenden Menstruation.\u201c Der \u00dcberschuss an Androgenen kann zu vermehrter K\u00f6rperbehaarung f\u00fchren, etwa im Gesicht, auf der Brust oder am Bauch. Zus\u00e4tzlich kann es zu Akne oder Haarausfall kommen. Viele Betroffene nehmen auch ungewollt an Gewicht zu. \u201eGleichzeitig bestehen Ver\u00e4nderungen im Stoffwechsel, so etwa oft eine begleitende Insulinresistenz und somit ein erh\u00f6htes Risiko f\u00fcr die Entwicklung eines Diabetes mellitus Typ 2\u201c, so Arjune.<\/p>\n<p>Genetische Veranlagung<\/p>\n<p>PCOS kann durch verschiedene Einfl\u00fcsse bedingt sein: Genetik, Umwelt, Lebensstil \u2013 all das spielt zusammen.  \u201eDa die Erkrankung in Familien geh\u00e4uft auftritt, spricht vieles f\u00fcr eine genetische Veranlagung\u201c, sagt Reisch. Welche Gene aber genau beteiligt sind, wird noch erforscht. <\/p>\n<p>\u201eDabei spielen vor allem Stoffwechselfaktoren wie Insulinresistenz und erh\u00f6hte Insulinspiegel eine wichtige Rolle.\u201c Sie f\u00f6rdern n\u00e4mlich die Produktion der Androgene und k\u00f6nnen so Zyklusst\u00f6rungen verst\u00e4rken.<\/p>\n<p>\u201eAuch K\u00f6rpergewicht und insbesondere eine vermehrte Fettansammlung am Bauch k\u00f6nnen Symptome verschlimmern, wobei PCOS auch bei Normalgewicht vorkommt\u201c, sagt Reisch. Zus\u00e4tzlich werden Lebensstilfaktoren wie Bewegungsmangel, Ern\u00e4hrung, Schlaf und Stress als m\u00f6gliche Ausl\u00f6ser diskutiert. <\/p>\n<p>Die Diagnose erfolgt in der Regel in der Frauenarztpraxis anhand der sogenannten Rotterdam-Kriterien. \u201eUm PCOS festzustellen, m\u00fcssen mindestens zwei von drei Kriterien erf\u00fcllt sein, nachdem andere m\u00f6gliche Ursachen ausgeschlossen wurden\u201c, sagt Arjune. <\/p>\n<p>Zu den Rotterdam-Kriterien geh\u00f6ren: seltene oder ausbleibende Eispr\u00fcnge, erkennbar an unregelm\u00e4\u00dfigen oder ausbleibenden Monatsblutungen, Anzeichen eines \u00dcberschusses an Androgenen und der Nachweis von mindestens zw\u00f6lf Follikeln pro Eierstock. Dabei handelt es sich um bl\u00e4schenartige Gebilde, in denen Eizellen heranreifen. <\/p>\n<p>Der Eierstock wird daf\u00fcr per Ultraschall untersucht. In den neuen Leitlinien wird die Bestimmung des sogenannten Anti-M\u00fcller-Hormons dem Ultraschall der Eierst\u00f6cke gleichgesetzt. \u201eDas bedeutet f\u00fcr die Patientinnen, dass nicht unbedingt ein Ultraschall notwendig ist, sondern eine Blutabnahme ausreicht\u201c, erkl\u00e4rt Arjune.<\/p>\n<p>Die richtige Behandlung<\/p>\n<p>Bei der Behandlung von PCOS geht es vor allem darum, Symptome zu mindern und langfristige Risiken \u2013 wie die, Diabetes zu entwickeln \u2013 so gering wie m\u00f6glich zu halten. \u201eVielen Betroffenen hilft es, PCOS aktiv zu managen, indem sie sich gut informieren, realistische Ziele setzen und gemeinsam mit dem Behandlungsteam einen individuellen Plan erstellen\u201c, sagt Reisch.<\/p>\n<p>Ziel der Therapie sei es, das K\u00f6rpergewicht zu reduzieren, die Insulinresistenz zu verbessern und den Zyklus zu regulieren. \u201eDazu sollte einmal und zuallererst nat\u00fcrlich eine Lebensstil\u00e4nderung erfolgen\u201c, erkl\u00e4rt Reisch. \u201eDazu z\u00e4hlen eine kalorienreduzierte, ausgewogene Ern\u00e4hrung und regelm\u00e4\u00dfige k\u00f6rperliche Aktivit\u00e4t.\u201c Um Lebensgewohnheiten umzustellen, kann auch psychologische Unterst\u00fctzung hilfreich sein. <\/p>\n<p>Auch verschiedene Medikamente kommen bei der Behandlung von PCOS zum Einsatz. Zur Zyklusregulation ist die Antibabypille erste Wahl, wie Reisch sagt. Gegen vermehrte Behaarung k\u00f6nnen etwa Cremes eingesetzt werden. <\/p>\n<p>Viele Betroffene treibt auch die Frage nach dem Kinderwunsch um. Hier gibt Reisch Entwarnung \u2013 man m\u00fcsse sich von einem Kinderwunsch nicht zwangsl\u00e4ufig verabschieden. \u201eBei Frauen mit PCOS kann h\u00e4ufig eine Schwangerschaft entweder auf nat\u00fcrlichem Weg oder mit Unterst\u00fctzung erfolgreich erreicht werden\u201c, sagt sie. <\/p>\n<p>Der erste Schritt sei immer die Reduktion des K\u00f6rpergewichts. \u201e\u00dcbergewicht hat negative Auswirkungen auf die Schwangerschaftschancen sowie auf Probleme, die w\u00e4hrend der Schwangerschaft auftreten.\u201c <\/p>\n<p>Zur Kinderwunschbehandlung k\u00f6nnen zudem spezielle Medikamente eingesetzt werden. \u201eDas erfolgt in Absprache mit der behandelnden Gyn\u00e4kologie und Reproduktionsmedizin\u201c, erkl\u00e4rt Arjune. Klappt es mit der Schwangerschaft auf nat\u00fcrlichem Wege nicht, sollten betroffene Frauen keine Scheu haben, eine Kinderwunschklinik aufzusuchen.<\/p>\n<p>Pauline J\u00fcrgens, dpa\/lkl<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Sie essen gesund, treiben Sport \u2013 und trotzdem nehmen viele Frauen zu, haben Akne und eine ausbleibende Periode.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":105396,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[20],"tags":[46,42,38276,124,38274,123,38277,38278,44,38275,210],"class_list":{"0":"post-121877","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-gesundheit","8":"tag-at","9":"tag-austria","10":"tag-eierstockzysten-ks","11":"tag-gesundheit","12":"tag-gynaekologie","13":"tag-health","14":"tag-hormone","15":"tag-monatsblutungen-ks","16":"tag-oesterreich","17":"tag-regelschmerzen","18":"tag-texttospeech"},"share_on_mastodon":{"url":"","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/121877","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=121877"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/121877\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/105396"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=121877"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=121877"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=121877"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}