{"id":122547,"date":"2026-04-25T01:38:09","date_gmt":"2026-04-25T01:38:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/122547\/"},"modified":"2026-04-25T01:38:09","modified_gmt":"2026-04-25T01:38:09","slug":"minus-statt-wachstum-russlands-kriegswirtschaft-schrumpft-unerwartet-stark","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/122547\/","title":{"rendered":"Minus statt Wachstum: Russlands Kriegswirtschaft schrumpft unerwartet stark"},"content":{"rendered":"<p>Minus statt WachstumRusslands Kriegswirtschaft schrumpft unerwartet stark<\/p>\n<p>24.04.2026, 18:24 Uhr <\/p>\n<p>Artikel anh\u00f6ren(07:02 min)<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"Image_img__fQCi0 Image_Img_16_9__4BLfH widget-picture-inline_maximizable__t_E7h\" loading=\"eager\" fetchpriority=\"high\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Russia-Putin-Ural-Federal-District-8620321-15-02-2024-Russian-President-Vladimir-Putin-accompanied-b.webp\" alt=\"Russia-Putin-Ural-Federal-District-8620321-15-02-2024-Russian-President-Vladimir-Putin-accompanied-by-Uralvagonzavod-CEO-Alexander-Potapov-and-Deputy-Prime-Minister-Minister-of-Industry-and-Trade-Denis-Manturov-visits-the-Uralvagonzavod-research-and-production-corporation-a-Russian-state-owned-company-and-the-country-s-largest-producer-of-tanks-in-Nizhny-Tagil-Sverdlovsk-region-Russia\"\/>Putin beim Besuch einer Panzerfabrik. (Foto: IMAGO\/SNA)TeilenFolgen auf:<a href=\"https:\/\/www.whatsapp.com\/channel\/0029Va5cdVJD8SDp5YZgYF01\" title=\"Auf WhatsApp folgen\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/socialIcons\/whatsapp.svg\" alt=\"whatsapp\" class=\"ArticleShare_icon__FsrC2\"\/><\/a><a href=\"https:\/\/news.google.com\/publications\/CAAiEPMdif5mpRNxiLOeUpHCwwsqFAgKIhDzHYn-ZqUTcYiznlKRwsML?hl=de&amp;gl=DE&amp;ceid=DE%3Ade\" title=\"Auf Google News folgen\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/socialIcons\/google.svg\" alt=\"whatsapp\" class=\"ArticleShare_icon__FsrC2\"\/><\/a><\/p>\n<p class=\"Typography_text-m__XI0da Typography_weight-bold__uT6mq storyline_lead_text_leadtext__q_wg8\">Entgegen den Prognosen der Zentralbank bricht die russische Konjunktur ein. Der Niedergang ist in fast allen Sektoren sp\u00fcrbar. Kremlchef Putin fordert von seinen Untergebenen Ma\u00dfnahmen.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Der russischen Wirtschaft geht es schlecht &#8211; und Kremlchef Wladimir Putin gibt den Druck an seine Untergebenen weiter. In den ersten zwei Monaten sei Russlands Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 1,8 Prozent zur\u00fcckgegangen, verlas er auf einer Regierungssitzung in der vergangenen Woche die tr\u00fcbe Statistik.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Dabei hatte die Zentralbank erst k\u00fcrzlich noch ein Plus von 1,6 Prozent im ersten Quartal prognostiziert. Selbst wenn das Minus teils auf die gr\u00f6\u00dfere Anzahl von Sonn- und Feiertagen gegen\u00fcber dem Vorjahr zur\u00fcckzuf\u00fchren sei, erwarte er vom Kabinett nun Ma\u00dfnahmen zur Wiederbelebung der Wirtschaft, forderte der Pr\u00e4sident.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Es war bereits die zweite Regierungssitzung zu diesem Thema seit Ende M\u00e4rz. Dabei gilt Putin als nicht besonders interessiert an wirtschaftlichen Fragen. Doch angesichts der aktuellen Probleme kann sich der 73-J\u00e4hrige nicht mehr nur in der Rolle des geopolitischen Strategen und Kriegsoberbefehlshabers sonnen, sondern muss sich als K\u00fcmmerer zeigen.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Denn der Niedergang ist in fast allen Sektoren zu sp\u00fcren. R\u00fcckl\u00e4ufig sind die Zahlen im verarbeitenden Sektor, im G\u00fcterverkehr, in der Industrieproduktion und speziell im Bausektor. So hat der Developer Samoljot, eine der gr\u00f6\u00dften Baufirmen des Landes, im Februar die Regierung &#8211; erfolglos &#8211; um einen subventionierten Kredit \u00fcber umgerechnet mehr als 550 Millionen Euro gebeten.<\/p>\n<p>Experten erwarten Pleiten im Bausektor<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Es werde wohl &#8222;mehrere Jahre&#8220; dauern, das Unternehmen wieder auf Kurs zu bringen, prognostizierte Andrej Kostin, Chef der Staatsbank VTB, einer der gr\u00f6\u00dften Gl\u00e4ubiger von Samoljot. Auf den Bausektor insgesamt sehen Experten eine Reihe von Pleiten zukommen.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Es gibt eine Reihe von Ursachen f\u00fcr die Krise. Sie alle h\u00e4ngen mit dem von Putin befohlenen Krieg gegen die Ukraine zusammen. Die wegen der Invasion erlassenen Sanktionen haben Russland von Technologien und neuen Investitionen aus dem Ausland abgeschnitten. Heute senkte die Zentralbank den Leitzinssatz von 15 Prozent auf 14,5 Prozent. Der damit weiterhin hohe Leitzins der Zentralbank w\u00fcrgt die Investitionst\u00e4tigkeit der Unternehmer im eigenen Land ab. Bei so hohen Zinsen sind die Kredite teurer als der von den Investitionen zu erwartende Gewinn.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Die Zentralbank steht daher seit geraumer Zeit in der Kritik des Unternehmer- und Industriellenverbandes. Dabei hat das Finanzinstitut den Zinssatz nicht aus Zerst\u00f6rungswut angehoben, sondern um die Inflation einzud\u00e4mmen und den Rubel stabil zu halten.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Zu Kriegsbeginn ging es zun\u00e4chst darum, die B\u00fcrger davon abzuhalten, all ihre Ersparnisse abzuheben und in Devisen zu tauschen. Sp\u00e4ter dann musste die Zentralbank vor allem den Inflationsdruck ausgleichen, der durch die Menge staatlicher Gelder erzeugt wurde, die in den R\u00fcstungssektor und das Milit\u00e4r gepumpt wurden. Mehr Spielraum zur Senkung der Zinsen gebe es nicht, weil die Inflation am oberen Ende des von der Zentralbank bestimmten Zielkorridors liege, sagte die Chefin des Finanzregulators, Elvira Nabiullina.<\/p>\n<p>Strukturelle M\u00e4ngel sind nicht verschwunden<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Die gesamte Wirtschaft wurde seit 2022 auf die Bed\u00fcrfnisse der Front umgestellt. Profitierte das BIP in den ersten drei Kriegsjahren noch von der Umstellung auf eine Kriegswirtschaft, weil die umfangreichen Staatsauftr\u00e4ge f\u00fcr den R\u00fcstungssektor das Wachstum antrieben, so hat sich dieses Modell inzwischen \u00fcberholt. Bereits 2025 konnte der anhaltende Boom in den Waffenfabriken die Krise im zivilen Sektor nur noch notd\u00fcrftig \u00fcbert\u00fcnchen. Zu Beginn dieses Jahres gelingt dies nicht mehr.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Die strukturellen M\u00e4ngel der Volkswirtschaft &#8211; niedrige Arbeitsproduktivit\u00e4t und Fachkr\u00e4ftemangel &#8211; sind nicht verschwunden. Im Gegenteil: Die Front wirke &#8222;wie ein Staubsauger&#8220; und ziehe weitere Arbeitskr\u00e4fte aus der Wirtschaft ab, sagte der Volkswirt Dmitri Nekrassow dem unabh\u00e4ngigen Portal &#8222;Meduza&#8220;.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Zugleich hat der Staat, um den Krieg zu finanzieren, sich nicht nur in gewaltige Schulden gest\u00fcrzt, sondern auch Unternehmer und einfache B\u00fcrger zur Kasse gebeten. Gleich eine Reihe von neuen Steuern, darunter h\u00f6here Gewinn- und Mehrwertsteuer sind seit Jahresbeginn f\u00e4llig. Die Inflation liegt offiziell bei etwas mehr als f\u00fcnf Prozent &#8211; aber die Russen sp\u00fcren im Alltag deutlich, dass sie weniger in der Tasche haben, weil sich gerade Produkte des t\u00e4glichen Bedarfs \u00fcberproportional verteuert haben.<\/p>\n<p>Ukrainische Drohnenangriffe schmerzen Russland<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Und nun werden weitere Nebenwirkungen des Kriegs sichtbar: Die Ukraine hat es geschafft, den Krieg in das Land des Aggressors zur\u00fcckzubringen. Die zahlreichen Drohnenangriffe auf die \u00d6lindustrie verursachen gewaltige Sch\u00e4den. Beizukommen ist den Drohnen nicht. Die st\u00e4ndige Abschaltung des Internets hat eher noch weitere Probleme hervorgerufen &#8211; gerade f\u00fcr Wirtschaftszweige, die schon stark digitalisiert waren.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Kurzfristig hat zumindest der von US-Pr\u00e4sident Donald Trump initiierte Iran-Krieg Russland Erleichterung verschafft. Im April haben sich die Einnahmen f\u00fcr den Haushalt aus der wichtigsten \u00d6lsteuer mehr als verdoppelt und werden sich voraussichtlich umgerechnet auf fast 8 Milliarden Euro belaufen.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Die hohen Preise f\u00fcr \u00d6l, Gas und auch D\u00fcngemittel verschaffen dem russischen Finanzminister eine kurze Atempause. Das erste Quartal endete noch mit einem Rekorddefizit von umgerechnet gut 50 Milliarden Euro f\u00fcr den russischen Haushalt. Damit ist das Minus in den ersten drei Monaten um 21 Prozent h\u00f6her als f\u00fcr das Gesamtjahr geplant. Die hohen \u00d6lpreise d\u00fcrften helfen, das Defizit in den n\u00e4chsten Monaten etwas freundlicher zu gestalten.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">F\u00fcr das Wirtschaftswachstum wird der \u00d6lpreisschock nach Einsch\u00e4tzung mehrerer, von der Tageszeitung &#8222;Kommersant&#8220; befragten Experten aber wenig Auswirkungen haben. Der dadurch erstarkende Rubel sowie die weiterhin hohen Kreditkosten und daraus folgende geringe Investitionen verhinderten, dass die russische Wirtschaft wieder deutlich an Fahrt gewinne, warnen sie.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-s__wu_cm Typography_weight-normal__pqUbH Typography_color-darkgrey__sZEnP article-detail-footer_source__KslPc\">Quelle: Andr\u00e9 Ballin, dpa<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Minus statt WachstumRusslands Kriegswirtschaft schrumpft unerwartet stark 24.04.2026, 18:24 Uhr Artikel anh\u00f6ren(07:02 min) Putin beim Besuch einer Panzerfabrik.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":122548,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[12],"tags":[6397,17811,1871,40,41,269,1963,39,66,65,64],"class_list":{"0":"post-122547","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-welt","8":"tag-angriff-auf-die-ukraine","9":"tag-bip","10":"tag-konjunktur","11":"tag-nachrichten","12":"tag-news","13":"tag-politik","14":"tag-russland","15":"tag-schlagzeilen","16":"tag-welt","17":"tag-world","18":"tag-world-news"},"share_on_mastodon":{"url":"","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/122547","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=122547"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/122547\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/122548"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=122547"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=122547"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=122547"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}