{"id":12258,"date":"2026-02-25T11:10:07","date_gmt":"2026-02-25T11:10:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/12258\/"},"modified":"2026-02-25T11:10:07","modified_gmt":"2026-02-25T11:10:07","slug":"droht-ein-franzoesisches-fiasko-diepresse-com","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/12258\/","title":{"rendered":"Droht ein franz\u00f6sisches Fiasko? \u2013 DiePresse.com"},"content":{"rendered":"<p>So erfolgreich wie noch nie waren Frankreichs Wintersportler bei Olympia 2026 in Mailand\/Cortina. 23 Medaillen bedeuten eine neue Rekordausbeute, beim Empfang in Albertville wurden die \u00c9quipe de France, allen voran die dominierenden Biathletinnen gefeiert. Aber prompt stehen wieder die olympischen Sorgen im Mittelpunkt: In den franz\u00f6sischen Alpen, in vier Clustern von Nizza bis zum Genfersee, sollen 2030 die n\u00e4chsten Winterspiele stattfinden und vieles deutet dieser Tage auf ein Fiasko hin. <\/p>\n<p>Dabei hatte sich Frankreich bei den Sommerspielen 2024 in Paris noch als souver\u00e4ner Organisator pr\u00e4sentiert, auch Erfahrung mit Winterspielen hat man reichlich nach Chamonix (1924), Grenoble (1968) und zuletzt Albertville (1992). Dort triumphierte ein Mann, der im Zentrum der aktuellen Olympia-Querelen steht: Edgar Grospiron war 1992 Goldgewinner in der Buckelpiste und ist nun OK-Chef der Spiele 2030. <\/p>\n<p>                               <img decoding=\"async\" class=\"figure__image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/TOPSHOT-FILES-FRANCE-OLY-2030.webp\" alt=\"Zerstritten: OK-Chef Edgar Grospiron (l.) und CEO Cyril Linette. \" width=\"1000\" height=\"600\" loading=\"lazy\" fetchpriority=\"low\"\/>                                     <\/p>\n<p>Zerstritten: OK-Chef Edgar Grospiron (l.) und CEO Cyril Linette. \u2003APA<\/p>\n<p>Die Differenzen zwischen Grospiron und Cyril Linette, dem Generaldirektor der Spiele, sind zu einer regelrechten Fehde eskaliert, das leugnen beide auch gar nicht mehr. Erst schien es, als w\u00fcrde Linette das Handtuch werfen, inzwischen steht auch ein Abgang von Grospiron im Raum. Nach einer Reihe von Krisensitzungen, eine davon just einige Stunden, bevor am Sonntag bei der Schlusszeremonie von Mailand\/Cortina die olympische Fahne an Frankreich weitergereicht wurde, meinte dieser: \u201eWir brauchen Stabilit\u00e4t, Ruhe und Kontinuit\u00e4t im Organisationskomitee, dann werden wir die Spiele erfolgreich umsetzen k\u00f6nnen.\u201c Die Zeit sei knapp, der finanzielle Rahmen eng. \u201eAber wir wissen, dass wir das schaffen k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>Das Projekt stand von Beginn an unter keinem guten Stern. Die Bewerbung wurde 2023 in Windeseile zusammengestellt und schon ein Jahr sp\u00e4ter folgte der Zuschlag vom Internationalen Olympischen Komitee (<a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/ioc\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" droht=\"\" ein=\"\" franz=\"\" fiasko=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">IOC<\/a>), das offenbar unter dem Eindruck der erfolgreichen Sommerspiele in Paris stand. F\u00fcr die finanziellen Garantien der franz\u00f6sischen Regierung gew\u00e4hrte das IOC eine Fristverl\u00e4ngerung, alles war schlie\u00dflich denkbar knapp geworden: Zwischen der Vergabe und der Er\u00f6ffnungsfeier lagen nur f\u00fcnfeinhalb Jahre. <\/p>\n<p>Schnell ersch\u00fctterte danach eine R\u00fccktrittsserie das zerstrittene Organisationskomitee. COO Anne Murac, Kommunikationschef Arthur Richer und Bertrand M\u00e9heut, der einem unabh\u00e4ngigen Verg\u00fctungsausschuss vorsa\u00df, zogen sich allesamt zur\u00fcck. Inzwischen hat man Etienne Thobois, den Generaldirektor der Pariser Sommerspiele 2024, zu Hilfe gerufen. <\/p>\n<p>Auch die Politik schaltete sich ein. \u201eParisien\u201c zufolge mache Pr\u00e4sident <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/emmanuel-macron\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" droht=\"\" ein=\"\" franz=\"\" fiasko=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Emmanuel Macron<\/a> Druck und habe f\u00fcr das Aufstellen eines funktionierenden Organisationskomitees eine Frist bis zum 15. M\u00e4rz gesetzt. Das Kulturkomitee des franz\u00f6sischen Senats hegt au\u00dferdem Zweifel, ob die Organisatoren in der Lage sind, diese f\u00fcr das Land bedeutsame Veranstaltung \u00fcber die B\u00fchne zu bringen, und hat Grospiron zu einem Hearing zitiert.<\/p>\n<p>                               <img decoding=\"async\" class=\"figure__image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/OLYMPICS-2030FRANCE-FLAG.webp\" alt=\"Biathletin und Olympia-Star Julia Simon. \" width=\"1000\" height=\"600\" loading=\"lazy\" fetchpriority=\"low\"\/>                                     <\/p>\n<p>Biathletin und Olympia-Star Julia Simon. \u2003Reuters<\/p>\n<p>Was bei all den Querelen bisher \u00fcberhaupt auf der Strecke blieb, ist die Bev\u00f6lkerung. Eingebunden ist sie offenbar kaum, es regt sich also Widerstand, in Grenoble wurde bereits protestiert. Das Collectif Citoyen JOP 2030 erkl\u00e4rte mit Blick auf das Megaevent: \u201eDie Menschen in den Alpen werden die Rechnung bezahlen m\u00fcssen.\u201c <\/p>\n<p>Apropos Rechnung. Das Budget f\u00fcr die Winterspiele 2030 betr\u00e4gt 3,4 Milliarden Euro, das beinhaltet die Organisation der Wettk\u00e4mpfe (2,1 Mrd.) und die Investitionen in die Infrastruktur (1,3 Mrd.). Sp\u00e4t dran sind die Olympia-Macher auch bei den Vertr\u00e4gen f\u00fcr das Sponsoring, das zum Budget beitragen soll. In den n\u00e4chsten Wochen werde ein erster Partner bekanntgegeben, hie\u00df es zuletzt. Allerdings d\u00fcrften interessierte Unternehmen schon auf die schleppende Planung hingewiesen haben. <\/p>\n<p>Mit ihrem Budget m\u00fcssen die Olympia-Macher nun ein stimmiges Paket an Austragungsorten in den beiden Regionen Provence-Alpes-C\u00f4te\u00a0d\u2018Azur und Auvergne-Rh\u00f4ne-Alpes zusammenstellen. Das Konzept sieht fast ausschlie\u00dflich die Nutzung bestehender Wettkampfst\u00e4tten vor, die sich auf vier Hauptregionen verteilen, die vom Genfer See und den n\u00f6rdlichen Alpen bis zum Mittelmeer im S\u00fcden reichen.<\/p>\n<p>Zum Rahmenplan geh\u00f6ren die Skipisten in Courchevel (Speed) und Val-d\u2018Is\u00e8re (Technik), der Eiskanal von La Plagne, die Skisprungschanze von Courchevel, die Biathlon-Arena in Le Grand Bornand, die Loipen in La Clusaz, Freestyle-Events rund um Brian\u00e7on und eine neue Eishalle in Nizza. Den Eisschnelllauf will man ins italienische Turin oder nach Heerenveen in die Niederlande auslagern, um den Bau einer neuen Sportst\u00e4tte zu vermeiden.\u00a0<\/p>\n<p>                               <img decoding=\"async\" class=\"figure__image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/FRANCE-OLY-2030.webp\" alt=\"OK-Chef Edgar Grospiron in La Clusaz. \" width=\"1000\" height=\"600\" loading=\"lazy\" fetchpriority=\"low\"\/>                                     <\/p>\n<p>OK-Chef Edgar Grospiron in La Clusaz. \u2003APA <\/p>\n<p>\u201eBeim Plan der Wettkampfst\u00e4tten sind 15 Prozent noch offen, 85 Prozent sind schon klar\u201c, berichtet OK-Chef Grospiron. Bis Ende Juni soll alles feststehen, bis dahin muss auch das IOC entschieden haben, welche Sportarten eventuell aus dem Programm fallen (Nordische Kombination?) und welche neu hinzukommen (die Freerider, also die Gel\u00e4nde-Skifahrer und -Snowboarder d\u00fcrften erstmals zum Zug kommen und haben zuletzt schon Events in Val Thorens abgehalten). Mehr denn je gilt also, was Buckelpisten-Champion Grospiron bei seinem Antritt als OK-Chef prophezeit hat: \u201eEs ist eine Herausforderung. Mit vielen Buckeln voraus.\u201c <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"So erfolgreich wie noch nie waren Frankreichs Wintersportler bei Olympia 2026 in Mailand\/Cortina. 23 Medaillen bedeuten eine neue&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":12259,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[18],"tags":[46,42,44,109,108,5436],"class_list":{"0":"post-12258","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-sport","8":"tag-at","9":"tag-austria","10":"tag-oesterreich","11":"tag-sport","12":"tag-sports","13":"tag-winterspiele"},"share_on_mastodon":{"url":"","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12258","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12258"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12258\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/12259"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12258"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12258"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12258"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}